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200 Eschen müssen für das Mega-Projekt gefällt werden

„Schwabinger Tor“: 200 Bäume müssen weichen

München - Mit rasselnden Kettensägen haben die Arbeiten für das neue Stadtquartier „Schwabinger Tor“ begonnen. 200 Eschen müssen für das Mega-Projekt gefällt werden. Bevor die Abrissbagger anrücken können, fehlt aber noch ein weiterer Arbeitsschritt.

Die Vögel sind ausgeflogen, die Nistplätze verlassen. Rechtzeitig bevor die Piepmätze die Bäume entlang der Leopoldstraße, der Johann-Fichte-Straße und westlich der Berliner Straße wieder in Beschlag nehmen können, schritten Bauarbeiter in orangenen Anzügen zur Tat. Um einen Zugang zu der künftigen Baustelle frei zu machen, müssen rund 200 Eschen weichen. Deswegen griffen die Arbeiter gestern zur Säge.

Die Baustelle befindet sich auf dem Areal des alten „Metro“-Großmarkts und des „Holiday Inn“. Beide Gebäude werden dem Erdboden gleichgemacht, um Platz zu schaffen für eine Art Schwabinger Boulevard, den die Münchner Immobilienfirma Jost Hurler bauen will (wir berichteten). Die Fällarbeiten waren dafür der erste Arbeitsschritt.

Ein neues Luxushotel mit einer ungewöhnlichen Gebäude-Ecke entsteht an der Leopoldstraße. Der Entwurf stammt von dem renommierten Architekturbüro Schmidt Hammer.

Als Ausgleich für die Eschen sollen später neue Bäume gepflanzt werden. An der Leopoldstraße werden sie durch die für Schwabing typischen Pappeln ersetzt, teilt Stefanie Schusser, die Sprecherin der Immobilienfirma, mit. Die Bäume bekämen zudem mehr Platz für ihre Wurzeln: Der Graben werde von einem auf drei Meter erweitert. So könnten sich die Pappeln künftig besser entwickeln als die Eschen, von denen viele bereits stark geschädigt seien.
Im nächsten Arbeitsschritt werden die Gebäude entkernt und auf Schadstoffe geprüft. Wie viel Zeit das kostet, liegt unter anderem daran, was man in den alten Komplexen findet. Erst anschließend kann die Abriss-Mannschaft anrücken – eine Sprengung ist nicht geplant. Irgendwann in den nächsten Monaten soll es dann soweit sein. „Sehr wahrscheinlich wird zunächst das Holiday Inn und dann die Metro abgerissen, aber ganz genau steht die Reihenfolge noch nicht fest“, sagt Schusser.

Läuft alles nach Plan, beginnt der Neubau noch in diesem Jahr. 2015 könnte alles fertig sein. Der Verkehr auf der Leopoldstraße soll so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. So parken beispielsweise die Arbeiter an anderer Stelle und werden mit Bussen zur Baustelle gebracht. Auch die Lastwagen sollen dank einer ausgeklügelten Logistik möglichst kurze Wartezeiten haben und sich nicht auf der Straße stauen – so ist zumindest der Plan.

Insgesamt werden neun Gebäude mit 89 000 Quadratmetern Geschossfläche entstehen. Die Autos sollen unter der Erde verschwinden. Drei riesige Untergeschosse mit 100 000 Quadratmetern sind überwiegend als Tiefgaragen geplant. Die Gesamtkosten werden auf 400 Millionen Euro taxiert.

Neben Läden, Büros und Wohnungen wird auch ein „Fünf-Sterne-Plus“-Luxushotel mit 300 Zimmern, Kongresszentrum und Wellness-Oase entstehen. Laut Schusser steht der Betreiber noch nicht fest. Man befinde sich aber in konkreten Verhandlungen.

Von Thomas Schmidt

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