Unternehmer Yu Van betreibt vier Geschäfte unweit der Baustelle – jetzt bangt er um seine Kunden.

Unternehmer beklagt Touristen-Flaute

„Diese Baustelle ruiniert mich!“

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München ist ein Tourismus-Magnet. Derzeit parken nördlich des Isartorplatzes regelmäßig Reisebusse, die Tagestouristen zu ihrer Tour durch die Innenstadt bringen. Während der Bauarbeiten für die Tiefgarage fallen diese Parkplätze aber weg.

Die Großbaustelle braucht allen zur Verfügung stehenden Platz. Denn während drei Etagen tief in die Erde gebaut wird, läuft direkt daneben der Verkehr an der Oberfläche weiter (siehe unten).

Die Ladeninhaber in der Gegend fürchten nun hohe Einbußen. Denn die Reisegruppen, die am Isartor ankommen, bewegen sich fast ausschließlich im Tal und in den Straßen rund um das Hofbräuhaus. Sie sind eine wichtige Einnahmequelle für die dort ansässigen Händler. Yu Fan ist einer von ihnen. Er ist Geschäftsführer der Firma Germanstyle, die sich darauf spezialisiert hat, Schmuck von europäischen Herstellern an chinesische Touristen zu verkaufen. Er betreibt am Thomas-Wimmer-Ring vier Läden. Der Standort ist für ihn entscheidend, denn die Geschäfte befinden sich direkt an den Busparkplätzen. Mit der Bitte, während der Bauzeit zumindest die Hälfte der Parkplätze zu erhalten, wandte Yu sich nun an die Mitglieder des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel (BA 1). Denn: Der Tourismus sei ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt München und besonders für die Geschäfte im Tal.

Diese Bau- und Staustellen erwarten uns heuer

Doch die BA-Mitglieder sind wenig überzeugt von Yus Argumenten. „Für mehr als zwei befahrbare Spuren gibt es während der Baustellenzeit keinen Millimeter Platz“, sagt Stefan Blum (SPD). Im Gespräch ist eine Alternative, bei der die Busse während der Bauphase an der Frauenstraße, gegenüber des „Globetrotter“, halten sollen. Doch für die BA-Politiker vor Ort ist das keine Option. Von dort aus könnten die Busse nicht wenden und müssten eine Rundtour um den Altstadtring unternehmen. Um vielleicht doch noch eine Lösung für das Problem der Händler zu finden, wollen sich die BA-Mitglieder in der nächsten Sitzung mit der Baufirma Wöhr + Bauer und mit Vertretern des Planungsreferates beraten.

Für die Zeit nach der Baustelle wünscht sich der BA eine grundsätzlich andere Lösung für die Touri-Busse. Wie diese aussehen soll, ist noch offen und hängt von der zukünftigen Oberflächengestaltung des Isartorplatzes ab. Christine Weis-Hiller, Verkehrsplanerin der Stadt, stellte bei einer Info-Veranstaltung für die Anwohner Anfang Februar die bisherigen Pläne vor: Demnach soll es dann gar keine Parkplätze mehr geben für die Reisebusse.

Diese dürften künftig am Isartor nur noch halten, um die Gäste ein- und aussteigen zu lassen. Parken müssten die Busse dann auf dem zentralen Parkplatz an der Hansastraße. 

So läuft der Verkehr

Das Bauunternehmen Wöhr + Bauer hat begonnen, die provisorische Verkehrsführung am Thomas-Wimmer-Ring einzurichten. Die Grafik rechts zeigt, wie der Verkehr während der ersten Bauphase umgeleitet wird. Dies soll von April bis Mitte dieses Jahres gelten. Um den Verkehrsfluss so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wird die Geschwindigkeit auf Tempo 30 reduziert. Anfang April beginnen die eigentlichen Arbeiten an der Baugrube für die Tiefgarage (l.) sowie der Aufbau der Schallschutzwand entlang des Maxforums. Unweit der Kanalstraße wird in Richtung Herrenstraße ein barrierefreier Fußgängerübergang geschaffen. Die Ampel wird von Mitte März an als Ersatz für die während dem Bau fehlende Unterführung eingerichtet.

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