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Bummeln in der Wintersonne: Tagsüber wirkt das Tal recht friedlich. Doch nachts werden viele Anwohner nicht so recht glücklich.

Thema im Bezirksauschuss

Obdachlose und Partyvolk: Anwohner im Tal sind sauer

München - Feiernde machen Lärm, Obdachlose schlafen in Hauseingängen, viele Gassen sind dreckig - die Anwohner im Tal sind verärgert.

Einige Anwohner im Tal sind verärgert. Schlafende Obdachlose, betrunkene Feiernde und allerhand Dreck stören nach ihrem Empfinden das Straßenbild. Das wurde auf der Dezember-Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Altstadt-Lehel deutlich.

Obdachlose, die in diesen kalten Monaten oftmals vor den Hauseingängen im Tal übernachten, lösen bei den Bürgern Unwohlsein aus. BA-Mitglied Stefan Blum (CSU) berichtet, ein Anwohner habe sich bei ihm beklagt: Wenn er abends nach Hause komme, lägen regelmäßig schlafende Obdachlose vor seiner Tür. Er müsse dann mit seinen kleinen Kindern über die Schlafenden hinwegsteigen oder diese wecken – was auch zu Auseinandersetzungen führe.

Gibt es eine Lösung für die Obdachlosen?

Das Problem sei bekannt, sagt Christian Weis, Leiter der Polizeiinspektion in der Altstadt. Auch im Durchgang des Alten Rathauses lägen regelmäßig obdachlose Menschen. Die Hauseingänge seien jedoch kein öffentlicher Grund, sondern Privatgrund, erklärt er. Daher könne die Polizei die Obdachlosen nicht zum Weggehen auffordern, solange sich der Eigentümer nicht beschwere.

Mit der Stadtsparkasse beispielsweise habe die Polizei aber eine Vereinbarung, so Weis, dass sie tätig werden und die vor der Sparkasse Schlafenden wegschicken kann. Es werde außerdem Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt. Diese Übereinkunft sei prinzipiell auch für andere Hausbesitzer im Tal möglich. Aber: „Wohin sollen sie gehen? Irgendwo werden sie übernachten müssen“, sagt Weis. Die Obdachlosen hätten eben keinen warmen Platz zum Schlafen. „Uns wäre auch recht, wenn sie geordnet unterkämen.“

Doch die Angebote des städtischen Kälteschutzes, der Schlafplätze und Beratung anbietet, seien bei den meisten Obdachlosen zwar bekannt, aber nicht besonders beliebt, sagte Weis. Der Bezirksausschuss will sich jetzt dennoch an das Sozialreferat wenden, damit der Kälteschutz verstärkt im Tal aktiv wird.

Seitenstraße wird zur „Pinkelgasse“

Eine Anwohnerin der Küchelbäckergasse zwischen Tal und Westenriederstraße beschwerte sich über den Dreck in der „Pinkelgasse“, wie sie schon früher genannt wurde. Die Obdachlosen, die im Tal übernachten, verrichteten nachts ihre Notdurft in der Gasse.

Zudem reinige der Bioladen Basic, dessen Lieferanteneingang an der Gasse liege, diese nicht. Besonders im Bereich der Müllcontainer des Ladens sei es „wahnsinnig schmutzig“, klagte die Anwohnerin. „Da regnet es nicht hin, und da ist noch nie saubergemacht worden.“ Der BA will sich sowohl an das Abfallwirtschaftsamt der Stadt wenden, als auch an den Betreiber des Ladens.

Feiernde machen Lärm

Auch das Lokal Sausalitos ist Grund zur Aufregung bei den Anwohnern. Die Cocktail-Bar ist extrem gut besucht. Zudem gibt es eine Freischankfläche und eine Theke mit Straßenverkauf, so dass sich die Feiernden auch auf dem Gehsteig vor der Bar aufhalten – nicht immer leise.

Der BA will den Betreibern der Bar nun vorschlagen, dass diese nach dem Vorbild der Müllerstraße Türsteher und „Silencer“ einsetzt, die dort auch für die Ruhe vor den Lokalen zuständig sind. Ein Beitrag dazu, dass im Tal Ruhe einkehrt. 

Judith Issig

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