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Marienhof: Was die Ausgrabungen alles zum Vorschein bringen

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1 / 47Dass München die Olympischen Spiele 2018 nicht bekommt, dürfte nicht nur die hartgesottenen Olympia-Gegner erfreuen. Auch die Archäologen, die derzeit am Marienhof nach Münchner Stadtgeschichte buddeln, atmen wahrscheinlich auf: Durch die Absage für 2018 haben sie nun mehr Zeit für ihre Ausgrabungen und können sich intensiver mit den wertvollen Fundstücken beschäftigen. © gs
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2 / 47Die zweite Stammstrecke kommt aber mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit so oder so, und mit ihr der neue Bahnhof am Marienhof. Dazu wird das komplette Areal mit einer 40 Meter tiefen Baugrube ausgehoben. Derzeit graben aber noch die Archäologen nach Schätzen aus der Münchner Vergangenheit - und sie werden immer wieder fündig, wie sie auf folgenden Bildern feststellen können. © gs
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3 / 47Seit Mitte April 2011 wird auf dem Gelände hinter dem Neuen Rathaus geschaufelt. Es sind nicht die ersten Grabungen auf dem Gelände. Bereits 1989 und 2003 fanden hier teilweise Ausgrabungen statt, heuer werden noch rund 75 Prozent der etwa 5.000 Marienhof-Quadratmeter  archäologisch untersucht. © gs
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4 / 47Wie auf diesem Bild zu erkennen ist, war der Marienhof bis zum Ende des 2. Weltkrieges dicht besiedelt. Erst die Bombenstürme in den Jahren 1944 und 1945 machten das Gelände dem Erdboden gleich. © gs
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5 / 47Im Zuge des Wiederaufbaus Münchens wurde entschieden, das Gelände nicht wieder neu aufzubauen, sondern einzuebnen. Jahrelang diente das Areal als Parkplatz ... © gs
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6 / 47... vor den Olympischen Spielen 1972 gab es hier einen großen Info-Stand. Der Name "Marienhof" wurde übrigens nie per Stadtratsbeschluss festgelegt, sondern entstand aus dem Volksmund. © gs
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7 / 47Vor den Spielen 1972 gab es im Zuge des U- und S-Bahn-Baus am Marienpplatz bereits umfangreiche Baumaßnahmen auf dem Marienhof. © gs
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8 / 47Was die Ausgrabungen in diesen Tagen freilegen, sind in erster Linie Kellergewölbe von den Gebäuden, die damals auf dem Gelände standen. © Schlaf
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9 / 47Neben normalen Wohnhäusern standen auf dem Marienhof unter anderem einst Gaststätten, eine Synagoge, ein öffentliches Bad, Hotels, ein Kloster sowie die Polizeidirektion. © Schlaf
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10 / 47Außerdem führte durch den Marienhof auch die allererste Stadtmauer Münchens mit dazugehörigem Stadtgraben. © Schlaf
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11 / 47Der größte Teil der rund 110x95 Meter großen Freifläche liegt innerhalb des ältesten Stadtkernes aus dem 12. Jahrhundert, der nördliche Randbereich des Marienhofs gehört der Stadterweiterung aus dem späten 13. und 14. Jahrhundert an. © gs
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12 / 47So sah es in der Schrammerstraße vor dem zweiten Weltkrieg aus: Ein enges Gässchen, dicht bebaut. Links das Café Deistler. © gs
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13 / 47Die selbe Perspektive im Jahr 2011: Man sieht: An der Oberfläche ist rein gar nichts von der Bebauung übrig geblieben. © gs
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14 / 47Damals lief die Schrammerstraße leicht von Nordosten nach Südwesten. © gs
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15 / 47Hier der Blick aus der anderen Perspektive. © gs
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16 / 47Nach dem Krieg und dem Brachliegen des Geländes wurde die Schrammerstraße leicht nach Norden versetzt und begradigt (siehe rechts). © Haag
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17 / 47Nach Beendigung der archäologischen Ausgrabungen wird die Schrammerstraße aufgerissen, um neue Fernwärmeleitungen zu verlegen. Dann wird die Straße ein Stück nach Süden versetzt, nach dem Ende der Bauarbeiten aber wieder den heutigen Verlauf haben. © gs
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18 / 47Kaum zu glauben: In einem der Keller hat sich noch ein original Fischgrätparkett (!) erhalten. © gs
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19 / 47Warum damals in diesem Gebäude in Kellerräumen Fischgrätparkett verlegt wurde, konnte bisher noch nicht herausgefunden werden. © gs
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20 / 47Allerdings müssen in dem Haus feinere Herrschaften gelebt haben, was auch das nächste Bild beweist ... © gs
