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Die ersten Ansichten der Pläne für die Fußgängerzone: Auf der Sendlinger Straße entsteht ein autofreies Flanier-Areal, hier mit Blick zum Sendlinger Tor.

So wird die neue Sendlinger Straße

München - Ein Teil der Sendlinger Straße wird bald zur Fußgängerzone. Im Frühjahr 2012 beginnen die Arbeiten. Unsere Zeitung erfuhr schon jetzt, wie die neue großzügige Flaniermeile aussehen soll:

Sie galt stets als Flaniermeile mit Hindernissen: die Sendlinger Straße. Dort reiht sich zwar ein beliebtes Geschäft an das andere – doch um zu ihnen zu gelangen, müssen sich die Einkäufer auf engen Gehsteigen entlang der breiten Fahrbahn aneinander vorbeiquetschen. Das soll nun besser werden.

Den traditionellen Weg wählen die Planer bei der Gestaltung der neuen Fußgängerzone (hier mit Blick Richtung Marienplatz) – sie ähnelt stark der alten.

Schon 2009 beschloss der Stadtrat: Ein Teil der Straße soll Fußgängerzone werden. Es handelt sich um den rund 120 Meter langen Abschnitt zwischen Färbergraben und Hackenstraße. Autofrei wird außerdem die Dultstraße, die von dort zum St.-Jakobs-Platz führt. Freilich ist es kein Zufall, dass die Fußgängerzone gerade in diesem Abschnitt der Sendlinger Straße entsteht: Genau dort wird Ende nächsten Jahres der noble Komplex „Hofstatt“ mit Wohnungen und Geschäften eröffnen. Und die Kunden sollen gemütlich dorthin zum Einkaufen bummeln können.

Das städtische Baureferat hat sich ans Werk gemacht und ein Konzept für die neue Flaniermeile entworfen, das unserer Zeitung vorliegt. Im Abschnitt Sendlinger Straße erhält sie eine großzügige Breite von bis zu 19,50 Metern, so dass sie beinahe den Charakter eines Platzes annimmt. In der Dultstraße wird die Bummelstrecke bis zu zehn Meter breit. Insgesamt erstreckt sich die neue Fußgängerzone über 3110 Quadratmeter. Bis zu 1,1 Millionen Euro wird das Projekt kosten.

Bei der Gestaltung haben sich die städtischen Experten für den traditionellen Weg entschieden: Die neue Fußgängerzone orientiert sich an der alten. Das heißt: Sie wird mit Kunststeinplatten ausgelegt. In regelmäßigen Abschnitten wird der Belag von Bändern aus anthrazifarbenem Naturstein durchzogen.

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Überraschend erscheint zunächst, dass das Baureferat auf Bäume und Begrünung der Fußgängerzone verzichten will. Dies geschehe auf Empfehlung der Denkmalpflege, erläutert das Referat – schließlich läge die neue Zone im Bereich des ursprünglich mittelalterlichen Stadtkerns. Die Planer wollen sogar die bisher an der Sendlinger Straße stehenden Pflanztröge entfernen – und nicht wieder aufstellen. Das Baureferat stellt klar: Falls der Wunsch nach einer Wiederaufstellung der Pflanztröge aufkomme, könne dies nur „in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege erfolgen“.

Auch am benachbarten Oberanger gibt es eine Veränderung: Die Fußgängerampel, die sich dort auf Höhe der Hermann-Sack-Straße befindet, wird zur Dultstraße hin verlegt – so können die Flaneure direkt aus der Fußgängerzone über die Ampel zum St.-Jakobs-Platz spazieren.

Im Frühjahr 2012 wird die Stadt voraussichtlich mit dem Bau der Fußgängerzone beginnen – denn dann sollen auch die Zäune und Container der „Hofstatt“-Baustelle an der Sendlinger Straße schrittweise verschwinden. Mit sechs Monaten Bauzeit rechnet die Stadt für die Flaniermeile. Sie entsteht somit im Jahr des 40. Geburtstags der alten Fußgängerzone (siehe Kasten). Im Oktober 2012 soll in der Hofstatt der erste große Laden eröffnen: der Flagship-Store von „Abercrombie and Fitch“. Mit etwas Glück ist die Fußgängerzone bis dahin fertig. Die restlichen Läden der „Hofstatt“ dürften dann schrittweise bis Anfang 2013 öffnen.

Der Stadtrat muss den Plänen für die neue Fußgängerzone am kommenden Dienstag noch zustimmen.

Von Johannes Patzig

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