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Der Platz der Sinti und Roma im Bezirk Schwantalerhöhe im Jahr 2007. Damals war dort ein ungenehmigtes Denkmal errichtet worden. Der Stelenkreis musste wieder abgebaut werden.

In der Schwanthalerhöhe

Stadtrats-Grüne fordern Denkmal für Sinti und Roma

München - Ein Denkmal zur Erinnerung an die Geschichte und Verfolgung der Sinti und Roma in München wünscht sich die Stadtrats-Fraktion Die Grünen – rosa Liste. 

Die Stadt soll dazu einen Gestaltungs-Wettbewerb ausloben, lautet die Forderung der Fraktion. Ein passender Ort ist schon gefunden: Der Sinti-und-Roma-Platz im Stadtbezirk Schwantalerhöhe, wo sich der Bezirksausschuss schon mehrmals einstimmig für ein solches Denkmal ausgesprochen hat.

Der Fraktionsvorsitzende von Grünen – rosa Liste, Florian Roth, verwies zur Begründung auf die lange Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma, die nicht erst mit der NS-Gewaltherrschaft begonnen und auch nicht mit ihr geendet habe. „In München wurde bereits 1899 in der Polizeizentrale der reichsweit erste ‚Nachrichtendienst für die Sicherheit in Bezug auf Zigeuner‘ gegründet. Diese Institution wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg in Form der sogenannten Landfahrerstelle weitergeführt, bis sie erst 1970 wegen Grundgesetzwidrigkeit aufgelöst wurde“, erklärt er.

Bezirksausschuss ist dafür

Die Vorsitzende des Berzirksausschusses Schwantaler Höhe, Sibylle Stöhr (Grüne), schließt sich der Forderung an: „Wir haben bereits mehrmals – 2007, 2011, 2013 und auch in der laufenden Amtsperiode - beantragt, den Sinti und Roma durch Errichtung eines Denkmals auf dem Sinti-Roma-Platz in diesem Stadtbezirk zu gedenken. Die Schwanthalerhöhe hat einen engen Bezug zu dieser Volksgruppe, denn viele alteingesessene Münchner Sintifamilien waren auf dem ehemaligen Pferdemarkt am Lindengarten in der Kazmairstraße oder in verschiedenen Funktionen auf dem Oktoberfest tätig.“

Bislang gibt es eine Gedenkplatte am Platz der Opfer des Nationalsozialismus

Die Gedenktafel am Platz der Opfer des Nationalsozialismus.

Die Stadtratsfraktion moniert, dass es die Anträge des Bezirksausschusses bislang nur einmal in den Kulturausschuss geschafft hätten. In einem diesbezüglichen Beschluss des Gremiums von 2012 heißt es, dass nach Auffassung des Baureferats ein weiteres Denkmal für Sinti und Roma erst zur Debatte stünde, wenn die Umgestaltung des Platzes der Opfer des Nationalsozialismus abgeschlossen sei. Dort gebe es nämlich bereits eine Gedenkplatte für die Sinti und Roma, weshalb das Baureferat „keine Veranlassung für eine Maßnahme am Sinti-Roma-Platz“ sehe.

Die Umgestaltung des Platzes ist allerdings seit 2014 abgeschlossen, deshalb fordern die Stadtrats-Grünen nun, dass sich der Stadtrat erneut mit dem Thema beschäftigt. 

mm/tz

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