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Ein Streit um die Berührung eines Kinderwagens mit einem Fahrrad eskalierte am Samstagabend in einem Regionalexpress am Hauptbahnhof München.

Chaos im RE 

Versehentlich ein Fahrrad berührt: Familie im Regionalzug mit Messer bedroht

Ein Streit um die Berührung eines Fahrrads eskalierte am Samstagabend in einem Regionalexpress am Hauptbahnhof München derart, dass ein 37-Jähriger ein Messer zog.

München - Eine 21-jährige Nigerianerin stieg am Samstag mit ihrem Freund, einem 23-jährigen Landsmann, sowie ihrem Kind, das sich im Kinderwagen befand, im Hauptbahnhof München in den RE 4894 Richtung Ingolstadt ein. Während die Frau aus Ingolstadt mit dem Kinderwagen nach einem freien Sitzplatz für sich und ihren Freund suchte, blieb sie kurz am Fahrrad eines 37-jährigen Deutschen hängen. Das Fahrrad war in unmittelbarer Nähe des Einganges abgestellt; der Zugang zum Abteil teilweise blockiert. 

Nach der Berührung herrschte sie der Besitzer des Fahrrads, der aus Cottbus stammt, in aggressivem Tonfall an. Aufgrund ihrer schlechten Deutschkenntnisse verstand sie jedoch nicht genau was er sagte, verstand es jedoch als rassistisch und gegen ihre dunkle Hautfarbe gerichtet. Daraufhin wollte ihr Freund aus dem Landkreis Eichstädt etwas zu dem Mann sagen. Er wurde jedoch von seiner Freundin zurückgehalten.

Mann zieht Messer aus und bedroht Zugpassagiere

Der Cottbuser stichelte aber immer weiter, bis die 21-Jährige ihm entgegnete, er solle sie in Ruhe lassen, sie habe nichts gemacht. Daraufhin zog der Ostdeutsche ein Messer aus der Hosentasche (ein Einhandmesser mit offener Klinge von ca. 9 cm Länge) und deutete damit auf die Frau, deren Freund sowie das Kind. Zudem bedrohte er die Frau verbal. 

Da die Afrikanerin Angst bekam, ging sie mit ihrem Kind im RegionalExpress ein Stockwerk nach oben, wo auch schon Reisende auf sie zukamen und beruhigten. Der Freund wartete unten am Ausgang mit dem leeren Kinderwagen. Während der Weiterfahrt kam es zwischen ihm und dem 37-Jährigen ebenfalls zu verbalen Auseinandersetzungen. Zudem bedrohte und beleidigte der 37-Jährige auch einen weiteren zuvor zugestiegenen Mann. 

Cottbuser nach Ermittlungen wieder frei gelassen

Auf Anordnung der Bundespolizei blieb der Zug außerplanmäßig in Dachau auf Gleis 7, bis zum Eintreffen von Einsatzkräften, stehen. Ein Rückruf bei der Geschädigten ergab, dass der Täter den Zug nach seinem Halt bereits verlassen hatte und vom Bahnsteig in Richtung Ortsmitte Dachau gegangen war. Beamte der Landespolizei konnten einen Tatverdächtigen aufgrund der Beschreibung kurz darauf noch in Nähe des Bahnhofes Dachau festnehmen.

Nach Abschluss der Sachverhaltsaufnahme vor Ort konnte der RE 4894 seine Fahrt Richtung Ingolstadt mit rund 30- minütiger Verspätung fortsetzen. Keiner der Bedrohten wurde verletzt. Bei dem Cottbuser, der gegenüber den Beamten einen leicht verwirrten Eindruck hinterließ, wurde ein Atemalkoholgehalt von 0,12 Promille festgestellt. Bei seiner Durchsuchung wurden insgesamt drei Messer (ein Einhandmesser sowie zwei Cuttermesser) aufgefunden und sichergestellt.

Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen wurde der 37-Jährige - nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München I ohne Blutentnahme bzw. Haftvorführung - auf freiem Fuß belassen. Der 37-Jährige war sowohl in seinem Wohnort als auch in Münchner bereits wiederholt aufgrund psychischer Verhaltensstörungen polizeilich in Erscheinung getreten ist.

Einige Tage davor musste der Hauptbahnhof in München geräumt werden

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