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Karstadt-Gebäudebau am Hauptbahnhof München: Sieger-Konzept nicht gut genug?

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Von: Sascha Karowski

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Neubau Karstadt am Hauptbahnhof: Kommt doch der Zweitplatzierte zum Zug?
Neubau Karstadt am Hauptbahnhof: Kommt doch der Zweitplatzierte zum Zug? © BIG Partners Ltd

Der Karstadt-Neubau am Hauptbahnhof macht Ärger: Die CSU will verhindern, dass das Sieger-Konzept des Architektur-Wettbewerbs umgesetzt wird. 

München - Leichte Linien, viel Grün und noch mehr Glas: So stellt sich das Architekturbüro David Chipperfield den Umbau des Kaufhof-Gebäudes zwischen Stachus und Hauptbahnhof vor. Bauherr ist die österreichische Signa von Investor René Benko. Bei einem Architekten-Wettbewerb hatte sich der Entwurf Chipperfields als Sieger durchgesetzt – allerdings nicht einstimmig.

In solchen Gremien sind neben Architekten meist Vertreter der Stadt und Mitglieder des Stadtrates. Und bereits vor Wochen kritisierte CSU-Chef Manuel Pretzl: „Es hätte spannendere Entwürfe gegeben, aber offensichtlich baut das Architekturbüro Chipperfield mittlerweile alles für die Signa.“ Für spannender hält Pretzl den zweiten Platz. In einem Antrag fordert er nun, dass dieser nun doch zum Zug kommen soll. Die Verwaltung soll auf den Bauherren einwirken.

CSU-Chef Manuel Pretzl zum Neubau: „Gute Politik braucht Mut, falsche Entscheidungen zu revidieren“

„Gute Politik braucht den Mut, falsche Entscheidungen zu revidieren“, sagt der CSU-Chef. Das Karstadt-Areal sei eines der letzten Filetstücke, die noch bebaut werden können. „In dieser Bestlage darf es keine Fehler geben. Wir können der Stadtgesellschaft kein Gebäude vor die Nase setzen, das von Anfang an mit Zweifeln behaftet ist. Das gilt erst recht, wenn es einen besseren Entwurf gibt.“

Karstadt Hauptbahnhof: So stellt sich Chipperfield den Neubau vor.
Karstadt Hauptbahnhof: So stellt sich Chipperfield den Neubau vor. © Chipperfield

Tatsächlich hätten offenbar einige politische Vertreter in der Jury den zweiten Platz lieber am Hauptbahnhof gesehen. „Persönlich fand auch ich den Entwurf besser“, sagt SPD-Chef Christian Müller. Aber. „Zum einen haben wir ein Verfahren beschlossen, an das wir uns am Ende des Tages halten müssen.“

Zum anderen könne die Stadt ohnehin nur die Rahmenbedingungen festlegen. Der Investor habe das Baurecht, damit müsse die Verwaltung nur prüfen, ob der Bauantrag formal stimmt. „Wir können dem Bauherren nicht vorschreiben, wie er zu bauen hat.“

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Neubau Karstadt Hauptbahnhof in München: „Baurecht gibt auch den Siegerentwurf nicht her“

Pretzl sieht das anders. Zwar gebe es einen Bebauungsplan, allerdings müsse der geändert werden. „Das bisherige Baurecht gibt den Siegerentwurf nicht her.“ Der Investor brauche demnach auch die erneute Zustimmung der Stadt. Und da könne man sich ja einigen. Es gebe schließlich genug Beispiele, wo im Nachhinein noch Ergebnisse aus Wettbewerben gekippt wurden, beim Mandarin Oriental etwa.

Für die Erweiterung des Luxushotels war der Entwurf des drittplatzierten Architekten gewählt worden, nachdem der erste Preis auf Widerstand gestoßen war – allerdings auch beim Bauherren. Und ein privater Investor ist nicht an die Reihenfolge des Wettbewerbs gebunden, sofern das Votum nicht einstimmig ist.

Der Entwurf des Zweitplatzierten für den Neubau des Karstadt am Hauptbahnhof.
Der Entwurf des Zweitplatzierten für den Neubau des Karstadt am Hauptbahnhof. © BIG Partners

Für die Grünen stellt sich die Frage einer Neubewertung derweil nicht. Stadtrat Paul Bickelbacher will am ersten Platz festhalten. Den zweite Entwurf finde er zwar spannend – allerdings „eher auf einem freien Feld“. Das neue Gebäude am Hauptbahnhof müsse sich schließlich in die Umgebung integrieren. „Das gelingt dem Erstplatzierten besser, auch wenn er natürlich konventioneller ist.“

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