1. Startseite
  2. Lokales
  3. München
  4. München Zentrum

Skigaudi am Wittelsbacherplatz: Die Piste wächst bereits

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Skirampe am Wittelsbacherplatz nimmt Gestalt an. 12 Meter hoch wird das Gerüst für die 40-Meter-Piste. Marcus Schlaf
Die Skirampe am Wittelsbacherplatz nimmt Gestalt an. 12 Meter hoch wird das Gerüst für die 40-Meter-Piste. Marcus Schlaf

München - Einigen Zoff gab es, als Siemens die Pläne für seine Ski-Piste am Wittelsbacherplatz vorstellte. Aber das KVR hat seine Genehmigung erteilt, und jetzt schon wächst die Piste in die Höhe.

Das Kreisverwaltungsreferat hat das von Siemens geplante Ski-Spektakel auf dem Wittelsbacherplatz vom 4. bis 20. Februar genehmigt - allerdings mit zwei Auflagen: Zum einen muss an 15 von 17 Tagen um 20 Uhr Schluss sein und zum anderen darf der Konzern seine Riesen-Leinwand nicht den am Platz ansässigen Geschäftsleuten vor den Laden bauen.

Kaum war die Entscheidung pro Pistengaudi gefallen, begannen am Montag die Aufbauarbeiten am Wittelsbacherplatz. 40 Meter lang und 12 Meter hoch wird die Skirampe der „Snow City“, die Siemens - parallel zur Ski-WM im Garmisch-Partenkirchen ab 7. Februar - in der Innenstadt aufstellt. Jeden Tag können die Münchner hier von 9 bis 20 Uhr kostenlos Ski oder Snowboard fahren und Rodeln. Zudem werden - ebenfalls gratis - Skikurse für Kinder angeboten. Die wichtigsten Rennen werden live aus Garmisch auf einer 15 Quadratmeter großen Leinwand übertragen, dazu gibt es eine Aprés-Ski-Hütte.

Nach „sorgfältiger Abwägung aller Interessen“ habe das Kreisverwaltungsreferat (KVR) die Veranstaltung genehmigt, heißt es bei der Stadt - allerdings musste Siemens an zwei Stellen Einschränkungen hinnehmen. „Mit Ausnahme von zwei Sonderveranstaltungen ist um 20 Uhr Schluss“, sagt KVR-Sprecherin Daniela Schlegel am Montag. Diese Entscheidung sei zum Schutz der Anwohner gefallen. Zudem müsse die Bühne verkleinert und zusammen mit der Großleinwand verlegt werden. Sie wird nun an der Stirnseite des Platzes vor der Siemens-Zentrale aufgebaut anstatt vor der Ladenzeile an der Südseite des Platzes.

„Mit den Einschränkungen können wir sehr gut leben“, sagt eine Siemens-Sprecherin. „Es wird eine tolle Sache.“ Kinder und Erwachsene können vor Ort Ski, Schuhe und Stöcke leihen, solange der Vorrat reicht. Die Eröffnungsfeier findet am Freitag, 4. Februar, ab 17 Uhr statt. Eine Woche später, am 11. Februar, fahren um 14 Uhr Schülertalente im Parallelslalom gegeneinander, bevor ab 16 Uhr Prominente für einen guten Zweck an den Start gehen. Diese beiden „Sonderveranstaltungen“ dürfen bis 22 Uhr dauern.

Nachdem die Pläne von Siemens bekannt geworden waren, hatten einige Anwohner und Geschäftsleute über die „Ballermannisierung“ und „Dauerbeschallung“ des Platzes geklagt. KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle erklärte nun, dass sich seine Behörde „darüber bewusst ist, dass jede Veranstaltung auch Beeinträchtigungen der betroffenen Anlieger mit sich bringt.“ Allerdings sei es Aufgabe des Ordnungsamts, „Ausnahmen mit Augenmaß zuzulassen, wenn dies im öffentlichen Interesse ist“.

Die Münchner Grünen hatten das Projekt als „in keinster Weise ökologisch nachhaltig“ kritisiert. „Wir sind sauber“, sagt dagegen die Konzern-Sprecherin. Die hochmoderne Schneekanone komme ohne Zusätze aus und arbeite nur mit Wasser und Strom aus regenerativen Quellen. „Wo möglich, sparen wir CO2 und wo es nicht geht, gleichen wir es aus.“

Wie viel Siemens in die Veranstaltung investiert, will die Sprecherin nicht sagen. Nur so viel: „Es ist die gleiche Größenordnung wie beim Public Viewing zur Fussball-WM 2010.“

Caroline Wörmann

Auch interessant

Kommentare