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21 / 47In dem "Fischgrätraum" wurde nämlich diese wunderbar erhaltene Weinflasche gefunden. Leider ohne Etikett, so dass man den Jahrgang des Tropfens leider nicht bestimmen kann. © gs
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22 / 47Ebenfalls eine äußerst interessante Entdeckung wurde in den Kellerräumen des ehemaligen Café Deistler gemacht. © gs
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23 / 47Dieser Lastenaufzug hat die Jahrzehnte überstanden, allerdings nicht ohne gehörig Rost anzusetzen. © Haag
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24 / 47Neben dem Lastenaufzug traten auch noch andere Schätze zu Tage ... © Haag
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25 / 47Beispielsweise wurden Kaffekännchen aus Metall, Serviertabletts und Besteck gefunden. © gs
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26 / 47Auch eine riesengroße Registrierkasse wurde geborgen. © gs
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27 / 47Die größten Schätze werden bei diesen Grabungen aber in ... Latrinen entdeckt. Diese dienten damals auch als Mülltonnen, so dass heute teilweise Sonderbares zum Vorschein kommt. © gs
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28 / 47So zum Beispiel Nuss- und Kirschkerne oder Trinkgefäße. Durch die Funde lassen sich Rückschlüsse ziehen, wie früher die Ernährungsgepflogenheiten der Menschen waren. © gs
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29 / 47Die Archäologen haben einen anstrengenden Job zu erledigen: Meist verrichten sie ihre Arbeit auf allen Vieren. © gs
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30 / 47An dieser Stelle (damals Theatinerstraße 51) gab es im 16. Jahrhundert an ein Gasthaus angrenzend zwölf Unterstellplätze für Pferde. © gs
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31 / 47Später gab es an dieser Stelle das Gasthaus Büchlbräu, im 19. Jahrhundert schließlich teilte sich das Gebäude in viele kleine Ladengeschäfte auf, uunter anderem eine Parfümerie. In den Kellerräumen wurden kleine Parfümflaschen gefunden. © gs
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32 / 47Genau an dieser Stelle verlief ab dem 12. Jahrhundert der Stadtgraben. © gs
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33 / 47Unter der Holzkonstruktion ist noch ein Rohr zu erkennen, das später als Kanalisation diente. Die Kanalisation verlief genau durch den dann nicht mehr benötigten Stadtgraben (ab frühes 19. Jahrhundert). © gs
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34 / 47Das Haus in der damaligen Theatinerstraße 52 war im 14. Jahrhundert im Besitz einer Ratsfamilie. Später gab es hier eine Gastwirtschaft, anschließend ein Stoffgeschäft. Im Keller wurden Knöpfe gefunden. © gs
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35 / 47Der Blick in Richtung Neues Rathaus. An der Weinstraße Nr. 13 entstand ab 1690 als Stiftung des Kurfürsten Max Emanuel nach Plänen von Hofbräumeister Henrico Zuccalli der vieflügelige Neubau des Instituts der Englischen Fräulein mit Kloster, Schule und Kapelle. © gs
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36 / 47Seit seiner Gründung 1627 durch Maria Ward persönlich war das Münchner Institut zum Sitz der Generaloberin und ein Zentrum des Ordens geworden. © gs
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37 / 47Nach der Aufhebung 1808 wurde der Gebäudekomplex bis 1812 als Innenministerium, ab 1827 als Sitz der Polizeidirektion genutzt. © gs
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38 / 47Auch ein typisches Merkmal der Kellerräume von damals: Lichtnischen. © gs
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39 / 47Dort wurden mangels Elektrizität Kerzen hineingestellt. © gs
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40 / 47Weitere Funde bei den Ausgrabungen: Sparbüchsen ... © gs
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41 / 47... ein Kachelofen-Aufsatz, kleine Gläser und Tassen ... © gs
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42 / 47... und natürlich zahlreiche Fließen. © gs
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43 / 47Funde aus dem Mittelalter: Eine Puppe, ein Pfeifenstiel und eine Spinnwirtel. © gs
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44 / 47Diese Flaschen überstanden den Einsturz von Gebäuden und die Hitze der Bombenfeuer. © gs
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45 / 47Durch die Hitze des Feuers verbog sich dieser Flaschenhals. © gs
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46 / 47Dennoch war das Glas offenbar bruchsicher. © gs
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47 / 47An kaputten Scherben mangelt es bei den Fundstücken nicht. Die Grabungen werden noch einige Zeit andauern, noch sind längst nicht alle Schätze aus der Vergangenheit freigelegt. Mehr Informationen zur 2. Stammstrecke und zu den archäologischen Ausgrabungen finden SIe unter: http://www.2.stammstrecke-muenchen.de/ © gs

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