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Problemthema Partymüll: Im Zentrum sind Reinigungskräfte stets beschäftigt.

Diese Gebiete sind betroffen

Reinigungsgebühren im Zentrum erhöht: So viel müssen Anwohner jetzt blechen

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Es wird wieder sauberer im Stadtzentrum. Weil die neue Kehr-Verordnung der Stadt München höhere Abgaben der Anwohner erfordert, regt sich deutliche Kritik.

München - Für das Zentrum der Stadt gilt seit 1. Januar eine neue Kategorie in der Straßenreinigung: Die städtischen Mitarbeiter kehren nun zweimal am Tag. Dadurch wird es zwar sauberer, doch auch teurer. Für etwa 50 Straßen verdoppeln sich die Gebühren. Zahlen müssen die Mieter. Und das nicht zu knapp!

München ist zwar sauber, aber gerade im Bereich der Partyzonen hatte in der Vergangenheit der Grad der Verschmutzung zugenommen: Fast-Food-Behälter, Hundekot, Zigarettenkippen, Kaugummi – im Sommer beschloss der Stadtrat die neue Kehr-Kategorie: Die sah neben der doppelten Reinigung in 50 Straßen auch vor, dass die Verwaltung neue Abfallbehälter aufstellt (100 statt 50 Liter). Das Baureferat hat 19 neue Stellen geschaffen und den Fuhrpark aufgestockt: vier Kleintraktoren, zwei Kehrmaschinen und einen Transporter. Das kostet rund 1,4 Millionen Euro.

Erhöhung muss von den Mietern getragen werden

Doch es wird nicht nur doppelt so oft geputzt – auch die Gebühren haben sich verdoppelt! Zahlen müssen zwar die Grundstückseigentümer. Aber die legen die Kosten natürlich auf die Mieter um. Die sind wenig begeistert. 

Die Karte zeigt, welche Gebiete von der neuen Reinigungsklasse betroffen sind.

Der Verein Haus und Grund kritisierte gestern, dass sich die Gebühren für die Straßenreinigung seit dem Jahreswechsel mehr als verdoppelt haben – von bislang 53,28 Euro pro Frontmeter und Jahr auf 113,12 Euro. „Nach einem uns vorliegenden Bescheid über ein Anwesen an der Müllerstraße mit 25 Mietparteien sind die jährlichen Kosten von rund 1.700 Euro auf etwa 3600 Euro gestiegen“, sagt Vereinschef Rudolf Stürzer. „Das sind sogar 112 Prozent.“ 

„Immer mehr Mitbürgern fehlt die Kinderstube“

Weil die Verschmutzung auch in anderen Gebieten zunehme, sei es nur eine Frage der Zeit sei, bis die neue Klasse auch andernorts eingeführt wird. Dabei seien die Maßnahmen völlig unnötig. Nur weil „immer mehr Mitbürgern offensichtlich die Kinderstube fehlt“...

In einigen Bereichen der neuen Reinigungsklasse wird die Stadt künftig verstärkt kontrollieren. Der neue Kommunale Außendienst (KAD) soll nämlich nicht nur eingreifen, wenn Feiernde zu laut werden. „Müll oder Zigarettenstummel auf die Straße zu werfen ist eine Ordnungswidrigkeit“, sagt KVR-Sprecher Johannes Mayer. „Der KAD kann dann auch Bußgelder verhängen.“

Zwei Münchner kämpfen gegen den Müll. Mit ihrem Unternehmen wollen sie den Pappbecher-Wahnsinn im Zentrum beenden.

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