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Das Gebäude 1925 (oben) und heute (unten). 

Neue Serie mit alten Bildern - Teil 8

Zeitreise durch München: So sahen Kaufhof und Residenzstraße damals aus

München hat sich rasant verändert. Der Geschichte der Stadt wollen wir mit einer neue Serie gedenken. Wie sahen bekannte Straßen oder Plätze früher aus? Wir zeigen es Ihnen!

Wer blättert nicht gern durch ­alte ­Foto-Alben? Einfach kurz mal Luft holen und in Erinnerungen schwelgen – herrlich! Meist fällt dann eh schnell der Satz: „Mei, schau, wie das früher ausg’schaut hat!“ Und genau das wollen wir jetzt tun, liebe Leser. Wir werfen einen Blick zurück in unserer großen Serie München ­damals und heute. Unsere Stadt hat sich über all die Jahre stark verändert. Die Industrialisierung, später die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, dann die Boom-­Jahre. Nur mal zum Vergleich: Im Jahr 1850 hatte München knapp 100 000 Einwohner, ein Jahrhundert später waren es 831 000 Bürger. Heute sind es rund 1,5 Millionen, Tendenz steil steigend. Doch wie hat sich die Stadt im Detail verändert? Unser Fotograf Heinz Gebhardt  hat sich auf Spurensuche begeben, ­tagelang in alten Archiven gekramt. Hier präsentieren wir die Ergebnisse seiner Zeitreise. Und ­seien Sie sich sicher – es wird nicht lange dauern, bis Sie rufen: „Mei, schau, wie des früher ausg’schaut hat!“

Das Geheimnis der Mariensäule

Unsere Mariensäule haben wir Kurfürst Maximilian I. (1573 – 1651) zu verdanken. Sein Geheimnis: Er hatte heimlich den Bau eines „gottgefälligen Werks“ versprochen, falls München den Dreißigjährigen Krieg unversehrt überstehen sollte. Es klappte! Als Matthäus Merian 1638 den Marktplatz von München malte (siehe ganz rechts), hatte der Kurfürst gerade die Säule errichten lassen. Sechs Jahre zuvor hatte der Schwedenkönig Gustav Adolf II. das bayerische Heer bei Rain am Lech besiegt und war kampflos durch das Isartor nach München eingezogen, denn seine Unterhändler hatten schon in Freising einen Deal mit der Residenzstadt ausgehandelt. Zudem war der brutale König von München schlichtweg begeistert: Die Residenz beispielsweise hätte er am liebsten „auf Rädern nach Stockholm gerollt“. Übrigens: Damals hieß der Marienplatz noch Schrannenplatz – erst 1854 wurde er umbenannt. Unter anderem wegen des Bauwerks. Und was viele gar nicht wissen: Schon seit damals ist die Mariensäule auch der geometrische Mittelpunkt unserer Stadt. Wenn also irgendwo ein Verkehrsschild steht mit dem Hinweis „München – 50 Kilometer“ – bedeutet das eigentlich: Mariensäule – 50 Kilometer.

Ein Klotz sorgt für Ärger

Zu den umstrittensten Gebäuden der Nachkriegszeit in unserer Stadt zählt zweifelsohne der Kaufhof-Klotz. „Ich habe nicht viele Sünden in meiner Amtszeit gehabt“, sagte Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel vor drei Jahren selber – „aber das ist eine Sünde. Wenn ich höre, dass man den Kaufhof am Marienplatz unter Denkmalschutz stellen will, dann kann man das ja auch als Warnung verstehen.“ Dabei stand dort bis 1965 ein echt schöner Bau (siehe rechts) – und zwar eines der ältesten Münchner Kaufhäuser, das von Heilmann & Littmann erbaute Roman-Mayr-Haus. Dieses wurde zudem im Krieg nur leicht beschädigt. Nun werden Sie sich fragen: Warum wurde es denn dann abgerissen? Einfach nur, weil man bei der Stadt etwas ganz Modernes ins Zentrum setzen wollte. Ob das gelungen ist, ist Ansichtssache. „Die zweite Zerstörung Münchens“ nannte jedenfalls der Architekt Erwin Schleich diese Bausünden mal.

Das Gebäude 1925 (oben) und heute (unten). 

Beginn einer Freundschaft: Maximilian-/Residenzstraße

„Wer nach Nürnberg, Regensburg oder Ingolstadt will, fährt rechts – alle anderen geradeaus.“ Das steht frei übersetzt auf dem Straßenschild oben im Bild. Das Foto von der Ecke Maximilian-/Perusa-/Residenzstraße wurde 1945 von dem amerikanischen Soldaten Morris Clark Sager aufgenommen und zeigt die extreme Zerstörung in unserer Stadt. Andererseits war man in München froh, dass die Heimat von den Amis befreit wurde und nicht von einer anderen Siegermacht – denn es ging sehr locker zu zwischen Besatzern und Besetzten. In keiner deutschen Stadt war das amerikanische Lebensgefühl, der „American Way of Life“ mit seinem Freiheitsgefühl und Optimismus, so ausgeprägt wie in München, und tz-Kolumnist Herbert Schneider fasste 1954 das Leben der Amerikaner in München in sein damals sehr populäres Verserl: „A Ami, der a Rad flickt, is wie a Katz, die Socken strickt. Des hom no wenig g’sehn, und is doch gestern g’schehn!“

Maximilian-/Residenzstraße 1945 (oben) und heute (unten).

Sie wollen noch mehr alte Fotos von München sehen? Hier finden Sie alle Teile der Serie:

Zeitreise durch München: So sahen Maximilianstraße und Co. früher aus

Zeitreise durch München: So sah die Laimer Röhre und der Gasteig aus

Zeitreise durch München: So sahen Sonnenstraße, Jakobsplatz und Co. früher aus

Zeitreise durch München: So sahen Marienhof, Maxburg und Fußgängerzone damals aus

Zeitreise durch München: So sahen Theresienwiese, Türkenstraße und Pini-Haus damals aus

Zeitreise durch München: So sahen Viktualienmarkt und Oberwiesenfeld damals aus

Zeitreise durch München: So sahen damals Flughafen, Karlstor und botanischer Garten aus

Darum sollte jeder Münchner unsere Stadtviertel-Seiten auf Facebook kennen 

Welches ist Ihr Münchner Viertel? Sendling? Ramersdorf? Moosach? Das Westend? Wir haben Facebook-Seiten gegründet, auf denen wir alles Wichtige, Aufregende und Schöne und Ihre Liebe zu diesem einen Viertel mit Ihnen teilen. Hier entlang zur Liste.

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