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Die Einkaufspassage Hofstatt in der Sendlinger Straße ist der Stein des Anstoßes für den klagenden Wirt.

 Entschädigung gefordert

Einbußen durch Hofstatt: Restaurant-Besitzer klagt auf 810.000 Euro

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München - Wegen der langen Bauzeit der Hofstatt zieht ein Wirt vor Gericht. Der Mann fordert mehrere Hunderttausend Euro als Entschädigung für entgangene Einnahmen.

Als eine von Münchens schönsten Einkaufsmeilen gebaut wurde, sah Torsten Blüher (54) einer schweren Zeit entgegen. Baulärm, Dreck und ausbleibende Kunden: All seine Ängste erfüllten sich, während die Hofstatt in der Sendlinger Straße Gestalt annahm. Und letztlich führte die Mega-Baustelle den Restaurant-Chef an den Rand seiner Existenz. 

Das Restaurant Prinz Myshkin an der Hackenstraße.

"Die Hofstatt hat mich fast ruiniert", sagte er am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht. Dort wird nun seine Berufungsklage verhandelt, die sich mindestens bis Anfang Juni ziehen wird. Blüher, der das beliebte vegetarische Restaurant Prinz Myshkin in der Hackenstraße betreibt, fordert 810.000 Euro von der Vermietungs- und Verwaltungsgesellschaft. Das Geld soll die ihm entstandenen Schäden während der Bauphase ausgleichen. Konkret geht es um einen nachbarschaftsrechtlichen Ausgleichsanspruch für die Jahre 2010 bis 2012. "Durch den Bau hatten wir geringere Umsätze", sagte Blüher. Wegen der starken Staubbelastung seien viele Stammgäste ferngeblieben, zudem beklagt er hohe Reinigungskosten und eine nicht gewährte Mietminderung. "Nur durch Zusatzschichten konnte unser Mandant die Einbußen wettmachen. Er ist darüber gealtert und hat in dieser Zeit, wie auch die Mitarbeiter, sehr gelitten", sagt Anwalt Axel Zimmermann.

Verteidigung: Restaurant profitiert von Hofstatt

Insgesamt sei die Baustellen-Situation für das Restaurant "abschreckend" gewesen. Die Verteidiger Marcel Guenoub und Arnt Glienke bestreiten das. Sie halten die Beeinträchtigungen für zumutbar - und sprechen von einem späteren Umsatzgewinn durch die Hofstatt, der alle Minderungen ausgeglichen hätte. Allein in den ersten zwei Jahren gingen dort rund zehn Millionen Besucher einkaufen. Und davon profitierten oft auch die Nachbarn.

In erster Instanz erhielt Torsten Blüher Recht: Im März 2015 sprach ihm das Landgericht 60.000 Euro zu - allerdings nur für die Reinigungskosten. Um die verlorenen Einnahmen kämpft der Gastronom noch. "Da haben wir ein großes Schlachtfeld, das teuer werden kann", sagte Richter Wolfgang Wagner am Mittwoch. Er schätzte eine Ausgleichszahlung als schwierig ein. Möglicherweise wird der Prozess nun durch einen gerichtlichen Vergleich beendet. Am 8. Juni will Blüher darüber mit den Hofstatt-Anwälten verhandeln.

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