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„Brückentechnologie“ - Kernkraft-Debatte erreicht München: Soll Atomkraftwerk Isar 2 weiterbetrieben werden?

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Von: Sascha Karowski

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Atomkraftwerk Isar 2
Das Kernkraftwerk Isar 2 im Landkreis Landshut ist das letzte in Bayern, das noch nicht vom Netz gegangen ist. © Armin Weigel/dpa

Der Münchner Stadtrat wird zunächst keine Entscheidung treffen, ob das Kernkraftwerk Isar 2 über 2022 hinaus weiterbetrieben werden soll. Die Kommunalpolitiker wollen sich nach dem Bund richten.

München - Durch den russischen Überfall auf die Ukraine ist in Deutschland auch eine Debatte darüber entstanden, den Ausstieg aus der Kernkraft zu verschieben. Mit der Frage, ob das Kraftwerk Isar 2 auch über Ende 2022 hinaus betrieben werden soll, hat sich am Dienstag der Stadtrat beschäftigt. Denn die Stadt ist über die Stadtwerke München (SWM) zu 25 Prozent am Atommeiler bei Landshut beteiligt.

München: CSU-Vize Hans Theiss will Isar 2 weiterlaufen lassen - „Jeden Stein umdrehen“

Die CSU im Stadtrat hatte das Thema auf die Tagesordnung gebracht. Fraktionsvize Hans Theiss sagte im Wirtschaftsausschuss, angesichts fraglicher Gasimporte müsse man jeden Stein umdrehen und auch mal über seinen Schatten springen. Das Kernkraftwerk Isar 2 produziere zwölf Prozent des Stroms in Bayern. Es sei in Deutschland die Nummer eins in Sachen Leistungskraft und liege weltweit auf Rang neun. „Wir reden hier also nicht von einem Kernkraftwerkchen.“

Die Stadtwerke hätten mitgeteilt, wenn das Gas wegfalle, gebe es Schwierigkeiten bei der Versorgung. „Die Versorgungssicherheit ist in Gefahr.“ Niemand wolle ewig auf Atomkraft setzen. „Aber als Brückentechnologie müssen wir sie nutzen, so lange das vertretbar ist.“

München: Grünen-Vize Dominik Krause will Bundesregierung entscheiden lassen

Es gehöre zur Ehrlichkeit dazu, dass solche Diskussionen geführt werden müssten, sagte Grünen-Vize Dominik Krause. „Es gibt Argumente dafür und dagegen.“ Allerdings sei nicht die Stadt in der Pflicht, eine Entscheidung zu treffen. „Das muss auf Bundesebene geregelt werden. Wenn der Bund sich dafür entscheidet, die Kraftwerke weiterlaufen zu lassen, dann müssen wir diesen Weg mitgehen.“

Gemeinsam mit der SPD haben die Grünen beantragt, keine Entscheidung auf kommunaler Ebene zu treffen, sondern abzuwarten, wie der Bund sich positioniert. „Wir brauchen eine Gesamtstrategie“, sagte SPD-Stadträtin Simone Burger. Beim Thema Strom gehe es schließlich um Fragen des Netzes und der Spannung. „Wenn wir sagen, wir wollen das Kraftwerk nicht weiter betreiben und die Bundesregierung entscheidet etwas Anderes, dann können wir viel diskutieren. Gefragt werden wir nicht.“

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