Im ersten Untergeschoss verlegen Arbeiter in Millimeterarbeit Granit-Natursteinplatten aus Spanien.
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Im ersten Untergeschoss verlegen Arbeiter in Millimeterarbeit Granit-Natursteinplatten aus Spanien.

„Auf viele Hindernisse gestoßen“

Dauer-Baustelle am Sendlinger Tor: Erste Hälfte geschafft - wann der Bau endgültig fertig sein soll

  • VonNina Bautz
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Auf der Baustelle am U-Bahnhof Sendlinger Tor ist endlich Halbzeit, die Erweiterungsbauten im Rohbau sind fertig. Doch schon jetzt ist klar: Mit der Fertigstellung 2022 wird es nichts.

München - Am Sonntagmittag geht es in den Zwischengeschossen des sonst so wuseligen U-Bahnhofs Sendlinger Tor recht ruhig zu. Doch an einem Gleis der U3/U6, das für Fahrgäste gesperrt ist, wird umso mehr gewerkelt. Unsere Zeitung hat sich bei einer Baustellenbegehung umgesehen.

Baustelle am Sendlinger Tor: Die Bahnsteig-Arbeiten

Im ersten Untergeschoss verlegen Arbeiter gerade Tag und Nacht in Millimeterarbeit Granit-Natursteinplatten aus Spanien. „Der Estrich ist fünf Zentimeter höher“, erklärt Projektleiter Christoph Schaller von den Stadtwerken. „Hierdurch wird die Barrierefreiheit verbessert.“ Im gesamten Bahnhof werden 6700 Quadratmeter Bodenbelag erneuert. Die neuen Wandverkleidungen umfassen 4700 Quadratmeter. Hinzu kommt ein neues Farb- und Lichtkonzept.

Münchens Dauer-Baustelle: Der Zentralbereich

Weitaus komplexer werden die Arbeiten im Zentralbereich einen Stock tiefer. Hier, wo sich die Fahrgäste bisher auf engstem Raume drängten, soll künftig doppelt so viel Fläche zur Verfügung stehen. Die Rolltreppen in der Mitte werden gedreht, zudem werden vier zusätzliche Rolltreppen eingebaut. MVG-Sprecher Matthias Korte: „Künftig können die Fahrgäste auch mit zwei neuen Aufzügen direkt vom Bahnsteig zur Oberfläche gelangen, ohne den Aufzug wechseln zu müssen.“

Erweiterungsbauten am Sendlinger Tor fertig - später als geplant

Unter dem Sendlinger Tor-Platz, wo bis vor Kurzem noch eine riesige Baugrube gähnte, ist der erste Erweiterungsbau fertig. Später als geplant, wie Projektleiter Christoph Schaller einräumt. „Wir sind bei den Durchbrucharbeiten auf viele Hindernisse gestoßen, Relikte aus der Entstehungszeit der Station“, erklärt er. „Wir mussten beispielsweise alte Metallteile aufwendig abflexen.“ Die Folge: „Die Lichter in den neuen Geschäften im Zwischengeschoss gehen erst 2023 an, nicht 2022“, so Korte. Es werde dadurch aber für die Fahrgäste zu keinen zusätzlichen Betriebsseinschränkungen kommen.

Während der U-Bahn-Betrieb weiterlief, ist hier 15 Meter unter dem Grundwasserspiegel ein imposantes Bauwerk entstanden. Es verbindet die Bahnsteige mit dem Zwischengeschoss; sein Pendant an der Blumenstraße stellt eine Verbindung von und zur Oberfläche her. Hier wird es eine neue Rolltreppe bis ganz an die Oberfläche gehen. Der neue Ausgang wird dann hinter der Sparkasse entstehen. Die beiden unterirdischen Neubauten umschließen insgesamt rund 20 000 Kubikmeter. Ihre drei Ebenen bieten den Fahrgästen im öffentlichen Bereich rund 3 000 Quadratmeter mehr Platz. In den Rohbauwerken wurden rund 7000 Kubikmeter Beton und 1500 Tonnen Stahl verbaut.

Innenausbau

Als erster Teil wird der Erweiterungsbau am Sendlinger-Tor-Platz im ersten Halbjahr 2020 eröffnet werden. Hier beginnt jetzt gerade der Innenausbau. Bislang kann die MVG nur berichten, dass es einen „Branchenmix“ an Geschäften auf mehr Fläche geben wird. „Sicher ist, dass ein Supermarkt einziehen wird“, verrät Kerstin Scholber von den Sadtwerken.

nba

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