+
Tatort Triebwagen: Schauplatz war ein Zug der Linie U5.

Kurioser Vorfall

Nach Liebesspiel in der U-Bahn: Das sagt ein MVG-Mitarbeiter

Es ist nicht das erste Mal, dass Eduard Imblon es in seiner Zeit bei der MVG mit einem Pärchen beim Liebesspiel in der U-Bahn zu tun bekam. Doch viel mehr Ärger hat der Kontrolleur mit etwas ganz anderem.

München - Sex-Alarm im Untergrund: Mitten am Nachmittag hat sich am Freitag ein Pärchen in einer U-Bahn vergnügt – sehr zum Ärger einer Münchnerin (46). Die Polizei rückte an...

Gegen 15 Uhr küssten sich der 39-jährige Münchner und die 19-Jährige aus dem Kreis Fürstenfeldbruck in einer U-Bahn der Linie 5 Richtung Neuperlach intensiv. Dann fasste die Arbeitssuchende dem Arbeitslosen zwischen die Beine, befriedigte den Mann auch noch oral. Das wurde der 46-Jährigen zu viel. Laut Polizei verärgerte sie der Anblick dermaßen, dass sie die beiden ansprach. Die zeigten sich uneinsichtig und gerieten mit der Münchnerin in Streit. Am Max-Weber-Platz nahm die U-Bahnwache das Trio in Empfang. Die Polizei ließ das Pärchen blasen – und stellte fest, dass beide über zwei Promille hatten.

„Viele Fahrer werden beschimpft und angepöbelt“

Der Ton wird rauer, sagt Eduard Imblon (55) von der MVG.

So etwas, sagt Eduard Imblon, sei ein absoluter Einzelfall. Der 55-Jährige ist Leiter der Einnahmensicherung bei den SWM, in seinen Verantwortungsbereich fallen auch die Kontrolleure der MVG. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Imblon bei der MVG. „Zwei, drei Mal ist es in der Zeit vorgekommen, dass ein Pärchen beim Sex in der U-Bahn erwischt wurde.“ Viel mehr mache der MVG zu schaffen, dass der Ton in den Zügen immer rauer werde. „Viele Fahrer werden beschimpft und angepöbelt, obwohl sie nichts dafür können, wenn beispielsweise ein Bus oder eine Bahn zu spät kommen“, sagt Imblon. Verbale Angriffe gehörten heutzutage zum täglichen Geschäft der Fahrer und Kontrolleure. „Auch ein Kontrolleur wird gerne mal wegen Verspätungen beleidigt. Man braucht für den Job ein dickes Fell“, sagt Imblon.

„Manche Fahrgäste spucken im Vorbeigehen“

In den vergangenen Jahren sei die Hemmschwelle stark gesunken. „Manche Fahrgäste spucken im Vorbeigehen gegen Bus- oder U-Bahn-Türen“, sagt er. Diese Respektlosigkeit gegenüber Mitarbeitern und Gegenständen habe es früher nicht gegeben. Auch die körperlichen Angriffe auf Mitarbeiter nahmen laut Imblon zu. Sie stiegen von 14 Fällen (2015) auf 27 (2016). „Das lag auch daran, dass wir häufiger kontrolliert haben.“

Das liebestolle Pärchen muss nun mit Strafanzeigen wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und Beleidigung rechnen.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

Lesen Sie hier zwei Gastbeiträge: 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Nachts hier arbeiten – der Horror!“ - Casino-Angestellte in Todesangst  
Dieses Erlebnis im Juni 2017 wird Marianne P. (Name geändert) so schnell nicht mehr vergessen. Die Casino-Angestellte wurde im Münchner Bahnhofsviertel bedroht. Hat sich …
„Nachts hier arbeiten – der Horror!“ - Casino-Angestellte in Todesangst  
Mädchen (4) fällt in den eiskalten Schlosskanal - Polizist handelt geistesgegenwärtig 
Die Temperaturen frostig, Schneetreiben - keine guten Bedingungen um von oben bis unten nass zu werden. Das passierte einem Mädchen am 2. Advent. 
Mädchen (4) fällt in den eiskalten Schlosskanal - Polizist handelt geistesgegenwärtig 
Weil sein Geschäft „Loop“ heißt: Warum ein 16-Jähriger deswegen Ärger hat
Gero Laudien ist 16 Jahre alt und hat schon einen Laden in München eröffnet. Doch das bescherte ihm direkt Ärger: Telefónica und Joop! drohen mit hohen Ordnungsgeldern. …
Weil sein Geschäft „Loop“ heißt: Warum ein 16-Jähriger deswegen Ärger hat
Perfekt: Der Arnulfsteg wird gebaut
Die Zukunft des Arnulfstegs war ungewiss. Das Projekt wurde verschoben, obwohl Anfang des Jahres schon mit dem Bau begonnen werden sollte. Nun gibt es eine Wende.    
Perfekt: Der Arnulfsteg wird gebaut

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion