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Tram durch Englischen Garten in München: Bremst Landtag das Projekt aus? Ex-Minister Spaenle stellt Antrag

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Von: Sascha Karowski

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So könnte die Tram-Trasse durch den Englischen Garten aussehen. Die Züge würden auf Rasengleis fahren und ohne Oberleitung auskommen.
So könnte die Tram-Trasse durch den Englischen Garten aussehen. Die Züge würden auf Rasengleis fahren und ohne Oberleitung auskommen. © Stadt München

Der Bau der Tram-Trasse durch den Englischen Garten könnte sich zumindest verzögern. Landtagsabgeordneter Ludwig Spaenle (CSU) will den Park zu einem Naturmonument erklären lassen. Das hätte wohl Folgen für die Trasse zwischen Elisabethplatz und Tivolistraße.

München - Verhindert der Freistatt doch noch den Bau der Tram durch den Englischen Garten? Zumindest könnte das Projekt verzögert werden. Denn Landtagsabgeordneter Ludwig Spaenle (CSU) hat einen Antrag gestellt, den Park zu einem Nationalen Kultur-/Naturmonument zu erheben. Das ist eine besondere Form des Schutzgebietes. Mit dem neuen Status würde die Besonderheit des Englischen Gartens mehr gewürdigt, sagt der Ex-Minister. „Der Park ist ein besonders schützenswerter Raum. Wenn man den Schutz verstärken kann, dann ist das meine Absicht.“ Auf die Frage, ob es ihm darum ginge, die Tramtrasse durch den Park zu verhindern, sagt Spaenle: „Mehr Schutzcharakter hat auch Auswirkungen auf Bauprojekte.“

Tram Englischer Garten: Trasse zwischen Elisabethplatz und Tivolistraße ist umstritten

Spaenle kämpft bekanntlich seit Jahren gegen die Tramtrasse. Sie wäre Teil der Nordtangente, eine rund 13 Kilometer lange Straßenbahnstrecke von Neuhausen (Romanplatz) kommend über Schwabing bis nach Bogenhausen (St. Emmeram). Der größte Teil dieser Verbindung ist bereits heute als Straßenbahnstrecke ausgeführt. Es fehlt nur der etwa zwei Kilometer lange Abschnitt zwischen Elisabethplatz und Tivolistraße, davon verläuft etwa ein Kilometer direkt durch den Englischen Garten.

Spaenle: „Die Stadtratsmehrheit verweigert sich dem Gedanken, den Englischen Garten mit einem Tunnel zu heilen. Auf der anderen Seite will man ihn mit einem Gleiskörper erneut teilen, was eine nachhaltige Verschlechterung mit sich bringt.“ Spaenle spielt darauf an, dass Grüne und SPD jüngst die Planungen für einen Autotunnel beerdigt hatten, der den Mittleren Ring hätte unter der Erde verschwinden lassen sollen. So wäre oberirdisch der Englische Garten wieder zusammengewachsen.

Tram Englischer Garten - laut MVG wäre eine Verzögerung möglich, wenn der Antrag durchgeht

Wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mitteilt, verstehe man Spaenles Antrag nun „im Kontext des Landtagswahlkampfs als weiteren Schritt eines Abgeordneten, der als Gegner des Projekts bekannt ist, im Kampf gegen die Tram durch den Englischen Garten“. Zunächst bleibe abzuwarten, ob die Regierungsfraktionen im Bayerischen Landtag dem Antrag zustimmen würden. Aber selbst wenn der Antrag Erfolg habe, hieße das nicht unbedingt, dass die Tram durch den Park nicht mehr möglich wäre. „Ohne Oberleitung wäre die Trasse nämlich optisch nicht markanter als die bestehende Straße“, sagt ein Unternehmens-Sprecher.

Im Gegenteil: Der Parkcharakter bliebe erhalten beziehungsweise würde durch die Rasengleisvariante sogar verbessert. „Sollte aber auch das dem Status des Nationalen Natur-/Kulturmonuments widersprechen, müsste konsequenterweise auch die bestehende Straße und nicht zuletzt der Mittlere Ring von der Oberfläche im Englischen Garten verschwinden.“ Entsprechende Maßnahmen wären mit hohen Kosten verbunden. „Was aber heute schon klar ist: Wenn der Antrag so angenommen wird, müssen wir uns auf eine Zeitverzögerung einstellen, denn es wird entsprechende Verfahren geben, deren Ergebnisse wir abwarten müssen.“ Die Inbetriebnahme der Trasse war für 2025 geplant.

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