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Das Carillon, das im Olympiapark stand.

Posse geht weiter

Streit um Carillon im Olympiapark: Ein letzter Versuch

München - Der Bezirksausschuss Milbertshofen-Am Hart will beim Streit um die Wiederaufstellung des Carillons im Olympiapark nun doch den Vorschlag des Amts für Denkmalschutz annehmen – aber nicht weil die Lokalpolitiker ihre Meinung geändert hätten.

Wie mehrfach berichtet, hatte sich der Bezirksausschuss (BA) vergeblich darum bemüht, dass das 2007 abgebaute Carillon am Coubertinplatz wieder aufgestellt wird – allerdings einige Meter vom Originalstandort entfernt. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) lehnt das ab und stimmte in einem Antwortschreiben an den BA dem Amt für Denkmalschutz zu: „Andere Denkmalwerte des Ensembles des Olympiastadions“ würden beim Standortvorschlag der Lokalpolitiker „nachhaltig berührt“. Das lief darauf hinaus, dass das Glockenspiel gar nicht wieder installiert würde.

Vor diese Wahl gestellt, springt der BA nun über seinen Schatten: Lieber solle das Glockenspiel am ihrer Meinung nach falschen Standort stehen, als im Lager liegenzubleiben, sagte SPD-Fraktionssprecherin Susanne Schneider-Geyer. „Dann können wir es mit dem Einverständnis des Amts für Denkmalschutz später immer noch verschieben.“ Leo Meyer-Giesow (Freie Wähler/ÖDP) fügte hinzu: „Hauptsache, das Ding steht wieder im Olympiapark.“

Die Lokalpolitiker monieren am Originalstandort von 1972, dass der Betrieb des Glockenspiels künftig unmöglich wäre, da sich dort inzwischen ein Biergarten befindet. Das Glockengeläut ist aus nächster Nähe schlichtweg zu laut. CSU und FDP sind deshalb auch gegen den neuerlichen Antrag: „Ohne Betrieb brauchen wir es nicht wieder aufstellen“, sagt CSU-Fraktionssprecher Erich Tomsche. Dazu kommt, dass man nicht bereit sei, bei den „Machtspielchen“ des Amts für Denkmalschutz mitzumachen, so Claus Wunderlich (FDP).

Das Denkmalschutzamt hält die Lautstärke-Messungen für unglaubwürdig, ohne zu einem einzigen der drei Ortstermine erschienen zu sein. Trotz der Bedenken stimmte der BA dem Antrag mit knapper Mehrheit zu. Nun liegt die Entscheidung, ob das Carillon doch wieder auf dem Coubertinplatz aufgebaut wird, ein letztes Mal bei der Stadt.

Caspar von Au

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