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Tunnel-Bau lässt auf sich warten

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München - Der Beginn der zweiten S-Bahn-Röhre anscheinend nicht sehr dringlich zu sein: Der Tunnel an der zweiten Stammstrecke lässt noch auf sich warten.

Der geplante Baustart für den zweiten S-Bahn-Stammstreckentunnel verzögert sich erneut. Während Bahn und Wirtschaftsministerium noch im Dezember beteuerten, es müsse für eine Fertigstellung bis zu möglichen Winterspielen 2018 im April dieses Jahres mit den Vorabmaßnahmen begonnen werden, scheinen diese Pläne nun wieder weit weniger dringlich. Laut Zeitplan der Bahn sei der Start für vorbereitende Maßnahmen „noch im ersten Halbjahr 2011 geplant“, teilte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage mit.

Die Verzögerung ist bemerkenswert, weil OB Christian Ude (SPD) selbst noch im Dezember gemahnt hatte, möglichst schnell, also im ersten Quartal dieses Jahres, mit den Vorabmaßnahmen zu beginnen. Sonst laufe man Gefahr, bei Winterspielen 2018 offene Baustellen in der Stadt zu haben (wir berichteten). Eine Sprecherin des Bayerischen Wirtschaftsministeriums beteuerte indes, es sei weiter „realistisch, den Tunnel bis Olympia 2018 fertigzustellen. 2012 würden die Hauptbaumaßnahmen beginnen.

Eine Fertigstellung bis zu Olympischen Spielen wäre notwendig, um die Finanzierung der auf zwei Milliarden Euro taxierten zweiten Stammstrecke von Laim zum Leuchtenbergring zu ermöglichen. Denn ohne Olympia-Sondergelder aus Berlin scheint das Vorhaben derzeit nicht bezahlbar. Eine Entscheidung über die Höhe der Zuschüsse wird deshalb erst nach der Vergabe der Spiele am 6. Juli fallen.

Allerdings verzögert sich auch der Abschluss eines Bau- und Finanzierungsvertrags zwischen Bahn und Freistaat. Das gesamte vergangene Jahr verkündete das Verkehrsministerium, der Abschluss stünde kurz bevor. Nun heißt es, die Verhandlungen seien „weitestgehend abgeschlossen“. Eine Unterzeichnung werde kurzfristig angestrebt.

Das Finanzministerium hat indes Zweifel angemeldet, dass der Vertrag bis zur Verabschiedung des Doppelhaushalts 2011/2012 am 7. April abgeschlossen wird, wie dies Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) eigentlich vorhatte. Es stellte „vorsorglich“ eine Verpflichtungsermächtigung über 936 Millionen Euro noch einmal in den neuen Haushalt ein, nachdem diese im Entwurf des Plans noch gefehlt hatte. Der Vorsitzende der Grünen im Landtag, Martin Runge, sagte, dies zeige, dass alle Ankündigungen des Verkehrsministeriums „nichts waren außer Schall und Rauch“.

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