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Rathaus München: IT-Referent Thomas Bönig geht nach Stuttgart - Auch OB Dieter Reiter „überrascht“

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Von: Sascha Karowski

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IT-Referent Thomas Bönig (li.) war erst 2018 gewählt worden, nun verlässt er München schon wieder.
IT-Referent Thomas Bönig (li.) war erst 2018 gewählt worden, nun verlässt er München schon wieder. © Schlaf

Das Personalkarussell in München nimmt überraschend Fahrt auf: Am Donnerstag wurde bekannt, dass IT-Referent Thomas Bönig die Stadt verlassen wird. Er war erst 2018 gewählt worden.

München - IT-Referent Thomas Bönig wird nach nur vier Jahren im Amt die Segel streichen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, ist der 60-Jährige bereits zum Leiter des neu gegründeten Amtes für Digitalisierung, Organisation und IT gewählt worden. Rund 400 Stellen zählt das neue Referat.

Thomas Bönig ist erst seit 2018 IT-Referent in München - jetzt geht er schon

Bönig war erst 2017 als neuer IT-Referent der Landeshauptstadt München gewählt worden, im März 2018 trat er seinen Dienst an. Auch an der Isar gab es bis dato kein IT-Referat. Warum der 60-Jährige nun bereits wechselt, dazu gab es am Donnerstagabend keine Antworten – allenfalls Spekulationen.

Bönig stammt aus  der Nähe von Karlsruhe. Er ist Informatiker, arbeitete als Berater bei Versicherungen und Banken und acht Jahre als Abteilungsleiter IT bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder.

IT in München: Bönig sollte Datenverarbeitung in einem Haus bündeln

In München war Bönig angetreten, um die kleinen und größeren Probleme der Datenverarbeitung in den Griff zu bekommen. Als Beispiel: Die meisten städtischen Referate hatten bis zu diesem Zeitpunkt eine hauseigene IT. Bönig sollte diese in einem Referat mit 1100 Stellen bündeln.

Es gab aber auch Unzufriedenheiten. Bönig war nicht unumstritten, Stichworte: Open Source, Windows-Umstellung. Die Grünen haben für das IT-Referat das Vorschlagsrecht, sie hätten Bönig 2024 erneut vorschlagen können oder auch nicht. Ob zu dieser Frage schon Gespräche geführt worden, ließ sich am Donnerstagabend nicht mehr klären. Es soll aber dem Vernehmen nach bereits negative Signale gegeben haben.

Grünen-Chef Florian Roth bedankte sich am Donnerstagabend auf Twitter für die Impulse, die Bönig der Digitalisierung Münchens gegeben hast. „Mit der neuen Aufgabe in seiner schwäbischen Heimat wird er seine Erfahrungen aus der Münchner Zeit nutzen können. Bedauerlich für München, gut für Stuttgart.“

OB Dieter Reiter sagte am Freitag auf Anfrage: „Von der Mitteilung, dass Herr Bönig uns bald verlässt, bin ich selbst überrascht worden. Natürlich respektiere ich seine Entscheidung und kann nachvollziehen, dass es Ihn wieder in seine Heimat zieht.“ Die Stadt aber verlieren mit Thomas Bönig einen engagierten IT-Experten, der sich besonders für die Digitalisierung der Verwaltung eingesetzt hat. „Auch wenn wir die konkreten Modalitäten erst noch klären müssen, wünsche ihm schon jetzt alles erdenklich Gute für seine neue Aufgabe. Für uns heißt das natürlich, dass wir möglichst schnell einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin finden müssen.“

Die Grünen müssen nun diese Personalie früher klären als gedacht. Das neue Amt in Stuttgart soll zum 1. April seinen Dienst aufnehmen, ob der neue Leiter auch so früh anfängt, ist noch zu klären.

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