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Der Angeklagte Viktor N. soll betrogen haben. Er prahlte wohl mit seinen Beziehungen zur rumänischen Politik

Schweigende Angeklagte

Prozess um Millionen-Betrug mit dem Diktatoren-Gold

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München - Ein Mann behauptet, an den verlorenen Schatz des ehemaligen rumänischen Diktators ranzukommen. Gegen ein kleines Darlehen. Ein Lehrstück über Gier.

Nicolae Ceausescu, mehr als 20 Jahre lang rumänischer Staatschef, gilt als einer der brutalsten Diktatoren der jüngeren Geschichte. Auch seine Raffgier ist legendär – in seinem riesigen Palast ließ er ein Badezimmer vergolden. 1989 starben Nicolae Ceausescu und Gattin Elena im Kugelhagel eines Erschießungskommandos. Was aber passierte mit den Millionen, die der Diktator seinem bitterarmen Volk abgepresst hatte? Das ist der Hintergrund des Prozesses, der gestern vor dem Landgericht verhandelt wurde.

Im Raum steht ein Betrug in Millionenhöhe. Angeklagt ist Viktor N. (36, alle Namen geändert), ein in Rumänien geborener, heute aber staatenloser Autohändler mit Wohnsitz in München. Er soll dem 62-jährigen Stefan P. 2011 vorgegaukelt haben, durch exzellente Beziehungen zu der rumänischen Justiz und Politik an eingefrorene Golddepots des Diktators bei der rumänischen Staatsbank heranzukommen. Alles, was er brauche, sei ein wenig Bargeld, um die Goldbarren auszulösen.

Nun ist das Schweigen groß

Laut Anklage gewährte P. seinem Partner mehrere Darlehen – N. hatte ihm eine Gewinnbeteiligung von 15 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Den Ermittlern zufolge floss das Geld überwiegend in bar, von 2011 bis September 2014 über 2,2 Millionen Euro!

Am Prozesstag begegnen sich dann aber zwei schweigende Männer. Viktor N., weißes Hemd, Sakko, Lederschuhe mit Silberschnalle, lässt seinen Anwalt erklären, dass er keinerlei Angaben machen werde. Der angebliche Geschädigte Stefan P., grauer Anzug, graues Haar, randlose Brille, schweigt ebenfalls, auch zur Frage, woher der Apotheker das viele Geld hat, das er als Darlehen gewährte.

Die Richterin hatte den 62-Jährigen zuvor belehrt, er müsse als Zeuge keine Angaben machen, wenn er sich dadurch selbst einer Strafverfolgung aussetzen könnte. Laut Anklage schloss der Zeuge bis 2014 mit dem Rumänen gut 30 Darlehensverträge über fünf- bis sechsstellige Beträge. Als die jeweiligen Fristen ohne Rückzahlung der Kredite verstrichen und keine Gewinne flossen, erstattete der 62-Jährige Strafanzeige. N.s Verteidigern zufolge wurde der Strafantrag jedoch bereits zurückgenommen. Fortsetzung am Donnerstag.

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