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Schönes teures München: Studentin Lena Lötzer findet die Landeshauptstadt so schön, dass sie am liebsten langfristig bleiben würde.

Immobilienmarkt München

Studenten-Buden werden immer teurer - Tausende auf Wartelisten

Die Entwicklung am freien studentischen Immobilienmarkt zeigt: Auch hier gibt es preislich nur eine Richtung, nämlich steil bergauf.

München - Das belegt eine aktuelle Studie. Rund 700 Euro kosten Münchner Studentenbuden im Schnitt. 2016 waren es noch etwa 600 Euro. Die Neu-Münchnerin Lena Lötzer (23) aus Kassel ist zwar noch nicht verzweifelt. Doch so langsam macht sich die Studentin ihre Gedanken, wie das ab April werden soll, wenn sie ihr zwischengemietetes Zimmer bei einer älteren Dame verlassen muss. „Ich habe seit vergangenem Jahr mehr als 50 Wohnungs-Bewerbungen verschickt und genau zwei Antworten bekommen. Eine davon war meine jetzige Vermieterin“, sagt die Medienmanagement-Studentin.

Bei ihrer monatelangen Suche hat sie schon so einige unverschämte Preise entdeckt. „Das geht teilweise bis zu 1000 Euro hoch, für ein einziges WG-Zimmer oder eine kleine Wohnung, je nach Lage. Das kann ich mir definitiv nicht leisten“, sagt Lötzer. Ihre Budgetobergrenze liegt bei 550 Euro. Am liebsten wäre es ihr, wenn sie ihre derzeitige Bleibe nahe dem Friedensengel nicht verlassen müsste – auch deshalb, weil sie nur wenige Minuten mit dem Fahrrad braucht, bis sie an ihrer derzeitigen Arbeitsstätte ankommt, wo sie als Werkstudentin tätig ist. „Auf den Komfort muss ich bald ziemlich sicher verzichten. Die eigentliche Mieterin kommt definitiv zurück. Außerdem zahle ich hier 450 Euro. Das ist für Münchner Verhältnisse ein absolutes Schnäppchen“, sagt Lötzer.

Rund 700 kostet ein Studenten-Zimmer in der Landeshauptstadt

Die junge Frau ist eine von mutmaßlich tausenden Münchner Studierenden, die fast täglich nach einer bezahlbaren dauerhaften Bleibe suchen. Und laut der aktuellen Studie des Immobilienportals Immowelt wird das künftig nicht einfacher. Demnach kostet ein studententaugliches Zimmer im Münchner Stadtgebiet im Schnitt rund 700 Euro – und das bei einer maximalen Bafög-Wohnpauschalen-Förderung in Höhe von 250 Euro. München belegt auf dieser Statistik seit Jahren den ersten Platz. Am günstigsten wohnen Studenten in Chemnitz. Dort kostet die Studentenbude auf dem freien Markt durchschnittlich 190 Euro.

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„Das ist keine gesunde Entwicklung in München“, sagt Andrea Kick, Leiterin der Studienberatung an der Technischen Universität (TUM). Die Ergebnisse der Erhebung wundern sie nicht allzu sehr. Doch Kick macht sich Sorgen: „Ich befürchte, wir erleben in Zukunft eine noch stärkere soziale Selektion. Das ist nicht gut für die TUM. Schließlich wollen wir die besten Studenten Deutschlands ausbilden. Das sind nicht automatisch die wohlhabendsten, die sich die Mieten leisten können.“

7000 Studierende auf der Warteliste 

Wer sich auf dem freien Markt die Miete nicht leisten kann, bewirbt sich oft beim Studentenwerk. Doch nicht alle bringen die Voraussetzungen mit, um hier ein Anrecht auf die günstigsten Studentenwohnplätze Münchens zu haben. 285 Euro warm kosten sie im Schnitt. Und die Warteliste ist lang: Etwa 7000 Studierende stehen darauf.

Insgesamt verfügt das Studentenwerk München über 10 446 Wohnplätze. Die Verantwortlichen kennen die Wohnungsnot der Studierenden nur allzu gut und versuchen nachzuverdichten, zu sanieren und Ersatzbauten zu schaffen. „Ein Beispiel für die Nachverdichtung ist derzeit Freising. In unserer dortigen Wohnanlage schaffen wir gerade weitere 350 Wohneinheiten für Studierende, indem wir unter anderem eine freie Fläche bebauen“, sagt Julia Wölfle vom Studentenwerk. Die Preisentwicklung auf dem freien Markt ist Wölfle bewusst. Aber dass sich hier der Durchschnittspreis für Wohnplätze innerhalb eines Jahres gleich um 100 Euro gesteigert hat, hat sie dann doch überrascht. Möglicherweise liegt ihr bald die Bewerbung von Lena Lötzer vor.

Hüseyin Ince

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