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In dieser Lücke möchte die Stadibau Wohnungen bauen, ebenso auf der anderen Straßenseite.

Weil ihr Transport direkt am Grundstück vorbeiführt

Zschäpe-Konvoi stoppt Wohnungsbau in Neuhausen

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    Andreas Thieme
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München - Der Hochsicherheits-Prozess um Beate Zschäpe hat jetzt auch Auswirkungen auf ein geplantes Bauprojekt in Neuhausen. Das steht jetzt still - womöglich bis 2018.

Seit Mai 2013 läuft der NSU-Prozess. Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen wird die Hauptangeklagte Beate Zschäpe (42) an jedem Prozesstag mit einer Polizeieskorte vom Frauenknast in Stadelheim in das Gerichtsgebäude an der Nymphenburger Straße chauffiert. Doch genau da, wo die Fahrzeuge in die Tiefgarage des Gerichtes fahren, würde der Freistaat gerne Beamtenwohnungen bauen. Während des Prozesses ist das aber nicht möglich, und ein Ende des Verfahrens ist nicht in Sicht!

Um das Risiko einer Befreiung oder eines Attentats auf Zschäpe zu vermeiden, sind die Sicherheitsvorkehrungen für die 42-Jährige enorm. Vor und am Ende der Verhandlung darf nicht in der Nähe der Einfahrt geparkt werden, die Straße wird während des Transports gesperrt. Die Einfahrt liegt genau in einer Baulücke, in der die Gesellschaft für den Staatsbediensteten-Wohnungsbau, kurz Stadibau, ein Wohnhaus errichten möchte.

Hier soll gebaut werden.

21 große Familienwohnungen zu zivilen Mietpreisen für Staatsbedienstete sind geplant. Nur: „So lange dieser Prozess läuft, können wir nicht bauen. Das wäre viel zu aufwendig“, so Stadibau-Chef Helmut Gropper. Auch auf der anderen Seite der Straße möchte Gropper 140 Wohnungen errichten. „Es würde Sinn machen, dass wir beide Baumaßnahmen gleichzeitig durchführen.“ Also ruht auch dieses Projekt.

Beate Zschäpe.

Wie lange der Zschäpe-Prozess noch läuft, ist offen. Es dauerte alleine drei Jahre, bis sich die Angeklagte überhaupt zur Sache äußern wollte. Gerichtssprecherin Andrea Titz zur tz: „Bislang ist der NSU-Prozess bis zum 1. September terminiert. Es sind weitere Termine angefragt worden. Das ist eine vorsorgliche Maßnahme, denn keiner weiß, wann das Verfahren beendet sein wird.“ Für den weiteren Ablauf des Prozesses wäre es aber „in hohem Maße fahrlässig, wenn der Vorsitzende keine weiteren Termine mehr festsetzen würde.“

Hinter vorgehaltener Hand wird in der Justiz schon davon gesprochen, dass der Prozess bis 2018 dauert! In diesem Fall möchte Gropper schon mal auf der Nordseite der Linprunstraße bauen. Künftige Hochsicherheits-Prozesse finden übrigens in einem eigens errichteten Verhandlungssaal in der JVA Stadelheim statt.

Neubaupläne auch in Obergiesing

Die Stadibau will auch in der 1992 von den Amis verlassenen McGraw-Kaserne in Giesing neuen Wohnraum schaffen. Die ehemalige University of Maryland an der Peter-Auzinger-Straße wird ab Ende dieses Jahres umgebaut. Hier entstehen 120 Unterkünfte. Und auf einer Freifläche an der Stadelheimer Straße, wo derzeit Wohncontainer für Flüchtlinge stehen, sind weitere 300 Wohnungen geplant. Von Finanzminister Markus Söder (CSU) bekam die Stadibau 2015 den Auftrag, innerhalb von fünf Jahren in München 1010 neue Staatsdienerwohnungen zu bauen.

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