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Schädelprellung, abgebrochener Zahn: Noah S. zeigt nach dem Angriff seine Verletzungen.

Sie beschimpften ihn als Transe

Nürnberger Fußball-Fans verprügeln Münchner (21) - weil er bisexuell ist? Kripo ermittelt

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Ein 21-Jähriger ist in München offenbar Opfer eines homophoben Angriffs geworden. Fußballfans sollen ihn in der U-Bahn geschlagen und getreten haben. Er erlitt eine Schädelprellung, ein Schneidezahn brach ab.

Polizei München prüft LGBT-feinliches Tatmotiv

Update, 11. Dezember: Die Münchner Kriminalpolizei hat im Fall des 21-Jährigen, der in der U-Bahn von Fußballfans zusammengeschlagen worden ist, die Ermittlungen aufgenommen. Ob eine LGBT-feindliche Motivation (LGBT steht für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) ursächlich für die Taten war, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.

In München von Fußball-Fans verprügelt

Erstmeldung, 11. Dezember:

München - Als Noah S. (21) am Samstag in die U-Bahn am Odeonsplatz steigt, ist die Bahn voll mit grölenden Fußball-Fans. Der FC Bayern spielt gegen den 1. FC Nürnberg (3:0). Zwei junge Nürnberg-Anhänger brüllen ihm Fangesänge ins Ohr, sagt S. der tz. Er bittet sie, nicht so laut zu sein.

„Die beiden Typen meinten, ich solle doch aussteigen, wenn es mich stört“, sagt der gebürtige Münchner. Als S. entgegnet, die beiden sollten sich benehmen, beleidigen sie ihn. Sari ist bisexuell, trägt Ohrringe, ein Nasenpiercing und hat eine kleine Handtasche umgehängt. „Die Tasche passt gut zu dir, du Transe“, sollen die Männer gesagt haben.

In Münchner U-Bahn: „Alle vier gingen gleichzeitig auf mich los“

Nach einem Wortgefecht mit mittlerweile vier Nürnberg-Fans schlägt ihm einer ins Gesicht. „Als ich ihn von mir wegstoßen wollte, gingen alle vier gleichzeitig auf mich los. Sie schlugen mir mit den Fäusten gegen den Kopf, traten mich.“ Eine Bierflasche fliegt auf seinen Kopf, dem Journalisten wird schwarz vor Augen, er geht zu Boden.

Am U-Bahnhof Universität ziehen zwei Jugendliche S. aus der U-Bahn, helfen. Der 21-Jährige vermutet, dass ein Grund für den Angriff seine sexuelle Orientierung war. S. erstattete Anzeige.

Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Hinweis-Telefon: (089) 29 100.

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