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Münchner Hofbräuhaus: Podcast und Lederhose

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Süßes und Salziges, Moderne und Tradition: Bei Brezn-Verkäuferin Mara und im Hofbräuhaus selbst gibt’s beides. Foto: ms

München - Der Begriff „Moderne Tradition" kommt so unglaubwürdig daher wie der schwarze Schimmel oder die sachliche Romanze. Doch es gibt sie wirklich - man kann sie sogar hören: Indem man den Computer hochfährt und bei der Suchmaschine „Hofbräuhaus" eingibt.

Hofbräuhaus-Podcasts hier anhören:

Podcast: Schweinsbraten

Podcast: Einschenken

Podcast: Brezn backen

Was dann läuft, nennt sich „Hofbräuhaus-Podcast“ und hat sogar gerade einen Preis gewonnen: den „European Podcast Award“. Ein Podcast ist ein Audio-Beitrag, der im Prinzip wie Radio klingt, nur dass man ihn überall und jederzeit hören kann.

Auf der Homepage vom Hofbräuhaus steht alle 14 Tage ein neuer Beitrag zum Runterladen bereit. Mal geht es um Maßkrug-Chirurgen, mal um den Kathreintanz, mal um die besonderen Schmankerl der Speisekarte. Das ist so gut gemacht, dass sich der Hofbräuhaus-Podcast gegen 1500 Konkurrenten aus elf europäischen Ländern durchgesetzt und den ersten Platz bei dem Wettbewerb errungen hat.

Warum das Hofbräuhaus überhaupt einen Podcast braucht, erklärt die Sprecherin Sabine Barthelmeß so: „Ursprünglich ging es uns um die Münchner, die mehr über ihr Hofbräuhaus erfahren wollen. Es gibt so tolle Geschichten, die kaum einer kennt.“ Dass es zum Beispiel 3500 registrierte Stammgäste gibt, die nicht nur ihre eigenen Maßkrug-Tresore haben, sondern auch ganz speziell angefertigte Bierdeckel.

Oder auch, warum eigentlich die Brezn im Hofbräuhaus so gut schmecken. Das ist das Thema des aktuellen Podcasts, den Barthelmeß zusammen mit ihrem Team produziert hat.

Das Prinzip ist immer ähnlich: Der Moderator Michael Sporer spielt den Stammgast Michl, der Leute, die auf irgendeine Art mit dem Hofbräuhaus zu tun haben, gescheit ausfragt. Hinterlegt ist das Ganze mit zünftiger Wirtshausatmosphäre, sodass man das Gefühl hat, direkt am Nebentisch zu sitzen.

Dieses Gefühl spricht eine ganz unerwartete Zielgruppe an: die deutschen Auswanderer mit Heimweh. „Wir haben unglaublich viele Hörer aus Kanada, Amerika, Finnland, Schweden oder Belgien - obwohl wir ja rein deutschsprachig sind.“ Etwa 2000-mal wird jeder neue Podcast heruntergeladen. „Und dann wird er ja meistens in der Familie oder im Freundeskreis weitergegeben, sodass wir auf viel mehr Hörer kommen.“

Wer keinen MP3-Player hat oder nicht einmal einen Computer - auch kein Problem. Man kann nämlich auch die Nummer 0931/663 99 15 93 wählen, dann ist die aktuelle Folge am Telefon zu hören. Barthelmeß: „Wir wollen ja nicht unsere Stammgäste ausschließen, die vielleicht technisch nicht so gut ausgerüstet sind.“

Der Podcast läuft jetzt schon seit 2009 in der 44. Folge. „Noch immer ist es so, dass wir die Themen nicht suchen müssen - es gibt einfach so viele. Das Wirtshaus hat ja immerhin eine 400-jährige Tradition“, sagt die Sprecherin. Natürlich wird diese Tradition von den Hofbräuhaus-Wirten gepflegt. Aber das Schöne, findet Barthelmeß, sei gleichzeitig deren Aufgeschlossenheit. „Sie sind überhaupt nicht gegen Innovation. So wie die Technik im Haus auf dem neuesten Stand ist, wollen sie eben auch neue Kommunikationswege wie den Podcast ausprobieren.“

Katharina Fuhrin

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