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Polizeiautos vor der Bankfiliale in der Arnulfstraße 15 - hier ereignete sich am Dienstagabend der Überfall.

Chronik eines missglückten Coups

Münchner Bankräuber durch Schwarzfahren aufgeflogen - er machte weitere kuriose Fehler

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  • Melissa Ludstock
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Beim Münchner Hauptbahnhof erbeutete ein Bankräuber zunächst mehr als 10.000 Euro - doch er machte schon vor dem Raub schwerwiegende Fehler.

Update vom 17. Mai: Noch eine andere Sache sorgt derzeit für Aufsehen in München: Im Fall der geraubten Schließfach-Millionen in München steht eine jahrelange Mitarbeiterin der Commerzbank am Promenadeplatz unter Tatverdacht. Nun deutet sich eine irre Wende an.

Münchner Bankräuber durch Schwarzfahren aufgeflogen - er machte weitere kuriose Fehler

Update vom 16. Mai: Lange konnte er sich nicht wie ein reicher Mann fühlen: Der mutmaßliche Bankräuber (28), der am frühen Dienstagabend die Sparda-Bank überfallen und weit über 10.000 Euro erbeutet haben soll, ist gleich am nächsten Morgen der Polizei ins Netz gegangen. Ein Polizeisprecher sagte danach: „Es ist bemerkenswert, dass eine Öffentlichkeitsfahndung so schnell Erfolg zeigt.“ Der Täter, ein lediger, in Deutschland geborener und bereits wegen Diebstahlsdelikten auffällig gewordener Täter, hat viele Fehler begangen.

Die Chronik des missglückten Coups:

  • Dienstag, circa 15 Uhr: Der 28-Jährige wird in den öffentlichen Verkehrsmitteln von Kontrolleuren beim Schwarzfahren erwischt. Er gibt seine korrekten Daten an.
  • 17.45 Uhr: Der Mann betritt unmaskiert die Sparda-Bank an der Arnulfstraße, fordert ohne zu sprechen mithilfe eines Zettels Geld und droht mit einer angeblich mitgeführten Bombe. Mit der Beute in einer mitgeführten Sporttasche flüchtet er zu Fuß. Kurz darauf suchen mehr als 45 Streifenwagen und ein Hubschrauber nach ihm – ohne Erfolg.
  • 20 Uhr: Die Polizei veröffentlicht Fotos des mutmaßlichen Täters, auf denen sein Gesicht gut zu erkennen ist.
  • 20.40 Uhr: Die MVG-Kontrolleure vom Nachmittag melden sich. Sie erinnern sich daran, den Mann auf dem Foto zuvor kontrolliert zu haben und können die Personalien nennen.
  • Ab 21.30 Uhr: Polizeibeamte fahnden am Wohnort des Täters im Landkreis Fürstenfeldbruck.
  • Mittwoch, 5.30 Uhr: Ein Fahrgast der S8, von Westen kommend, erkennt den mutmaßlichen Täter im Zug. Er hatte auf einem Onlineportal das Foto gesehen. Der Fahrgast steigt in Pasing aus und meldet seine Beobachtung der Polizei. Die Beamten schicken Einsatzkräfte zu den nächsten Haltestellen.
  • 5.35 Uhr: Die Polizei hat Glück: Der Beschuldigte steigt schon an der Haltestelle Donnersbergerbrücke – unweit des Tatorts – aus und läuft den wartenden Beamten quasi in die Arme. Er war für den Fahrgast leicht wiederzuerkennen: Er trägt noch dieselbe Kleidung wie zur Tatzeit und führt sogar noch die Sporttasche mit sich. Darin befinden sich mehrere tausend Euro Bargeld.

Nina Bautz

Mehr News aus München: Ein Mann wurde in München von einem Trio attackiert. Dabei verlor er das Bewusstsein. An einen Täter kann sich der 23-Jährige besonders gut erinnern.

In Laim ist ein Streit an einer Bushaltestelle komplett eskaliert. Mit schweren Verletzungen wurde ein Beteiligter ins Krankenhaus eingeliefert.

Banküberfall am Hauptbahnhof: Polizei hat Täter gefasst - Zeuge erkannte ihn in S-Bahn

12.20 Uhr: Ein Banküberfall in der Nähe des Hauptbahnhofs München sorgte am Dienstagabend für einen Großeinsatz der Polizei. Nun wurden neue Details veröffentlicht. Wie die Polizei am Mittwochmittag mitteilt, betrat der Bankräuber unmaskiert die Filiale und begab sich zu einem Kassenschalter. Dort standen zwei Bankangestellte. Der Täter hielt eine mitgebrachte Sporttasche in die Höhe. Er behauptete, in dieser befinde sich eine Bombe und forderte Geld. Das Geld wurde ausgehändigt, der Mann machte sich aus dem Staub - doch die Überwachungskameras der Bank hatten alles aufgezeichnet.

