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Eine Airline sucht sich eine neue Unterkunft für ihre Flugbegleiterinnen, weil diese sich im Bahnhofsviertel nicht mehr sicher fühlten.

Hoher Schaden

Zu unsicher: Hotel im Bahnhofsviertel verliert Airline-Crew als Kunden

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Das Maritim-Hotel hat eine Fluglinie als Kunden verloren. Grund: Die hier logierenden Stewardessen fühlten sich im Bahnhofsviertel zu unsicher. Verlust: mehrere hunderttausend Euro.

München - Trauben von herumstehenden Tagelöhnern, Bettler, Dealer: Stewardessen einer internationalen Airline fühlten sich nicht mehr sicher, wenn sie nach einem anstrengenden Tag alleine vom Hauptbahnhof zum Hotel an der Goethestraße gehen mussten. Die Fluggesellschaft kündigte daraufhin Ende Juni den Vertrag mit dem Hotel „Maritim“.

Der Verlust für das Hotel laut Direktor Richard Mayer (55): mehrere hunderttausend Euro. „Wir bedauern es sehr, die internationale Airline als Kunden verloren zu haben.“ Seit zwei Jahren war die Fluggesellschaft – nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um „Kuwait Airways“ – Kunde des Hotels, das Mayer seit 18 Jahren leitet. Die Situation im Viertel habe sich in den vergangenen Jahren verschlechtert, berichtet der Direktor. Im Durchgang von der Straße zum Hotel stellten sich gerade bei Regen ganze Gruppen von männlichen Tagelöhnern aus Südosteuropa unter.

Spielhallen, Tagelöhner, illegale Prostitution und Bettler: Viele fühlen sich im Viertel nicht mehr wohl

Dazu kämen Bettler, die die Straßen bevölkerten. Gerade von jungen Frauen und Familien bekämen die Hotelmitarbeiter häufig die Rückmeldung, dass diese sich abends im Viertel unsicher fühlten. „Die Stewardessen etwa wollten abends auch mal noch raus und etwas trinken gehen.“

Zuständig bei der Stadt ist unter anderem der Zweite Bürgermeister und Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft, Josef Schmid (CSU). Er nehme den Hilferuf des Maritim sehr ernst, sagt er auf Anfrage. „Wenn dem Hotel nun schon ein wichtiger Kunde wegfällt, geht das eindeutig zu weit.“

Direktor Richard Mayer vom Maritim-Hotel ging ein wichtiger Kunde verloren.

Die schwierige Situation im Viertel sei seit Jahren bekannt. Die Stadt versuche etwa mit einem Café, Tagelöhner von der Straße zu holen. Weiteres Problem: Die Drogenszene sei zwar vom „Schwammerl“ am Hauptbahnhof vertrieben worden. Nun mache sie sich aber neben illegaler Prostitution in den umliegenden Straßen breit. Schmid kündigt an: Das Referat für Arbeit und Wirtschaft wolle zusammen mit dem Sozialreferat und der Polizei noch stärker am Hauptbahnhof tätig werden. Bereits heute steht ein Termin beim Maritim-Hotel mit Vertretern des Wirtschafts- und Kreisverwaltungsreferats an.

Er fühle sich beim Thema Bahnhofsviertel zuweilen wie im Bermuda-Dreieck, sagt Conrad Mayer (58), Vorsitzender der Kreisstelle München des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga. „Wir sind mit unseren Forderungen leider ein wenig verlorengegangen zwischen Stadt und Polizei.“ Die Kombination der vielen unterschiedlichen Probleme sei die Herausforderung im Viertel, so Mayer. Erst seien es die Spielhallen gewesen, dann die Tagelöhner, illegale Prostitution und Bettler. Seit 2011 dürfen Menschen aus Polen, Tschechien und Ungarn uneingeschränkt in Deutschland arbeiten, 2014 kamen Bulgaren und Rumänen hinzu. Dadurch verschärfte sich die Lage bei den Tagelöhnern.

Eine Airline sucht sich eine neue Unterkunft für ihre Flugbegleiterinnen, weil diese sich im Bahnhofsviertel nicht mehr sicher fühlten.

Mayer betreibt selbst ein Hotel im Bahnhofsviertel und berichtet von ähnlichen Erlebnissen wie Hotelleiter Florian Riethmüller (25) vom „Cristal“ der Familie Wickenhäuser an der Schwanthalerstraße. Die Begriffe „unsafe“ oder „not secure“ benutzten viele ausländische Gäste in ihren Hotelbewertungen im Internet, wenn sie die Gegend rund um den Hauptbahnhof beschrieben, sagt Riethmüller. Seine Mitarbeiter hörten beim Check-out oft: Der Service sei gut gewesen, doch das Viertel habe die Gäste verunsichert.

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