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In desolatem Zustand: die Paul-Heyse-Unterführung. 

Schandfleck für künftigen Neubau des Hauptbahnhofes

Schönheitskur für Paul-Heyse-Unterführung gefordert

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München - Eine Zumutung für Passanten: Die Paul-Heyse-Unterführung benötigt eine rasche Sanierung. Das fordert zumindest die Münchner SPD-Stadtratsfraktion.

Zerbröckelnde Fliesen, Taubendreck, schummriges Licht – die Paul-Heyse-Unterführung in München gibt ein trauriges Bild ab. Das Eisenbahnbauwerk ist in einem desolaten Zustand. Passanten fühlen sich in dem Tunnel höchst unwohl, gerade für Radler ist er aber eine wichtige, oft nicht vermeidbare Nord-Süd-Verbindung.

Seit Jahren fordert die Politik Besserung. Passiert ist aber wenig. Das sagt die CSU. Die Bahn müsse in die Gänge kommen. Mit einem Antrag will die Fraktion Druck aufbauen. OB Dieter Reiter soll sich einschalten und Gespräche mit der Bahn aufnehmen!

Schon vor drei Jahren war das Tunnel-Thema schon einmal auf dem Tapet. „Passiert ist in beiden Fällen leider nichts“, schreibt Stadtrat Richard Quaas (CSU) in seinem Antrag. Die 1908 fertiggestellte Unterführung sei nie richtig saniert worden. Die niedrige Deckenhöhe und der Zustand der Konstruktion machten aus dem Bauwerk eine Angst-Röhre! Außerdem fehlt die Belüftung, und die vielen Tauben tun ihr Übriges. „In Bayern sagt man schlicht zu so etwas: Sauerei!“, sagt Quaas. Er nimmt an, dass außer der Fahrbahnsanierung nichts Wesentliches an dem Bauwerk passiert ist – die Stadt hatte damals die Tramgleise entfernt. „Zumindest nach dem Zweiten Weltkrieg“ herrsche Stillstand, so der CSU-Stadtrat.

Quaas fragt sogar nach, ob die Stadt eventuell die Möglichkeit sehe, die Bahn zu einer Kooperation zu bewegen. OB Dieter Reiter soll bei nächster Gelegenheit mit Bahnchef Grube über dieses Thema sprechen.

Selten waren sich SPD und CSU in den vergangenen Wochen einig

Und auch die SPD stellt einen Antrag zum Thema: Die Stadtverwaltung soll das Gespräch mit der Deutschen Bahn als Eigentümerin der Unterführung suchen und auf eine grundlegende Sanierung hinwirken. Das Ziel: das Bahn-Unternehmen dazu zu bringen, den 210 Meter langen Tunnel aus dem Jahr 1908 umfassend zu modernisieren und attraktiver zu gestalten. Zusätzlich wird das Baureferat aufgefordert, den Reinigungsturnus zu verbessern.

„Für alle, die zu Fuß oder mit dem Radl unterwegs sind, ist der Tunnel eine Zumutung. Es ist höchste Zeit, dass die Bahn handelt", betont Hans Dieter Kaplan, SPD-Stadtrat und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Es könne nicht sein, dass die  Münchner extra Umwege in Kauf nehmen, um dort nicht hindurch zu müssen. Die Münchner SPD-Stadtratsfraktion sieht die Schönheitskur als dringend nötig an, vor allem im Hinblick auf den geplanten Neubau des Hauptbahnhofs. "Dass die Menschen in Zukunft gleich neben einem schicken, hellen und modernen Hauptbahnhof durch einen so schmuddeligen Tunnel geschickt werden, ist für uns nicht vorstellbar", sagt Kaplan. 

kar/kf

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