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Ihnen stinkt’s: Paul Riedl, Roswitha Hörmann und Anton Hörmann (v. li.) haben die Petition eingereicht.

Petition gegen Lärm und Rauchschwaden

Isar-Irrsinn: Diese Drei wollen den Grillern an den Kragen

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Seit Jahren gibt es Widerstand von Anwohnern gegen die Partygriller an der Isar: Mit einer Landtagspetition und Klagen vor Gericht wollen sie Lärm und Rauchschwaden eindämmen. 

München - Seit vielen Jahren kämpfen Anwohner der Grillzone rund um den Flaucher für eine ruhige und saubere Isar. Zwei von ihnen haben eine Petition im Bayerischen Landtag eingereicht. Sie wollen die Grillzone verkleinern. Am Mittwoch ist Ortstermin mit Vertretern des Landtags und der Stadt. Auch andere gehen nun auf die Barrikaden: Anwohner Udo D. (49) will die Stadt verklagen.

„Wir freuen uns, dass endlich etwas geschieht“, sagt die Petitions-Initiatorin Roswitha Hörmann (72). Seit 40 Jahren wohnt die Seniorin mit ihrem Mann in einer Zweizimmerwohnung mit Dachterrasse an der Schäftlarnstraße. Schon lange setzt sie sich bei der Stadt für die Rechte der Anwohner ein – verstärkter, seit sie gesundheitliche Probleme hat: „Ich habe chronisches Asthma wegen des ganzes Rauches, der ständig zu uns rüberweht“, sagt die Sendlingerin. „Wir können abends nicht mehr auf die Terrasse gehen und nachts nicht das Fenster öffnen – bei teils 30 Grad im Schlafzimmer, das kann doch nicht sein!“ Sie hofft, dass sie mit der Petition nun beim Freistaat Gehör finden, „wenn die Stadt schon nichts tut …“ Allerdings führt auch die Petition nicht an der Stadt vorbei: Selbst wenn der Landtag Maßnahmen empfehlen würde, muss die Stadt dem Rat nicht folgen.

Mit Roswitha Hörmann kämpft Paul Riedl (57) von der anderen Isarseite. „In den Auen vor meiner Haustür trifft sich die Party-Drogenszene. Außerdem stinkt es überall nach Fäkalien – da ist Hundekot nichts dagegen!“, grollt er.

In den rot markierten, gelb umrandeten Bereichen zwischen Brudermühlbrücke (links oben) und südlicher Stadtgrenze (rechts unten) ist das Grillen erlaubt.

Unterstützung bekommen die beiden Initiatoren heute beim Ortstermin von weiteren Anwohnern. Einige wünschen sich eine Verkleinerung der Grillzone, andere eine zeitliche Begrenzung bis 22 Uhr, wieder andere wollen eine Beschränkung auf Gasgrills oder fest installierte Grillinseln. Letzteres favorisiert Industriekaufmann Udo D. (49). Der Sendlinger sorgt sich vor allem um Tiere und Pflanzen, die durch den Rauch Schaden nehmen. „Immer mehr Schwäne werden vertrieben. Zu mir auf den Balkon kommen keine Eichhörnchen mehr. Sogar meine Kaninchen gehen nicht mehr raus, weil es ihnen zu sehr stinkt.“ D. ist so sauer, dass er erwägt, die Stadt zu verklagen. „Der Rauch und der Lärm verstoßen gegen das Emissionsgesetz!“

Die Stadtverwaltung will sich im Vorfeld des Ortstermins nicht öffentlich zum Thema äußern. Sie verweist auf die Maßnahmen, die sie bereits zum friedlichen Miteinander an der Isar trifft und ständig aktualisiert. Im Grillbereich zwischen der Brudermühl- und der Großhesseloher Brücke sind zu den städtischen Naturschutzwächtern (Kontrollen bis 21 Uhr) regelmäßig vier Sicherheitskräfte eines externes Wachdienstes bis um 1 Uhr nachts Einsatz, um die Partys in Schach zu halten. Bei Bedarf können dort bis zu zwölf Kräfte einschreiten.

Auch für die Sauberkeit wird einiges getan: Insgesamt stehen zwischen Marienklause und Kabelsteg 25 mobile Toiletten sowie seit Februar dieses Jahres zwei fest installierte selbstreinigende Anlagen. Die Isarufer werden auf einer Länge von acht Kilometern gereinigt, bei schönem Wetter täglich ab 6 Uhr.

Das sind die Grill-Regeln an der Isar

An der südlichen Isar ist das Grillen zwischen der Brudermühl- und der Großhesseloher Brücke erlaubt. Die Grillzonen sind auf der Karte links in Rot mit gelbem Rand markiert. Dort sind laut dem ­städtischen Baureferat zusätzlich zu den ­städtischen Naturschutzwächtern (Kontrollen bis 21 Uhr) regelmäßig noch vier Sicherheitskräfte eines externen Wachdienstes bis um ein Uhr nachts im Einsatz. Bei Bedarf erhöht sich die Personalstärke auf bis zu zwölf Mann. Sie achten darauf, dass die Partys nicht eskalieren. Thema Sauberkeit: Insgesamt stehen zwischen Marienklause und Kabelsteg 25 mobile Toiletten sowie seit Februar zwei fest installierte selbstreinigende Anlagen. Die Isarufer werden auf einer Länge von acht Kilometern gereinigt.

Video: Auch schon im Sommer 2016 gab es Kampagnen für eine saubere Isar

Video: SnackTV

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