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„In Kurzfristigkeit sind wir geübt“, sagt Michael Schild vom "Import Export.

Im Kreativquartier

Neue Heimat fürs „Import Export“

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München - Vom Szene-Treff zur Kulturkantine: Die Zwischennutzer vom Import Export gastieren fünf Wochen lang im künftigen Kreativquartier in Neuhausen

Das „Import Export“ ist zurück – zumindest für kurze Zeit. Der spannende Hybrid aus Kneipe, Galerie, Theater und Stadtviertel-Treff war an der Goethestraße zu einem der Standorte für urbane Kultur geworden. Seit dem Abriss des Gebäudes sind Tuncay Acar und sein Kollege Michael Schild auf der Suche nach einem Nachfolgeobjekt. Jetzt sind sie Gast auf dem Gelände des künftigen Kreativquartiers an der Dachauer Straße – als Teil eines Kunstprojekts. Fünf Wochen lang, von 12. September bis 18. Oktober, werden sie hier die „Import Export“-Kulturkantine betreiben.

„Wir werden machen, was wir am besten können“, sagt Tuncay Acar. „Einen Ort bieten, wo sich Wege kreuzen, wo eine kreative Atmosphäre herrscht. Wir wollen eine Anlaufstation sein für alle, die hier leben und arbeiten.“ 100 Quadratmeter im leer stehenden Verwaltungsgebäude der städtischen Straßenbeleuchtung stehen ihnen dafür zur Verfügung.

Eingeladen hat „Import-Export“ die Stiftung Federkiel. Sie wird im September und Oktober mit dem Ausstellungsprojekt „Under (De)Construction“ zu Gast auf dem Gelände der ehemaligen Luitpoldkaserne sein. Dort ändert sich in den kommenden Jahren einiges: Ein komplett neues Stadtviertel soll entstehen. Die Künstler, die bereits auf dem Areal arbeiten, zumeist in städtisch geförderten Einrichtungen wie „Halle 6“, „Tanztendenz“ oder „Pathos“, sind in die Planungen einbezogen. Ob sie allerdings auf dem Gelände bleiben dürfen, wenn’s einmal fertig ist und „Kreativquartier“ heißt, ist ungewiss. Darum wollen die acht Künstler von „Under (De)Construction“ eine Art Sachstandsbericht vorlegen und zeigen, was an Kreativität bereits da ist im Quartier.

Michael Schild (li.), sein Partner Tuncay Acar (re.) und das Team von „Under (De)Construction“ laden am Samstag auf das Gelände Ecke Dachauer- und Schwere-Reiter-Straße zum „Rama Dama“ ein.

Für die Verpflegung sorgen dabei nun also die Leute von „Import Export“. Entschieden habe sich das im Grunde erst vergangene Woche, sagt Michael Schild. Das Kommunalreferat gab grünes Licht. „In Kurzfristigkeit sind wir ja geübt“, sagt der Zwischennutzer. 5000 Euro werde der Umbau der Räumlichkeiten bis 12. September wohl kosten, die Stiftung Federkiel wird sich daran maßgeblich beteiligen. „Solche Summen sind für große Gastronomen natürlich lachhaft“, sagt Schild. „Aber etwas Großes haben wir ja nicht im Sinn.“

Tuncay Acar zufolge soll die Kantine „verschiedene Bedürfnisse“ befriedigen. Den Imbiss in der Mittagspause wird es dort genauso geben wie umfangreichere Gerichte. „Und Bio soll es sein.“ Es gibt keine feste Küche, einen Gastro-Container leiht man sich. Mit eigenen Kunst-Aktionen werde man sich zurückhalten, man sei am Wochenende eher ein Ort für das „erweiterte Abendprogramm“, sagt Acar. Das gehe wohl schon mal bis 3 Uhr. „Aber wir sind keine Party-Location.“ Und wer weiß? Vielleicht werde aus der Zwischennutzung ja eine stetige Kantine und eine Institution, die auch Platz im künftigen Kreativquartier findet? Jenny Becker vom Kulturreferat bremst bei aller Sympathie allzu große Erwartungen. „Da wird es transparente Ausschreibungen geben. Für das Gelände gilt nicht: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Das weiß auch Acar. „Aber vielleicht schaffen wir es ja, uns unentbehrlich zu machen.“

Das hoffen alle Institutionen auf dem Areal. Auch aus diesem Grund laden sie am kommenden Samstag alle Interessierten von 11 bis 17 Uhr zum Rama Dama ein – bei der Aufräum-Aktion mit anschließendem Grillen soll das Gelände für „Under (De)Construction“ schön gemacht werden. Nebenbei kann man sich auch darüber informieren, was heute schon so alles los ist im künftigen Kreativquartier.

Johannes Löhr

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