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So teuer wird Wohnen in München! Was sich 2022 für Mieter ändert: Experte erklärt die Details

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Von: Andreas Thieme

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Otto und Karin H. sitzen vor ihren Unterlagen und schauen skeptisch darauf
Ihnen droht eine saftige Mieterhöhung: Otto und Karin H. leben seit 35 Jahren in der Mietwohnung in Schwabing . © Mieterverein/Philipp Gülland

Ein Trostpflaster, aber kein großer Wurf. So lassen sich die Änderungen zusammenfassen, die 2022 für Münchner Mieter anstehen. Was neu ist und was man beachten sollte, erklärt Volker Rastätter vom Mieterverein.    

München - „Gut ist, dass es die Mietpreisbremse weiterhin gibt“, sagt Rastätter. In Bayern läuft sie bis 2025, die Ampel-Koalition will sie bundesweit bis 2029 verlängern. „Die Mietpreisbremse ist besser als nichts. Sie hat aber zu viele Ausnahmen - etwa, wenn schon der Vormieter eine höhere Miete bezahlt hat.“ Weiterer Fehler sei, dass Mieter von sich aus aktiv werden und ihren Vermieter rügen müssen. „Und auch dann gibt es keine Strafe für Vermieter fürs Nicht-Einhalten der Bremse. Es wird lediglich die Miete angepasst.“

Volker Rastätter sagt: „Generell wäre für Münchens Mieter ein komplettes Einfrieren der Mieten am besten. Also ein Mietenstopp über Bundesgesetze.“ Der würde die Mieten bei Wiedervermietungen abdecken und anders als die Mietpreisbremse auch Mieterhöhungen im Bestand verhindern. Auf einen Mietenstopp konnte sich die Ampel-Koalition allerdings nicht einigen. Zumindest soll es ein Absenken der Kappungsgrenze geben. In angespannten Wohnungsmärkten wie München sollen Mieten künftig nur noch um elf Prozent in drei Jahren erhöht werden dürfen bis hin zur ortsüblichen Vergleichsmiete - statt bisher 15 Prozent.

München: Mieten sollen künftig nur maximal um elf Prozent in drei Jahren steigen dürfen

Eine weitere Verbesserung ist Rastätter zufolge, dass der CO2-Preis wohl zwischen Mietern und Vermietern ab Juni aufgeteilt wird. „Bislang bezahlen Mieter die Steuer komplett, obwohl sie keinen Einfluss auf die Art der Heizung haben. Logisch wäre es gewesen, dass Vermieter für diese Steuer aufkommen.“ Aufgrund der steigenden Energiekosten will die Bundesregierung noch in der ersten Jahreshälfte einen Heizkostenzuschuss beim Wohngeld einführen. „Menschen hier unter die Arme zu greifen, ist ein richtiger Schritt. Jedoch leiden auch viele Mieter, die kein Wohngeld bekommen, sehr unter den Energiekosten.“

Dächermeer und Häuser in der Innenstadt von München
Teuerstes Pflaster Deutschlands: In München kostet der Quadratmeter Wohnung schonmal mehr als 30 Euro Miete. © imago/Ralph Peters

Beim Thema Fernsehen haben Mieter künftig mehr Wahlfreiheit: „Seit Ende 2021 ist klar, dass Vermieter Kabelkosten künftig nicht mehr pauschal über die Betriebskosten abrechnen dürfen“, sagt Rastätter. Vermietern sei eine Übergangsfrist bis 1. Juli 2024 eingeräumt. „Mieter können durch die Änderung selbst entscheiden, wie und ob sie Fernsehen wollen. Teurer werden könnte es dadurch für Mieter, deren Vermieter günstige, langjährige Sammelverträge mit den Kabelnetzbetreibern abgeschlossen haben.“

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