„Göttlichkeit steckt in jedem“

Video: Raeid, der muslimische Weihnachtsbote aus der Hofstatt

München - Ein 44 Jahre alter Moslem beschenkt derzeit in der Hofstatt die Münchner. Hier erfahren Sie, was hinter der Aktion steckt.

Der ungewöhnlichste Weihnachtsbote der Stadt ist derzeit wohl in der Hofstatt unterwegs. Der Palästinenser Raeid Meri hat seinen Job als Führungskräfte-Coach für die Weihnachtszeit an den Nagel gehängt, um in München ein Zeichen der Toleranz und Zusammengehörigkeit zu setzen. „Ich bin Moslem und möchte zeigen, dass der Islam eine Religion der Liebe ist, so wie auch das Christentum“, erzählt der 44-Jährige. „Göttlichkeit steckt in jedem.“

Dunkler statt weißer Bart: Hofstatt-Nikolaus Raeid Meri zeigt sein wahres Gesicht.

Jeden Tag ist Raeid Meri von zehn bis 19 Uhr im Einkaufsquartier an der Sendlinger Straße unterwegs, verteilt kleine Schoko-Nikoläuse. Die haben ein schwarzes Gesicht. „Viele Kinder fragen, warum der Nikolaus dunkel ist“, so der früherer Telekom-Manager aus Köln. Seine Antwort ist einfach. Er zeigt sein wahres Gesicht und erzählt die wahre Geschichte des Heiligen Nikolaus, der im vierten Jahrhundert als Bischof von Myra wirkte.

Jeden Tag erlebt Raeid Meri besondere Momente: „Die Kinder faszinieren mich. Sie lassen sich ganz natürlich auf den dunklen Nikolaus ein und nehmen mich einfach als einen guten Menschen wahr.“

Sein Programm als Nikolaus will der studierte Erlebnispädagoge in den nächsten Tagen noch ausweiten. „Ich werde jonglieren und Riesen-Seifenblasen in den Münchner Weihnachtshimmel zaubern.“ Und dann wird er am Heiligen Abend zurück nach Köln fahren, und sich als Palästinenser, als Moslem, als Mensch über die wunderbaren Erfahrungen als Nikolaus aus dem katholischen München freuen.

Rubriklistenbild: © Westermann

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