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Seit 1932 befindet sich das Herzstück der Traditionsbäckerei am Marienplatz.

Wiedereröffnung im August

Traditionscafé am Marienplatz wird komplett umgebaut - dem „Zeitgeschmack“ entsprechend

Seit fast 90 Jahren wird das Café geführt und befindet sich mittlerweile in der Hand der fünften Generation. Nun werden große Maßnahmen für frischen Wind sorgen.

München - Das Herzstück der Münchner Traditionsbäckerei bekommt komplett neue Räume. Die Arbeiten haben bereits begonnen – der Verkauf im Erdgeschoss hat seit Sonntag zu, das Café im ersten Stock schließt für die Umbauzeit am 8. Juli.

Seit 1932 befindet sich das Herzstück der Münchner Traditionsbäckerei am Marienplatz. Lang genug, um Neues zu wagen, aber auch Altes zu bewahren, betont Magnus Müller-Rischart, der den Familienbetrieb in fünfter Generation führt. „Wir wollen uns dem Zeitgeschmack anpassen und etwas Außergewöhnliches bieten. Wir werden den kompletten Look ändern.“ Die Unternehmenshistorie soll sich in der neuen Gestaltung ebenso widerspiegeln wie der hohe Anspruch an Qualität, Genuss und Handwerk. Erdgeschoss und erster Stock werden komplett entkernt. Mit eine Ausnahme: das Biedermeierzimmer im ersten Stock. „Hier finden sich noch Einrichtungsgegenstände, die von meinen Großeltern ausgesucht wurden.“

Kaiserschmarrn und Co.: Das wird im Café Rischart anders

Für den 2,5 Millionen Euro teuren Umbau hat sich Rischart das Münchner Architekturbüro AHA mit ins Boot geholt. Der größte Kniff: Die Treppe, die momentan direkt vom Marienplatz in den ersten Stock führt, wird nach hinten verlegt – und macht Platz für einen modernen Selbstbedienungsbereich. „Die Kunden können dort Snacks und Getränke kaufen und selbst via Scanner bezahlen“, erläutert Rischart. Der normale Verkauf mit dem gewohnten Sortiment erfolgt an einer geschwungenen, eigens patentierten Theke aus geschnittenem Naturstein. Im rückwärtigen Bereich des Erdgeschosses geht es über ein paar Treppenstufen hinauf zu einer Tagesbar mit Terrasse (32 Plätze), wo es kleine Gerichte wie Flammkuchen und Kaiserschmarrn sowie (alkoholische) Getränke geben soll. Der Zugang zur Tagesbar mit Blick auf den Alten Peter ist auch ebenerdig vom Petersplatz möglich – eine Art „Geheimtipp für die Münchner“, die abseits des hektischen Treibens Entspannung suchen. Der Clou: Vom Marienplatz können Passanten durch den hellen lichtdurchfluteten Verkaufsraum direkt auf den Alten Peter schauen.

Süße neue Welt: So soll es im Erdgeschoss und im Café mal aussehen.

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Im ersten Stock sollen „verschiedene Zonen“ unterschiedliche Zielgruppen ansprechen: Das fast original belassene Biedermeierzimmer wird weiterhin eher die älteren Gäste anziehen, ein neuer gemütlicher Lounge-Bereich soll auch Jüngere zum Verweilen einladen. Wiederkehrende Gestaltungselemente wie rautenförmige Schindeln aus Eichenholz an den Wänden und Decken ziehen sich durch beide Stockwerke und sollen einen regionalen Bezug herstellen. Historische Fotos wie beispielsweise von einem alten Verkaufswagen oder dem Stammhaus an der Fraunhoferstraße um 1900 sollen die lange Unternehmensgeschichte verdeutlichen. Das Lieblingsbild des Chefs, sein Vater als kleiner Bub an der Hand seines Großvaters, soll eine Säule im ersten Stock zieren. „Die wenigsten wissen, dass es uns schon seit 135 Jahren gibt“, sagt der Firmenchef. Und zwar erfolgreicher denn je: Die Geschäfte laufen so gut, dass das Unternehmen auf 3500 Quadratmetern jetzt eine neue Zentrale mit Produktionsstätte auf der Theresienhöhe plant, weil die alte an der Buttermelcherstraße zu klein geworden ist. 2019 soll Baubeginn sein.

Frischer Wind kommt am Marienplatz übrigens auch ins Gastrokonzept: Die Hausspezialität Kaiserschmarrn soll es in sämtlichen herzhaften Varianten geben.

Daniela Schmitt

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