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Modernes Design auch an den Wänden der Passagen.

Stachus: Runderneuerung mit Hindernissen

München - Nach drei Jahren Sanierung ist das Stachus-Untergeschoss so gut wie fertig. Zur Eröffnung präsentieren sich die Passagen mit 50 Geschäften hell und freundlich. Bis es so weit war, mussten die Bauherren eine Serie von Pannen und Querelen überstehen.

Auch heute sind noch nicht alle Probleme gelöst.

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Rund 30 Millionen Euro und jede Menge Nerven hat der Umbau des Stachus-Bauwerks gekostet. Seit April 2008 wurde im Untergrund im Herzen der Stadt gewerkelt. Passanten mussten in den vergangenen drei Jahren unablässig Lärm, Dreck und Staub erdulden. Am Freitag, 27. Mai und am Samstag, 28. Mai, feiert der Bauherr, die LBBW Immobilien, mit einer großen Feier nun offiziell das Ende der SanierunRundeerneuRg.

Die Decke mit ihren kreisförmigen weißen Elementen, die an Wolken erinnern, der Boden und die Säulen in hellen Farben - das alles wirkt deutlich freundlicher als früher. Fast alle Läden sind mittlerweile bezogen, der Verkauf in den neuen Stachus-Passagen floriert schon seit einigen Monaten. Knapp 50 Geschäfte, vom ökologisch korrekten Schnellimbiss bis zur Modeboutique, locken in den Untergrund.

Das Stachus-Tiefgeschoss gehört mit einer Länge von 350 Metern und einer Breite von 150 Metern zu einem der größten Untergrundbauwerke Europas. In den Jahren 1966 bis 1970 war es im Zuge des S-Bahn-Baus errichtet worden. Damals hochmodern, war das Einkaufszentrum zuletzt als düster, zu wenig zeitgemäß und heruntergekommen wahrgenommen worden. Eine Renovierung des 18 000 Quadratmeter großen Komplexes war dringend nötig.

Trotzdem stieß das Projekt nicht überall auf Begeisterung: Viele alteingesessene Geschäfte der Stachus-Passagen haben nach dem Umbau keinen Platz mehr gefunden. Schöner und - vor allem - moderner sollte es werden. Da passten viele der früheren Pächter nicht mehr ins Konzept. Aber auch die hohen Mieten hielten so manchen kleinen Laden von einem Einzug in die neuen Passagen ab. Während des Umbaus monierten mehrere Pächter, dass die LBBW die Mieten stark erhöht habe.

Nun steht das Ende der Bauarbeiten bevor - und damit wohl auch das Ende einer langen Serie aus Querelen, Pannen und Verzögerungen: Im Frühjahr 2007 hatte die LBBW das Stachus-Bauwerk für 33 Jahre von den Stadtwerken gepachtet. Zunächst hieß es, die Fertigstellung des Umbaus solle zu Weihnachten 2009 erfolgen. Doch dieser Termin war viel zu optimistisch gedacht, wie sich bald herausstellte. Immer wieder gab es massive Verzögerungen beim Bau. In den Zwischendecken wurde Asbest gefunden, einsickerndes Streusalz hatte den Stahlbeton der Treppen ins Freie stärker zerfressen als angenommen und alte Rolltreppen mussten ersetzt werden. Auch die Tiefgarage war maroder als gedacht.

Aber vor allem der Bodenbelag, sogenannter Terrazzo-Estrich, entwickelte sich für die Bauherren zum Debakel. Im Gegensatz zu Betonplatten wird das Material auf den Boden gegossen und dann glattgestrichen und geschliffen. Im Stachus-Untergeschoss trocknete der Boden allerdings zu schnell. Die Folge: Bald zogen sich Risse durch den gesamten Bodenbelag. Selbst aufwändige Ausbesserungsarbeiten mit veränderter Rezeptur brachten keine Verbesserung.

Und auch jetzt, zur offiziellen Eröffnung, ist das Risse-Problem noch immer nicht vom Tisch. Man sei einer Lösung aber sehr nahe, beteuert LBBW-Sprecherin Brigitte Reibenspies. Aktuell liefen noch Langzeittests, mit denen die beste Sanierungsmethode ermittelt werde. Im Laufe dieses Jahres sollen die Risse dann endgültig verschwunden sein. Ob der Boden dann noch so schmutzig aussieht wie aktuell, ist offen.

Der Münchner Untergrund wird übrigens nicht nur am Stachus modernisiert. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird auch die Zwischengeschosse am Hauptbahnhof und am Marienplatz komplett erneuern. Die MVG will die betagten Räume heller, aufgeräumter und übersichtlicher gestalten. Am Hauptbahnhof wird zudem eine 170-Meter-Lichtwand eingebaut, die Werbung oder schöne Münchenbilder zeigen soll. Am Hauptbahnhof beginnen die Arbeiten bereits am 6. Juni und dauern bis Ende 2013. Am Marienplatz ist der Baubeginn für 2012 eingeplant. Drei bis vier Jahre später sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein - und der Münchner Untergrund endlich wieder vorzeigbar.

Janina Ventker

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