Bank bei Hauptbahnhof München überfallen: Kontrolleure der MVG erkannten ihn

Eine Öffentlichkeitsfahndung wurde mit dem Bild des Tatverdächtigen eingeleitet. Daraufhin meldeten sich Ticketkontrolleure der MVG. Sie gaben an, den Gesuchten kurze Zeit vor der Tat kontrolliert zu haben. Daher konnten sie die Personalien des Beschuldigten nennen. Doch die eingeleitete Fahndung nach dem Mann verlief zunächst ohne Erfolg.

Doch am Mittwochmorgen dann die Wendung. Ein Fahrgast meldete sich telefonisch bei der Polizei, denn er hatte den Tatverdächtigen in einer S-Bahn der Linie S8 wiedererkannt. 

tatverdächtiger nach Banküberfall am Hauptbahnhof München festgenommen

Der 28-Jährige, der im Landkreis Fürstenfeldbruck lebt, wurde an der Donnersberger Brücke festgenommen. Er trug laut Mitteilung der Polizei noch immer die gleiche Kleidung wie am Tag zuvor während des Überfalls. Auch die Sporttasche trug er bei sich, in der große Teile der Beute sichergestellt werden konnten. Eine Bombe befand sich nicht in der Tasche. Der Mann wird nun dem Ermittlungsrichter vorgeführt. 

Banküberfall am Hauptbahnhof München: Polizei hat Tatverdächtigen gefasst

10.00 Uhr: Ein Tatverdächtiger wurde gegen 5.30 Uhr in einer Richtung stadteinwärts fahrenden S-Bahn erkannt. Ein Zeuge alarmierte daraufhin die Polizei. Der Mann wurde um 5.35 Uhr am S-Bahnhof Donnersberger Brücke festgenommen. Laut Polizei handelt es sich um einen 28 Jahre alten deutschen Staatsbürger aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck.

Update vom 15. Mai 2019, 8.17 Uhr: Wie die Polizei soeben mitteilte, wurde der Bankräuber am Mittwochmorgen in einer S-Bahn gefasst.

Banküberfall am Hauptbahnhof: Er drohte mit Bombe - Täter auf der Flucht, Foto veröffentlicht

München - Ein Banküberfall ist am helllichten Tag auf eine Filiale der Sparda-Bank in der Arnulfstraße, unweit des Münchner Hauptbahnhofs, verübt worden. Wie die Polizei mitteilt, hat am Dienstagabend gegen 17.45 Uhr ein bislang unbekannter Täter mehr als 10.000 Euro erbeuten und anschließend fliehen können. Rund um den Hauptbahnhof waren Einsatzfahrzeuge der Polizei und kreisende Hubschrauber zu sehen.

Den Angaben zufolge hatte der Mann die Herausgabe des Geldes wortlos mithilfe eines Zettels gefordert - auf diesem drohte er angeblich mit einer mitgeführten Bombe. Nach Aushändigung der Beute verschwand der Mann zu Fuß. Bewaffnet war der Täter nach aktuellem Erkenntnisstand der Ermittler nicht.

Banküberfall nahe Hauptbahnhof München: 45 Streifen und Hubschrauber suchten nach Täter

Trotz einer großangelegten Suche - 45 Streifenwagenbesatzungen und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz - konnte der Mann zunächst nicht gefunden werden. Die „gezielte Fahndung“ sei gegen 19.20 Uhr erfolglos beendet worden, teilte das Polizeipräsidium München mit. 

Hubschrauber im Einsatz nach einem Banküberfall in der Arnulfstraße

München: Bankraub in der Arnulfstraße - Das ist die Täterbeschreibung 

Beschrieben wird der Täter von den Ermittlern als circa 25 bis 30 Jahre alt, ferner habe der mutmaßliche Täter schwarze Haare, einen dunklen Bart und „arabisches Aussehen“. Bekleidet gewesen sei er mit einem Baseball-Cap, schwarzer Lederjacke, dunkler Hose und weißen Turnschuhen und habe eine hellgrüne bis beige Tasche mit sich geführt.

Die Polizei hofft nun auch auf Hinweise eine Bevölkerung. Zeugen, denen eine verdächtige Person in der Arnulfstraße oder der näheren Umgebung aufgefallen ist, können sich unter der Telefonnummer 089/2910-0 an die Polizei München oder jede andere Polizeidienststelle wenden.

Ein anderer schrecklicher Vorfall ereignete sich bei einem Überfall auf eine Kassiererin im Netto in Hamburg, wie nordbuzz.de berichtet.

Lesen Sie auch: Der Zecken-Virus FSME ist zurück. Im Landkreis Freising hat es nun den ersten Fall von Hirnhautentzündung gegeben. Ein Experte erklärt, wer als besonders gefährdet gilt.

fn

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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