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Der McDonald's am OEZ ist wieder eröffnet. Ein aktuelles Foto vom Sonntagmittag.

Komplett umgebaut

Nach Amoklauf: McDonald's am OEZ wiedereröffnet

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München - Schritt für Schritt kehrt am Olympiaeinkaufszentrum die Normalität zurück. Knapp drei Monate nach dem Amoklauf, bei dem der 18-jährige Ali S. neun Menschen und sich selbst getötet hat, ist die McDonald’s-Filiale wiedereröffnet worden.

Vor dem Olympiaeinkaufszentrum liegen Blumen, Briefe und Plakate neben heruntergebrannten Kerzen. Die Blumen sind inzwischen welk, die Briefe zum Teil vom Regen verschmiert. Immer wieder bleiben Passanten stehen und betrachten die kleinen improvisierten Gedenkstätten. Die Erinnerung an die schreckliche Tat vom 22. Juli hat sich den Menschen eingebrannt. Und dennoch muss der Alltag weitergehen. Nun hat auch die McDonald’s-Filiale gegenüber vom OEZ wieder eröffnet. 

Es riecht nach frischem Holz und Farbe. Ein Bub läuft an der Hand seiner Mutter auf die Filiale zu und ruft: „Er ist offen. Das stimmt also.“ Unter den Menschen in Moosach spricht sich die Wiedereröffnung schnell herum. Gegen elf Uhr sei der Betrieb wieder aufgenommen worden, sagte ein Unternehmenssprecher. Werbung hat McDonald’s dafür nicht gemacht. „Es sollte ein stille Eröffnung sein.“ Das Schnellrestaurant wurde komplett umgebaut und sieht nun anders aus als vor dem Amoklauf. Durch die neue Einrichtung sollen die Menschen nicht direkt an die schrecklichen Geschehnisse erinnert werden.

Ganz vermeiden lässt sich das jedoch nicht. Peter Argyo und seine Frau Antica spazieren an dem Schnellrestaurant vorbei, als sie sehen, dass Tische und Stühle draußen stehen und Betrieb herrscht, schauen sie sich in dem Lokal um. „Es gefällt uns gut. Alles so hell und freundlich“, sagt Peter Argyo. Seine Frau sei vor dem Amoklauf quasi Stammgast in der Filiale gewesen, habe sich dort regelmäßig einen Kaffee geholt. „Wir wollen jetzt wieder öfter herkommen“, sagt er. Und seine Frau fügt an: „Es ist positiv, dass der Eingang nun woanders ist. Das ist uns gleich aufgefallen.“ 

Auf dem Handyvideo eines Zeugen des Amoklaufes ist zu sehen, wie der Schütze aus dem McDonald’s auf den Gehweg trat und dort auf Passanten schoss. Diese Türe ist nun nicht mehr da. Das finden auch Shoaib Khan (28) und Komal Rizwan (27) gut. Die beiden Studenten aus Pakistan leben in der Nähe. Als sie an der Bushaltestelle vor dem McDonald’s ankommen, sehen sie, dass die Türe offen ist und gehen spontan hinein. „Wir hatten gerade noch über die Blumen gesprochen, die hier noch liegen“, sagt Khan und ist sichtlich betroffen. „Es ist ein komisches Gefühl, dass der Laden nun wieder offen ist. Was hier passiert ist, ist so traurig.“ Den beiden ist der veränderte Eingang sofort aufgefallen. „Es ist gut, dass die Türe jetzt an der anderen Seite ist“, sagt Rizwan. Vor dem alten Eingang habe der Schütze ja auch geschossen. 

Medi (50) und Julia (48) Brahimi leben ebenfalls in der Nähe. Julia Brahimi arbeitet im OEZ. „Als der Amoklauf war hatte ich zum Glück frei“, sagt sie. Als sie hörten, dass der McDonald’s wieder geöffnet ist, seien sie neugierig gewesen. „Diese schreckliche Sache hat und alle sehr betroffen gemacht“, sagt Medi Brahimi. Sie kennen Angehörige von drei Jugendlichen, die erschossen worden sind. „Es ist schlimm.“ Dass der McDonald’s nun anders aussieht, findet das Paar gut. 

Für die Mitarbeiter sei der Neustart nicht einfach, sagte der Unternehmenssprecher. Das Personal in der Filiale besteht sowohl aus Mitarbeitern, die vor dem Amoklauf dort gearbeitet haben wie auch aus neuen Mitarbeitern. „Die psychologische Betreuung, die wir für unsere Mitarbeiter sofort nach dem Vorfall organisiert haben, ist im Übrigen zeitlich unbegrenzt und leistet individuell psychologische Unterstützung, solange Bedarf besteht.“

Bilder: Amoklauf am Münchner OEZ

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