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Begehrte Fläche: Der Viehhof wird im Sommer als Open-Air-Kino und Biergarten genutzt, auch im Winter ist nun Gastronomie geplant.

Hochwertige Zeltgastronomie

Sterneköche auf dem Viehhof-Areal

München - Das Viehhof-Gelände im Schlachthofviertel soll nun auch im Winter genutzt werden. Geplant ist hochwertige Gastronomie. Das städtische Kommunalreferat bestätigte „drei separate Anfragen“, äußerte sich aber nicht zu den Namen der Bewerber. Gerüchte, dass Promi-Koch Alfons Schuhbeck unter den Interessenten sei, bestätigten sich nicht.

Wie aus einem Schreiben der Markthallen München hervorgeht, sollen im Zeitraum von November 2014 bis Januar 2015 gastronomische Veranstaltungen auf dem Viehhof-Areal durchgeführt werden. Dafür würde ein Zelt beziehungsweise eine Hütte auf dem Gelände errichtet. Wörtlich heißt es: „Bei jedem der drei Interessenten steht ein qualitativ hochwertiges Menü eines Sternekochs im Mittelpunkt der Veranstaltung.“

Klar ist: Die Stadt steht der Winternutzung sehr aufgeschlossen gegenüber. Das Gelände auf dem ehemaligen Viehhof sei dafür gut geeignet, sagt Antje Jörg, Sprecherin des Kommunalreferats. „Wir finden die Idee ganz gut.“ Nur wer den Zuschlag erhält, sei noch nicht entschieden. Die Markthallen München stünden noch am Anfang der Gespräche mit den Interessenten. „Das Spiel läuft noch“, erklärt Antje Jörg.

Viehhof "sollte eine Fläche für die Kultur bleiben"

Seit 2012 betreibt der Münchner Veranstalter Hartmut Senkel während der Sommermonate (von Mai bis Mitte September) am Viehhof ein Open-Air-Kino und einen Biergarten. Die Mischung aus Gastronomie und Kulturprogramm kommt bei vielen Bürgern gut an. Es ist kein klassischer Biergarten, das Gelände versprüht eher den Charme einer Industriebrache. Gerade das macht den Viehhof aber so interessant. Er könnte auch in einem Szene-Viertel in Berlin sein. „Eine einmalige Fläche“, sagt Senkel, der bislang mit der Umsetzung seiner Idee sehr zufrieden ist. Allerdings, das muss er gestehen, hat ihm der verregnete Sommer in dieser Saison einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wer hat sich um das Viehhofgelände beworben? Alfons Schuhbeck (Foto) und DFB-Koch Holger Stromberg haben ihr Interesse entgegen anderslautenden Gerüchten dementiert.

Senkels Sommergeschäft läuft nur noch bis Ende August, dann wird er mit dem Abbau des Kinos und der Stände beginnen. Die Markthallen München haben das Gelände an ihn fix bis 2016 verpachtet, mit einer Option auf weitere drei Jahre. Mit der nun geplanten Winternutzung hat der 49-Jährige nach eigenem Bekunden aber nichts zu tun. „Das steht nicht in meinem Fokus.“ Überrascht sei er von den Anfragen aber nicht. Er habe mit seinem Konzept viele Münchner auf den Viehhof aufmerksam gemacht. Bekanntlich ist auch im Gespräch, dass dort das Volkstheater von 2020 an eine neue Heimat finden soll. Was auch immer künftig am Viehhof passiert, für Senkel gibt es eine klare Prämisse: „Es sollte eine Fläche für die Kultur bleiben.“

"Es wird auf alle Fälle keinen Aufschrei der Empörung geben"

Was die Nutzung von November bis Januar betrifft, ist nun der zuständige Bezirksausschuss (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt zu einer Stellungnahme aufgefordert. Der BA will erst bei seiner nächsten Sitzung im September darüber befinden. Der Vorsitzende des Gremiums, Alexander Miklosy, kündigt aber schon Zustimmung an: „Es wird auf alle Fälle keinen Aufschrei der Empörung geben.“ Während der jüngsten BA-Sitzung wurden die Namen Schuhbeck und Holger Stromberg genannt. Sternekoch Alfons Schuhbeck ist bekannt aus dem TV, genauso wie Stromberg, der überdies für die DFB-Nationalmannschaft kocht. Schuhbecks Assistent Michael Noack dementierte auf Nachfrage, dass sich sein Chef für den Viehhof beworben habe. Strombergs Sprecherin Alexandra Köhnlechner ließ ebenso ausrichten, es handele sich um eine Fehlinformation. Ein Bewerber ist offenbar Peter Lingnau, seit 2013 als „Fisch-Bäda“ auf der Wiesn vertreten. Er hat den Sternekoch Christian Loisl für sein Konzept an der Angel. Lingnau, derzeit mit dem Aufbau für sein kleines Wiesn-Zelt beschäftigt, wollte sein Interesse auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Über ungelegte Eier spreche er nicht. Im BA war die Rede von „Peters Winterstadl“.

Klaus Vick

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