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Brandanschlag auf Obdachlosen: Andi (50) kam beinahe bei Feuer ums Leben - „Habe nichts mehr“

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Von: Andreas Thieme

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Der Obdachlose Andi wurde beinahe Opfer eines Brandanschlags
Der Obdachlose Andi wurde beinahe Opfer eines Brandanschlags © Thomas Jilg

An der Münchner Freiheit haben Unbekannte einen Brandanschlag verübt. Das Lager eines Obdachlosen wurde dabei zerstört - der 50-Jährige Andi überlebte wohl nur, weil er einige Meter von seinem üblichen Schlafplatz entfernt nächtigte.

München - Auch einen Tag später sitzt ihm noch der Schrecken in den Gliedern. Traurig schaut Andi (50) zu Boden. Um ihn herum: Überall verbrannte Sachen. Hier, wo Mittwochnacht ein Feuer wütete, lebt eigentlich der gebürtige Münchner. Die Straße ist sein Zuhause, die Münchner Freiheit im Grunde seine Wohnung. Doch dort ist gerade einiges los. Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt wegen Brandstiftung.

„Das war knapp“, sagt Andi. Der 50-Jährige Münchner lebt schon länger an der Münchner Freiheit. Laut Polizei kam es dort - unmittelbar neben dem Schachbrett - am Mittwoch gegen 3 Uhr nachts zu einem Brandanschlag, der auch tödlich hätte ausgehen können. Wenn Andi wie üblich dort geschlafen hätte.

Brandanschlag auf Obdachlosen: Andi (50) kam beinahe bei Feuer ums Leben - „Habe nichts mehr“

„Dort lagen meine ganze Sachen, jetzt ist alles zerstört: Kleidung und Geldbeutel“, sagt Andi. „Jetzt habe ich fast nichts mehr.“ Laut Polizei hatten Unbekannte einen Karton angezündet und flüchteten anschließend - mitten in der Nacht. Dabei hatte Andi irgendwie auch noch Glück - er war nicht wie üblich in seinem Lager, sondern schlief einige Meter entfernt. „Sonst wäre ich jetzt wahrscheinlich tot“, sagt er.

München: Täter zündeten Obdachlosen an - Anwohner rief Polizei

Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatten die Täter gezielt auch die Tüten mit Andis Kleidung angezündet - ein 68-Jähriger Anwohner hatte die Brandstiftung beobachtet und sofort die Polizei gerufen. An der Münchner Freiheit fanden die Beamten später nur noch das verbrannte Lager des Obdachlosen vor. Die Polizei fahndet jetzt nach den Tätern, die wohl betrunken waren. Gesucht werden zwei Männer, etwa 30 Jahre alt. Einer mit dickem Bauch, Schnauzer und Schlapphut, der andere südeuropäischen Typs, ebenfalls mit Schnauzer und beigem Polohemd.

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Die Polizei bittet jetzt um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 089/29100. Wer Andi gerne helfen möchte, kann sich unter der Emailadresse lokales@merkurtz.de an unsere Redaktion wenden. Wir vermitteln Spenden und Hilfsgüter.

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