„Black Cat“-World-Tour

Zucchero auf dem Münchner Tollwood-Festival: „Ich bin ein glücklicher Mann“

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Der italienische Singer-Songwriter Zucchero kommt im Juli 2017 nach München. Wir haben mit ihm vorab gesprochen. Was hat ihn geprägt? Was vermisst er?

München – Es scheint, als wäre Zucchero seit fast 35 Jahren praktisch nur auf Tour. So präsent ist er mit seinen zahlreichen Alben und Konzerten. Im Rahmen seiner „Black Cat“-World-Tour kommt der Singer-Songwriter am 11. Juli nun auch wieder nach München vorbei. Zeit, ihn einmal zu fragen, was die letzten 35 Jahre aus ihm und seiner Musik gemacht haben.

Zucchero: „Die Musik selbst hat sich nicht verändert.“

Zucchero, seit fast 35 Jahren machst du Musik. Was hat sich in den drei, fast vier Jahrzehnten für dich und deine Musik geändert?

Zucchero: Was hat sich in all den Jahren verändert… Nun, ich bin älter und weiser (lacht). Aber mal im Ernst: Seit ich dabei bin, hat sich die Musik-Industrie sehr verändert – von Platten über CDs bis hin zu Downloads und ähnlichem. Aber die Musik selbst hat sich nicht verändert – und die Gründe, Musik zu machen auch nicht. Natürlich klingt sie heute anders, weil sich die Technologien und Produktionstechniken stark verändert haben, was auf den Sound starken Einfluss hat. In meinen Augen verliert die Musik dadurch zum Teil ihren Soul und ist nicht mehr ganz so erdig und echt. Für mich persönlich kommt noch hinzu, dass ich öfter und länger auf Tour bin. So kann ich viel mehr Länder besuchen und viel mehr Menschen kennenlernen. Das ist etwas, das ich sehr liebe. Und für verschiedene Kulturen in neuen und verschiedenen Ländern spielen zu dürfen, ist immer wieder eine Ehre für mich.

Daheim bei seiner Familie in der Toskana ist Zucchero glücklich

In einem unserer früheren Interviews hast Du erzählt, dass du im Grunde nur gute Jahre als Musiker hattest. Welche Erfahrungen haben dich und deine Karriere am meisten geprägt?

Zucchero: Ja, es stimmt – es waren tolle Jahre. Ich fühle mich jeden Tag aufs Neue sehr privilegiert. Ich bin stets dankbar für all das. Was aber letztendlich den meisten Einfluss auf mein Leben hatte, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich habe so viele Erinnerungen, die mich immer begleiten werden.

Neben den tollen Momenten – hast du in all den Jahren deiner Karriere jemals etwas vermisst?

Zucchero: Das klingt jetzt sicher lustig, aber ich war immer so busy mit den Dingen, die ich liebe, dass ich gar nicht die Zeit dazu hatte, darüber nachzudenken. Erst dann, wenn ich mal zur Ruhe kam, wurde mir bewusst: Ja, mir fehlt es, Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen. Ich habe gelernt, das nicht zu vernachlässigen. Ich bin also immer glücklich, wenn ich daheim in der Toskana bin und weiß das dann viel mehr zu schätzen, weil ich eben oft weit entfernt von ihnen bin.

„Alles, was ich schreibe, kommt aus meinem Herzen und ist ehrlich.“

Dein persönliches Leben hat einige Kanten, nicht alles lief reibungslos. Inwiefern hat dir da die Musik geholfen?

Zucchero: Musik ist ein großer Teil von mir. Und alles, was ich schreibe, kommt aus meinem Herzen und ist ehrlich. Das hilft. Vielleicht ist Musik deshalb so eine Art Therapie, in der ich meine Emotionen ausleben und die nicht ganz so reibungslosen Zeiten leichter überstehen kann.

Gibt es auch etwas, das die Jahre nicht verändern konnten?

Zucchero: Aber klar! Die Liebe, die ich für das Leben habe, wird sich niemals verändern. Ebenso die Liebe für meine Familie, meine Freunde und meine Musik! Das bleibt. Diese Dinge weiß ich sehr zu schätzen und bereichern mein Leben. Ich bin ein glücklicher Mann, der sich immer gesegnet fühlen wird. 

Zucchero spielt 2017 auf dem Tollwoodfestival in München 

Wann: 11. Juli, ab 19 Uhr

Wo: Tollwood Sommerfestival – Musik Arena, Spiridon-Louis-Ring, 80809 München

Tickets: Ab 54 Euro, an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Rubriklistenbild: © dpa

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