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Münchner Verkehrsgesellschaft: Stadträte sauer über Kürzungen beim Angebot - OB Reiter kassiert Pläne ein

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Von: Sascha Karowski

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Eine Frau hält an einer U-Bahn-Station ein Ticket in der Hand.
Kürzungen im Angebot der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) soll es nicht geben, wünscht der Stadtrat. © Sven Hoppe

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wollte ihr Angebot im Leistungsprogramm für das nächste Jahr kürzen. Die Rechnung geht aber nicht auf, der Stadtrat und OB Dieter Reiter wollen die Pläne einkassieren.

München - Die geplanten Kürzungen beim Angebot der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sind wohl vom Tisch. OB Dieter Reiter (SPD) sagte beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der S-Bahn: „In meiner Verantwortung wird es keine Leistungskürzungen geben.“ Im Gegenteil, Reiter wünscht sich sogar einen Ausbau und mehr finanzielle Unterstützung von Bund und Freistaat, alleine schließlich werde die Stadt das alles nicht schultern können.

CSU-Chef Manuel Pretzl: „Kürzungen gehen in die ganz falsche Richtung und müssen korrigiert werden“

Zuvor hatten sich bereits die Rathausfraktionen mit ähnlichem Inhalt positioniert. „Die Kürzungen im Leistungsprogramm 2023 gehen in eine ganz falsche Richtung und müssen ganz rückgängig gemacht werden“, sagt CSU-Chef Manuel Pretzl. Insbesondere die Streichung des Taktes 10 bis 10 Uhr abends bei Tram und Metrobus seien kurzsichtig. „Wenn wir mehr Menschen für den ÖPNV und damit für eine nachhaltige Verkehrswende begeistern wollen, müssen wir das bisherige Angebot sogar noch ausweiten und nicht etwa verkleinern.“

Kürzungen widersprächen den Zielen der Verkehrswende und des Energiesparens, sagt Grünen-Fraktionschef Florian Roth. „In dieser Situation die Fahrpläne auszudünnen und Linien ganz einzustellen, wäre ein ernster politischer Irrtum. Auch vor dem Hintergrund des im Sommer geltenden Neun-Euro-Tickets, das hoffentlich viele Menschen dauerhaft zum Umsteigen auf den ÖPNV bewegen wird, wären Taktausdünnungen das völlig falsche Signal.“

Leistungsprogramm MVG - SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl: „Wir wollen die Verkehrswende, keinen Rückschritt“

SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl: „Dem Stadtrat Leistungskürzungen vorzuschlagen, ist eine klare Themaverfehlung. Wir wollen die Verkehrswende, keinen Rückschritt. Und wir werden uns daher dafür einsetzen, die Einnahmen aus erhöhten Parkgebühren in Zukunft für ein gutes Taktangebot bei der MVG zu verwenden.“ Zudem werde man sich darum kümmern, die für das nächste Jahr angekündigten Einsparungen im Juli diesen Jahres entsprechend zu korrigieren.

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