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Das Linienkonzept für 2026, wenn der zweite Tunnel gebaut ist.

Nach der Entscheidung

Zweite Stammstrecke: Das sind die ersten Pläne

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München - Das Geld für den Bau der zweiten Stammstrecke ist da, nun geht es um die Details: Welche S-Bahn-Linie wird künftig im neuen Tunnel geführt, welche nicht? Ein Erklärungsversuch.

Das Startkonzept für die zweite Röhre hat einen seltsamen Namen: „Mitfall 6T“ soll nach der Inbetriebnahme des Tunnels Ende 2026 greifen. „Auf dieser Grundlage planen wir“, bestätigt Johann Niggl, Chef der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). „Mitfall“ im Gegensatz zu „Ohnefall“ – ohne den Ernstfall zweite Stammstrecke. Die BEG will die S-Bahn-Linien neu aufteilen: Zum Teil sollen sie in der neuen, zum Teil in der alten Röhre fahren. Zum Teil werden sie aber auch, wie etwa im Fall der bisherigen S3, auch gesplittet.

In der neuen Röhre fahren folgende Linien: 

  • S1 Freising-Leuchtenbergring; 
  • die neue S6 Tutzing-Erding; 
  • die neue S11 Flughafen-Leuchtenbergring; 
  • die neue S13 Mammendorf-Ebersberg
  • S15 Herrsching-Leuchtenbergring. 

Diese S-Bahnen halten in der Innenstadt nur an den neuen Stationen „Hauptbahnhof – Bahnhofsplatz“, Marienhof sowie Ostbahnhof (Orleansplatz). Wer beispielsweise zum Stachus oder zum Marienplatz will, der muss in Pasing, Laim oder Leuchtenbergring umsteigen.

Auf der bestehenden Stammstrecke sollen folgende Linien fahren: 

  • die neue S2 Petershausen-Holzkirchen
  • die neue S3 Maisach-Grafing
  • die neue S4 Geltendorf-Ostbahnhof
  • die S7 Wolfratshausen-Kreuzstraße
  • S8 Herrsching-Flughafen

Ausschlaggebend für die Entscheidung, welche Linien in den neuen Tunnel müssen, erläutert Niggl, seien Faktoren wie Anschlussmöglichkeiten und Fahrzeiten. Fakt ist aber: Die Mehrzahl der Fahrgäste wird weiterhin, wenn auch nach Umstieg, in den alten Bahnhöfen ankommen. Das Büro Intraplan hatte dazu 2011 eine Berechnung vorgelegt. Die Zahlen sind etwas veraltet, aber die Verhältnisse dürften stimmen: Demnach werden in der neuen S-Bahn-Station „Hauptbahnhof Bahnhofplatz“ rund 64.000 Fahrgäste je Werktag prognostiziert, im jetzigen S-Bahnhof 132.000. Am Marienhof werden 82.000 Fahrgäste erwartet, am Marienplatz doppelt so viele.

Startkonzept noch nicht in Stein gemeißelt

Freilich: In Stein gemeißelt ist das Startkonzept noch nicht – Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) weigerte sich gestern sogar, dazu irgendetwas zu sagen: „Es dauert ja noch zehn Jahre, bis der Bau abgeschlossen ist. Da kann noch viel passieren.“

Davon geht auch Martin Runge aus. Der ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen und frühere Chefkritiker der Tunnel-Planungen glaubt nicht an den endgültigen Durchbruch. „Diese Meldung habe ich schon zu oft gehört.“ Die alten Kritikpunkte seien nach wie vor gültig: Die neue Röhre kranke an zu wenig Haltestellen – dabei hätten die zuerst vorgesehenen, dann aus Kostengründen gestrichenen Bahnhöfe „Arnulfpark“ und „Max-Weber-Platz“ zusätzliche Anschlussmöglichkeiten in Nord-Süd-Richtung geschaffen. 35 Bahnhöfe an den Außenästen, so hat Runge berechnet, hätten nach Bau des neuen Tunnels keine Direktverbindung mehr zur Innenstadt. Auch vermutet er, dass sich auf vielen Linien abends Verschlechterungen ergeben werden – wenn der 15-Minuten- zum 30-Minuten-Takt ausgedünnt werde.

Niggl will das nicht bestätigen. Auch er sagt aber: „Solchen Diskussionen muss man sich stellen.“

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