So soll das neue Gebäude des Karstadt nahe des Hauptbahnhofs München aussehen: luftiger und mit hellerer Fassade
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So soll das neue Gebäude des Karstadt nahe des Hauptbahnhofs München aussehen: luftiger und mit hellerer Fassade.

Neubau-Pläne vorgestellt

Neuer Kaufpalast am Münchner Hauptbahnhof: So soll der Karstadt nach dem Umbau aussehen

  • Sascha Karowski
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Der Karstadt am Hauptbahnhof soll umgebaut werden. Der österreichische Milliardär René Benko hat die Pläne den Stadtratsfraktionen vorstellen lassen. Im Rathaus ist man durchaus angetan.

München - Das sind interessante Aussichten: Der Karstadt am Hauptbahnhof soll umgebaut werden – es entsteht ein kleiner Kaufpalast. Nun hat der Investor den Fraktionen im Stadtrat vorgestellt, wie der Neubau aussehen soll.

Vorgesehen ist, dass das neue Gebäude zweigeteilt wird – bisher sind die Gebäudeteile am Hauptbahnhof und am Stachus über einen Durchgang miteinander verbunden. Zwischen Bahnhofsplatz und Luitpoldstraße ist in Zukunft im Erdgeschoss eine Karstadt-Filiale vorgesehen – freilich viel kleiner als der ursprüngliche, die sich in beiden Gebäudeteilen über mehrere Stockwerke erstreckt. Geplant sind in den anderen Geschossen Restaurants und Geschäfte. In der Fläche, die sich zum Königshof, also in Richtung Stachus, erstreckt, sind Läden und Restaurants im Erdgeschoss vorgesehen. Die Räume darüber könnten als Büros genutzt werden.

München: Neuer Kaufpalast mit filigranem Design, kleineren Läden und Büroflächen

Eine gläserne Passage soll Prielmayer- und Schützenstraße verbinden. Insgesamt soll der Neubau filigraner, ansehnlicher werden, beispielsweise durch bodenlange Fenster, die golden umrandet sind. Investor und Bauherr ist die österreichische Firma Signa des Milliardärs René Benko. Der 43-jährige Österreicher ist nicht nur einer der größten Immobilienunternehmer Europas, er ist außerdem selbst Eigner des Galeria-Karstadt-Kaufhof-Konzerns.

Seit 2017 gehört ihm das Karstadt-Gebäude am Hauptbahnhof. Zudem ist er Besitzer der Alten Akademie und des Kaut-Bullinger-Hauses. Den Kaufhof am Marienplatz betreibt er ebenfalls – hier ist Benko aber nur Mieter. Geplant ist der Baubeginn für das Gebäude am Hauptbahnhof 2024, die Fertigstellung soll bereits ein Jahr später erfolgen.

Wie berichtet, hatte die Kette Galeria Karstadt Kaufhof Mitte Juni im Rahmen seiner Sanierungspläne die Schließung von 62 der 172 Warenhäuser in Deutschland angekündigt. In München sollten das Galeria-Haus am Stachus sowie die Karstadt-Filialen am Nordbad und im OEZ schließen. Das Haus am Stachus konnte in letzter Minute gerettet werden – zumindest bis 2022, weil der Vermieter auf einen Großteil, nämlich 90 Prozent seiner Miete verzichtete. Der Karstadt Sports an der Neuhauser Straße ist ebenfalls geschlossen. Damit bleiben in München* noch sechs Filialen des Konzerns übrig: Die Innenstadt-Filialen am Marienplatz, am Stachus sowie die Häuser am Rotkreuzplatz, an der Münchner Freiheit und der Kaufhof im OEZ. Und eben das Haus am Hauptbahnhof – nur bald in abgespeckter Form.

München: Karstadt und weitere Läden in riesigem Kaufpalast - Rathaus-Politiker überzeugt

Im Münchner Rathaus freut man sich grundsätzlich über die Neubau-Pläne zwischen Stachus und Hauptbahnhof. CSU-Chef Manuel Pretzl sagte auf Anfrage: „Ich freue mich, dass sich da etwas bewegt. Dieser Bereich ist ja, gelinde gesagt, etwas stiefmütterlich behandelt worden. Die Ansätze halte ich für gut, nun muss man mit der Bevölkerung diskutieren.“

Grünen-Fraktionschefin Anna Hanusch ist ebenfalls von der grundsätzlichen Idee überzeugt, das Areal kleinteiliger zu nutzen. Zudem lobt sie die vorgesehene Passage „Wir begrüßen auch die höhere Durchlässigkeit.“

SPD-Fraktionschef Christian Müller führt gegenüber unserer Zeitung aus, dass gerade die Nordseite des Warenhauses an der Prielmayerstraße bisher eher ein „Unort“ sei. „Der Investor will den denkmalgeschützten Bereich freilegen. Und wir finden es auch gut, wenn der bisherige Riegel aufgelöst wird.“ *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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