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Die Brienner Straße soll im Abschnitt zwischen Odeonsplatz und Amiraplatz zur Einbahnstraße werden. Das schlägt das Kreisverwaltungsreferat vor. Auch die Parkplätze würden zugunsten des Radverkehrs wegfallen. Geschäftsleute protestieren gegen die Pläne, der Stadtrat ist noch unentschieden.

Zankapfel Brienner Straße

Das soll Münchens edelste Einbahnstraße werden

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Die Brienner Straße soll im Abschnitt zwischen Odeonsplatz und Amiraplatz zur Einbahnstraße werden. Geschäftsleute protestieren gegen die Pläne, der Stadtrat ist noch unentschieden.

München - Exklusive Geschäfte, Kunsthändler, Restaurants, Cafés mit Freischankflächen – die Brienner Straße ist zwischen Maximilians- und Odeonsplatz ein belebtes und beliebtes Eck. Unterwegs sind hier aber nicht nur viele Passanten und Radfahrer, sondern auch nicht gerade wenige Autos. Die letzte Verkehrszählung des Planungsreferats hat eine Belastung von etwa 12 000 Kfz pro Tag ergeben. Auf der Fahrbahn geht es eng zu, insbesondere für Radfahrer. Nicht selten weichen rücksichtslose Radler auf die Gehwege aus. Ein Missstand, den Geschäftsleute und Gastronomen anprangern.

Nun will die Stadt den Verkehr beruhigen – mit einer Einbahnregelung in Richtung Westen zwischen Odeons- und Amiraplatz. Von der würden Radler profitieren, weil sie aufgrund der 17 wegfallenden Kurzzeitparkplätze mehr Platz hätten. Und letztlich wäre die Neuregelung auch von Vorteil für Fußgänger, weil die Radfahrer nicht mehr gezwungen sind, auf die Gehwege auszuweichen. Außerdem, so das KVR, würde der Parksuchverkehr entfallen. Nach den Plänen der Verwaltung wären beidseitig Fahrrad-Streifen auf der Straße vorgesehen. MVG- und Sightseeing-Busse wären von dem Einbahn-Gebot ausgenommen.

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Das KVR hatte an der Brienner Straße im Zeitraum zwischen 6 und 10 Uhr sowie 15 und 19 Uhr insgesamt 1900 Radfahrer gezählt – also weitaus weniger als die 12 000 Kfz pro Tag. Der Abschnitt ist im Verkehrsentwicklungsplan jedoch als Fahrradhauptroute enthalten und stellt laut KVR eine wichtige Ost-West-Verbindung dar. Die Behörde rechnet damit, dass sich nach der Sanierung des Altstadtringtunnels im Jahr 2023 der Verkehr auf der Brienner Straße um bis zu 50 Prozent reduzieren wird.

Maximiliansplatz von Plänen ausgeschlossen

Eine Einbahnregelung bis zum Maximiliansplatz ist nach Auskunft des Kreisverwaltungsreferats (KVR) nicht möglich. Die Zufahrt zu den Bavaria-Parkgaragen in der Jungfernturmstraße müsse über den Maximiliansplatz gewährleistet bleiben. Zudem sei der breite Straßenquerschnitt zwischen Maximilians- und Amiraplatz für eine Einbahnregelung nicht geeignet. Auch eine Reduzierung Geschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer sei aus Sicherheitsgründen nicht erforderlich, weil die Brienner Straße kein Unfallschwerpunkt sei. Eine reine Fahrradstraße ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens laut KVR ebenso wenig möglich.

Der Stadtrat hätte eigentlich heute über das neue Konzept entscheiden sollen, wird es aber vertagen. CSU und SPD sehen noch Gesprächsbedarf, insbesondere die CSU. „Wir lehnen den Vorschlag nicht komplett ab, aber der Wegfall der 17 Parkplätze schmerzt uns“, sagt Stadtrat Sebastian Schall. Die Grünen halten das KVR-Konzept für eine „perfekte Zwischenlösung“, wie Stadtrat Paul Bickelbacher erklärt. Die jetzige Situation sei „kein Zustand für Radfahrer“. Nach der Sanierung des Altstadtringtunnels könne man auch über eine Fußgängerzone nachdenken.

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Der Verein Brienner Quartier, in dem sich etwa 100 Anlieger zusammengeschlossen haben, sieht die vorgeschlagene Gestaltung der Straße skeptisch. „Wir haben nichts gegen eine Einbahnregelung, aber die Parkplätze brauchen wir“, sagt die Sprecherin der Initiative, Barbara Weber. Der Vorsitzende des Vereins, Eler von Bockelmann, weist in einem Schreiben an die Stadt auf die Wichtigkeit der Parkplätze entlang des Wittelsbacher Platzes hin, „für die dort ansässigen Praxen und Geschäftsleute“. Brigitte Meier vom Schuhhaus Ed Meier an der Brienner Straße, lehnt das Konzept komplett ab. „Man sollte erst einmal abwarten, ob nicht die Sanierung am Altstadtring zu einer Verkehrsberuhigung führt.“ Die Bettenverkäuferin Kalliope Konstantinidou dagegen könnte sich sogar eine Fußgängerzone vorstellen. Julius Perino, der stellvertretende Geschäftsleiter eines Herrenbekleidungsladens, ist sich sicher: „Die Einbahnstraßenregelung wird zu einer Verkehrsberuhigung führen.“

Klaus Vick

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