Die Polizei schreitet beim illegalen Tierhandel auf dem Flohmarkt ein.

Sie gibt Polizei entscheidenden Hinweis

Tierheim-Chefin deckt illegalen Welpenhandel auf Riesenflohmarkt auf

Bloß ein bissl schauen, ein bissl gehen, ein bissl handeln… Als Sandra Giltner (39) am Samstag auf dem Weg zum Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese war, freute sie sich auf einen entspannten Vormittag. Was folgte, war aber dramatisch.

München - Giltner ist Tierärztin, Leiterin des Tierheims in Riem – und sie war am Samstag genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn sie half dabei, zwei Hundewelpen zu retten, die auf dem Flohmarkt verkauft werden sollten.

Als Giltner an einem Stand mit vielen Fahrrädern eine Gruppe Polizisten bemerkte, schaute sie genauer hin und erblickte zwei schwarze Labrador-Welpen. „Dahinter saß ein Mann, der sie zum Verkauf anbot“, sagt sie der tz. Das Auto des Verkäufers hatte ein rumänisches Kennzeichen.

Sandra Giltner leitet das Tierheim.

Giltner bot den Polizisten Hilfe an, sie sei Tierärztin und kenne sich leider auch mit Welpenhandel aus. Die Polizisten gaben ihr die Impfpässe, die von Laien kaum zu lesen sind. Vom Verkäufer wollte sie wissen, wie alt die Hunde seien. „Drei Monate, sagte er in gebrochenem Deutsch. Die Impfung war laut Pass am 7. April, die Hunde damit zu jung“, sagt Giltner (die Rechtslage siehe unten). Die Polizei beschlagnahmte die Welpen und brachte sie noch am gleichen Tag ins Tierheim. Giltner vermutet stark: Auch in diesem Fall handelt es sich – wie so oft – um ein geplantes Geschäft der Welpen-Mafia! 

Hintergrund: Immer wieder versuchen Hintermänner, meist aus dem Osten, viel zu junge Hunde in Deutschland zu verscherbeln. Problematisch dabei ist nicht nur die oft fehlende oder mangelhafte Impfung, sondern auch, dass die kleinen Tiere viel zu früh von der Mama getrennt werden.

Im Tierheim werden Daisy und Notty – so heißen die beiden Mädchen jetzt – versorgt. „Drei Wochen werden sie bei uns bleiben. Wir hoffen, dass sich die Besitzer nicht bei uns melden, damit die Welpen bei uns bleiben können. Danach werden sie von uns an eine neue Familie vermittelt“, so Giltner. 

Daisy und Notty nach der Rettung.

Die Rechtslage

Seit 29. Dezember 2014 gelten in der EU neue Bestimmungen für das Reisen mit Heimtieren. Demnach dürfen Hundewelpen nur noch nach Deutschland gebracht werden, wenn der Impfschutz gegen Tollwut im Impfpass dokumentiert ist – egal, ob zu privaten oder gewerblichen Zwecken. Bis zu dieser Regelung mussten private Transporte nur erklären, dass der Welpe keinen Kontakt zu potenziell tollwutinfizierten ­Hunden hatte. Das machten sich illegale Tierhändler zunutze. Die neue Bestimmung schreibt auch ein Mindestalter vor. Geimpft wird frühestens in der zwölften Woche, 21 Tage danach wird der Impfschutz aber erst wirksam. Also darf ein Transport frühestens 15 Wochen nach der Geburt stattfinden.

Lesen Sie, welchen Fehler Sie beim Welpen-Kauf niemals machen sollten

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