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Jürgen "Juki" Grap (links) und Florian Gleibs betreiben das neue Restaurant "Meschugge" neben dem Volkstheater.

Neues Restaurant neben dem Volkstheater

Für Gäste voll Adrenalin: Das "Meschugge" eröffnet

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München - Nach der Vorstellung noch auf ein Glas Wein: Neben dem Volkstheater eröffnet "Schmock"-Wirt Florian Gleibs am Freitag das Lokal „Meschugge“.

Die Schauspieler verneigen sich, der Vorhang fällt. „War’s eine Jahrhundertaufführung oder ein rechter Scheißdreck?“, würde der Monaco Franze in seiner unnachahmlichen Art fragen. Ob Oper, Kino oder Theater – das Gesehene bedarf oft einer Nachbesprechung. Und die können Besucher des Münchner Volkstheaters künftig im „Meschugge“ zelebrieren. Das Restaurant mit Bar und Wirtsgarten eröffnet am Freitag gleich nebenan in der ehemaligen „Volksküche“.

Eine „Top-Location“ seien die Räumlichkeiten an der Brienner Straße 50, schwärmt Gastronom Florian Gleibs. Man dürfe den Garten bis 1 Uhr nachts öffnen, und die Lage „spült tolle Leute vom Theater an“. Gleibs sagt: „Hier kommen die verspulten Schauspieler nach der Vorstellung rein und sind noch voller Adrenalin.“ Verspult, verrückt, meschugge halt – der Name für das Lokal war schnell gefunden. Und passt auch gut als Pendant zum bekannten israelischen Restaurant „Schmock“, das der 44-jährige Gleibs mit jüdischem Humor (Motto: „Deutsche, trinkt bei Juden!“) in der Maxvorstadt betreibt.

Wie beim Schmock ist auch im Meschugge Gleibs’ guter Freund Jürgen Grap sein Geschäftspartner. Und ähnlich wie im Schmock soll es im neuen Lokal israelische, arabische und internationale Küche geben. „Nicht zu fein, sondern etwas rustikaler für die Theaterleute“, sagt Gleibs. Schmorgerichte aus der Tajine, einem gebrannten Lehmgefäß, etwa. „Daraus kann dann jeder essen.“

Die Einrichtung hingegen mutet gar nicht rustikal an: Modern und warm wollten die beiden Männer es haben. Die Wände sind in einem Mocca-Ton gestrichen, auf Bänken liegen senfgelbe Kissen, angesagte Lampen aus Messing rücken alles ins rechte Licht.

Bei aller Freude über das neue Lokal auf der einen Seite, trauern die alten Betreiber ihrer „Volksküche“ hinterher – denn freiwillig haben sie nicht aufgehört. Auf der Internetseite heißt es verschlüsselt: „Schwer zu erläuternde Umstände zwingen uns, das Volkstheater fluchtartig zu verlassen.“ Dazu ein selbstgezeichneter Comic, in dem ein „König Christian“, Volkstheater-Intendant Christian Stückl, eine Rolle spielt. Was war passiert?

„Das ist blöd gelaufen“, erklärt Maik Engel, ehemaliger Geschäftsführer der Volksküche. Das Volkstheater sei Pächter des Gebäudes, man selbst sei Unterpächter gewesen. Die Außenfläche sei jahrelang in vollem Umfang bewirtet worden, obwohl offiziell nur 80 Quadratmeter genehmigt waren. Die Volksküchen-Betreiber, darunter auch Florian Schönhofer vom Café Kosmos sowie Jan Oltznauer und Filip Cerny vom „Bavarese“, hätten Unterlassungs-Schreiben von der Stadt bekommen. Intendant Stückl habe ihnen daraufhin geraten, einfach weiterzumachen wie bisher, sagen sie. Doch als die Stadt mit einer Klage drohte und damit der Gewerbeschein von Wirt Schönhofer auf dem Spiel stand, wurde die Sache zu heiß. Er war gezwungen, zu schließen.

Beim Volkstheater sieht man die Geschichte ein bisserl anders. Verwaltungsdirektor Sebastian Feldhofer betont, die Genehmigung für die gesamte Freischankfläche habe seit April 2015 vorgelegen. Er sagt: „Wir haben alles versucht, um die Sache zu regeln.“ Wenn es Probleme mit der Stadt gegeben habe, dann, weil Gäste oft auch außerhalb der genehmigten Fläche gesessen hätten. Er verstehe nicht, „warum die jetzt nachtreten“. Feldhofer will einen Schlussstrich ziehen – und hofft nun auf einen gelungenen Neuanfang mit dem Meschugge.

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