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Will Rechtssicherheit: Hans-Georg Stockers „Backstage“ wäre von Baustellenverkehr drastisch betroffen. 

Gegen die Deutsche Bahn

Wegen Stammstrecken-Bau: Backstage-Betreiber hält an Klage fest

München - Backstage-Betreiber Hans-Georg Stocker wehrt sich dagegen, dass die Bahn seinen Grund als Bau-Zufahrt nutzt. 

Bis Dienstag um Mitternacht hätte Hans-Georg Stocker seine Klage gegen die Bahn vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof zurückziehen können. Doch der Betreiber des Backstage an der Friedenheimer Brücke entschloss sich dagegen: „Es geht nicht darum, dass wir nicht wollen – wir können nicht“, beteuert der Club-Chef.

Denn Stocker zufolge geht es um seine Existenz. Wie berichtet, sollen Zufahrtsstraßen für den Bau der zweiten Stammstrecke durch sein Grundstück an der Reitknechtsstraße führen. Zwar gehört Stocker das Areal, die DB Netz AG allerdings hat das Geh- und Fahrtrecht für den Weg, dürfte den Baustellenverkehr also durchaus darüber abwickeln. Der Backstage-Macher fürchtete um das Überleben seines Clubs und klagte.

Die Verhandlung über die Zukunft des Clubs fand bereits Mitte Oktober statt, das Gericht allerdings gab Stocker Zeit, über die in der Verhandlung besprochenen Kompromisse nachzudenken. „Hätten wir die Klage zurückgezogen, wäre das Verfahren beendet gewesen und es hätte das Gerichtsprotokoll gegolten“, erklärt Stocker. Die Bahn hatte unter anderem zugesagt, bei Großveranstaltungen Rücksicht auf das Backstage zu nehmen und den Bauverkehr zu bestimmten Zeiten einzustellen. Doch das reicht dem Backstage-Betreiber nicht. „Die Zugeständnisse waren deutlich unter dem, was wir wollten, und vieles war schwammig formuliert.“ Deshalb entschloss Stocker sich gegen den Kompromiss – und das, obwohl er der eigenen Klage wenig Chance einräumt: „Das Gericht wird sie nun vermutlich abweisen, aber wir können nichts machen, wir brauchen Rechtssicherheit.“ Zur Not wolle er nun auch das vor Gericht angedrohte Enteignungsverfahren in Kauf nehmen.

Die Bahn wollte sich gestern auf Anfrage zu dem laufenden Verfahren nicht äußern. Wann die Entscheidung über Stockers Klage fällt, steht derzeit noch nicht fest.

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