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Philipp Messner vor einer Schneekanone an der Alten Pinakothek.

Installation an Alter Pinakothek

Kunstschnee wird zu Schneekunst

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München - Fehlt nur noch der Schnee: Für die Installation "Clouds" des Künstlers Philipp Messner sind auf der Wiese vor der Alten Pinakothek drei Schneekanonen aufgestellt worden. Sie sollen es schneien lassen – sobald es kalt genug ist.

Drei Grad unter Null braucht es, um die Schneekanonen anwerfen zu können. Nun hoffen der Münchner Künstler Philipp Messner und sein Team auf eisige Temperaturen. Bis zum 5. Februar bleiben die Schneekanonen stehen. Der Clou an dem Projekt: Der Schnee wird mit Lebensmittelfarbe eingefärbt. So soll er nicht nur zur Kunst werden, sondern vor allem auch die Künstlichkeit des Schnees verdeutlichen. Wenn alles gut geht, werden schon bald blaue, gelbe und rote Flocken über die Wiese an der Ecke Gabelsbergerstraße/Barer Straße wirbeln.

Die Kunstinstallation habe mit Kontrolle und Kontrollverlust zu tun, sagte Philipp Messner am Freitag bei der Aufstellung der Schneekanonen. Denn das Projekt hänge vom Wetter ab. Sollte es jedoch nicht kalt genug werden, um Kunstschnee produzieren zu können, würde er die Installation aber nicht als missglückt betrachten. Das wäre dann auch Kunst. Wenngleich ihm die andere Variante mit kalten Temperaturen und einer bunten Schneefläche natürlich lieber wäre, wie er zugibt.

Mit Kunstschnee versuche der Mensch die Natur zu überlisten, sagte Kulturreferent Hans-Georg Küppers. „Wir tun so, als wäre alles in Ordnung.“ Das zeige sich bei Sportevents wie Skispringen und Biathlon. Die Farbe im Schnee soll zeigen, dass er künstlich ist. Wenn das Projekt nicht klappt, „sieht man, dass sich die Natur nicht überlisten lässt“.

Für den 40-jährigen Messner, diplomierter Bildhauer mit südtirolerischen Wurzeln, bleibt das Ergebnis der Installation also selbst eine Überraschung. Die drei Schneekanonen werden in unterschiedlichen Farben schneien und eine bunte Fläche schaffen. Passanten können Fußspuren hinterlassen oder farbige Schneebälle werfen. Jedoch: Wenn der Kunstschnee schmilzt, färbt er ab, warnte Messner.

Als ein Plädoyer gegen die künstliche Beschneiung will er das Projekt nicht verstanden wissen. Es sei einfach eine Realität. Ohne technische Hilfsmittel könnte in vielen Regionen nur zwei oder drei Wochen lang Ski gefahren werden. Mit Kunstschnee soll ein Naturphänomen simuliert werden – doch das sei auch nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich. Denn: „Man muss in die Natur eingreifen, man muss Schläuche und Kabel verlegen und Wasserspeicher errichten.“ Auch in den Alpen, wo der Mensch vielleicht noch intakte Natur erwartet, sei die Natur durchorganisiert. „Dem Kunstschnee Farbe hinzuzufügen hat etwas von Sabotage.“

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