Verbotene Abkühlung

Eigentlich verboten: Hunderte Münchner brechen Isar-Badeverbot - doch jetzt ist die Wende da

  • Julian Baumann
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Durch den heftigen Regen zu Beginn letzter Woche rief die Stadt München am Donnerstag ein Badeverbot in der Isar aus. Viele Münchner schien das aber nur wenig zu interessieren - gibt es jetzt einen Lichtblick?

  • Ausgelöst durch den Regen zu Beginn letzter Woche verwandelte sich die Isar in München in einen Amazonas-ähnlichen Strom.
  • Durch das Hochwasser rief die Stadt ein Badeverbot in der Isar aus. Das Verbot gilt für das gesamte Stadtgebiet.
  • Nachdem sich Hunderte Münchner trotz des Verbots am Wochenende in der Isar tummelten, gibt es jetzt Entwarnung - das Baden in der Isar ist mit sofortiger Wirkung wieder erlaubt.

Update vom 13. August, 16.30 Uhr: Nachdem am vergangenen Wochenende Hunderte Münchner das Badeverbot in der Isar brachen, kann die Bevölkerung der Landeshauptstadt nun aufatmen. Wie die Stadt auf dem Portal muenchen.de mitteilte, ist das Verbot mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Baden in der Isar ist damit wieder in den nach der geltenden städtischen Bade- und Bootverordnung erlaubten Bereichen erlaubt. Die Hochwasser-Verhältnisse an der Isar haben sich entspannt, eine Nutzung unter Beachtung der allgemeinen Gefahrenhinweise ist wieder möglich.

Erstmeldung: München - Der starke Regen zu Beginn letzter Woche führte zu Hochwasser in München. Inzwischen nimmt der Wasserpegel der Amazonas-ähnlichen Isar wieder ab. Es herrscht jedoch noch immer Meldestufe 2. Die Stadt rief am Donnerstag ein Badeverbot im gesamten Stadtgebiet aus. Pünktlich zum Wochenende mit tropischen Temperaturen war es den Münchnern nicht möglich, sich in dem Fluss eine Abkühlung zu gönnen. Hunderte Münchner schien das Badeverbot jedoch nicht zu kümmern. Sie tummelten sich am Wochenende im kühlen Wasser, wie Bilder vom Sonntag zeigen.

Dass das Badeverbot in der Isar nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, zeigten eine ganze Reihe von Unfällen. Am Samstag, den 4. Juli kenterten etliche Schlauchboote auf dem reißenden Strom. Eine Retterin berichtete von dramatischen Szenen auf der Isar. Auch diesen Sonntag war ein Schlauchboot mit drei Männern Nachts auf der Isar unterwegs. Die Männer hingen mit dem Boot an der Wehr fest und brachten sich und die Retter in Lebensgefahr (Merkur.de* berichtete). Den Hunderten Münchner, die sich am Sonntag in dem Fluss tummelten, schien die Gefahr jedoch nicht bewusst zu sein.

München: Hunderte Menschen tummeln sich in der Isar - trotz Badeverbot.

Die Polizei war vor Ort, unternahm jedoch wenig, um die Badewütigen abzuhalten.

München: Hunderte Menschen baden unbekümmert in der Isar - trotz Badeverbot

Nach den heftigen Niederschlägen rollt eine Hitzewelle über Bayern und die ganze Bundesrepublik hinweg. Die deutschen Metropolen schwitzen, München kommt jedoch eine Sonderrolle zu. Am Wochenende wurden in Köln heiße 35 Grad erreicht und auch Hamburg schwitzte bei 32 Grad. In der bayrischen Landeshauptstadt wurden dagegen „nur“ 28 Grad gemessen. Die Temperatur war für viele Münchner jedoch hoch genug, um sich kurzerhand über das Badeverbot in der Isar hinwegzusetzen.

Ein freier Fotograf schoss am Sonntag mehrere alarmierende Bilder. Die Bilder stellte er unserer Redaktion zur Verfügung. Die Schnappschüsse zeigen eine große Menge von Menschen, die sich unbekümmert im Wasser tümmeln. Gibt es überhaupt ein Badeverbot in der Isar? Bei den Aufnahmen hat man eher nicht das Gefühl.

München: Polizei war vor Ort, griff jedoch trotz verbotenen Handlungen nicht ein

Eines der zuvor genannten Bilder zeigt ein Fahrzeug der Polizei, dass an der Reichenbachbrücke geparkt war.

München: Hunderte Menschen tummeln sich in Isar - Polizei war vor Ort.

Laut Angaben eines Augenzeugen wirkten die Beamten jedoch nicht als seien sie in besonderer Hektik. Ob die Polizei die Handlungen der Badenden tolerierte oder ob es einfach zu viele Menschen waren, um eine Kontrolle durchzuführen, ist nicht bekannt. Auf Anfrage der tz konnte die Polizei München diesbezüglich keine Angaben machen. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Aufgrund der Corona-Krise kommt es aktuell außerdem zu einer großen Kontrollaktion zur Maskenpflicht im Münchner ÖPNV - Verweigerern drohen empfindliche Strafen.

Rubriklistenbild: © Matkovic Djordje

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