Schützender Piks: Eine Seniorin erhält im Februar im Impfzentrum Garmisch-Partenkirchen eine Corona-Impfung.
+
Schützender Piks: Eine Seniorin erhält im Februar im Impfzentrum Garmisch-Partenkirchen eine Corona-Impfung.

Nächste Woche soll es losgehen

Murnauer Impfstation vor dem Start

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
    schließen

Murnau soll ab der nächsten Woche eine Außenstelle des kommunalen Impfzentrums Garmisch-Partenkirchen erhalten. Der genaue Starttermin steht noch nicht fest. 100 bis 150 Impfungen pro Tag sind geplant. Damit werden Rufe aus Politik und Bevölkerung erhört.

Murnau – Die Freude ist Angelika Pütz-Ollendorff anzumerken: „Das ist eine tolle Nachricht und natürlich eine Erleichterung“, sagt die Stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats Murnau. Die Organisation gehört neben Teilen der Bevölkerung – von älteren Menschen kamen regelrechte Hilferufe – und Bürgermeistern aus dem Nord-Landkreis zu der Gruppe, die vehement eine Außenstelle des kommunalen Impfzentrums Garmisch-Partenkirchen in Murnau gefordert hatte (wir berichteten). Der Beirat wies immer wieder auf die Schwierigkeiten hin, mit denen sich ältere Menschen konfrontiert sehen, wenn sie zum Impfen nach Garmisch-Partenkirchen fahren müssen. Die Rufe nach einer Station in Murnau verhallten nur zunächst ungehört – nun wird der vielfach geäußerte Wunsch Realität. Die Außenstelle des Impfzentrums, so ist es nach Worten von Landratsamts-Sprecher Stephan Scharf geplant, soll „in der kommenden Woche an den Start gehen, abhängig von der Impfstoffverfügbarkeit“.

Impf-Außenstelle kommt ins Kultur- und Tagungszentrum

Die Filiale wird in zwei Räumen des Kultur- und Tagungszentrums eingerichtet: Dabei, sagt Rathaus-Sprecherin Annika Röttinger, handle es sich um Christoph-Probst-Saal und Raum Staffelsee. Der Aufbau läuft am Freitag an. Die Kosten für die Außenstelle, so Scharf, trage der Freistaat Bayern. Die Höhe ließ er offen. Dem Vernehmen nach sollen zwei Impfstraßen eingerichtet werden, die parallel laufen. 100 bis 150 Menschen täglich will man auf diese Weise den schützenden Piks in der Station Murnau verabreichen. Ab der kommenden Woche sollen nach dem Stand der Planung Impftermine für die Filiale vergeben werden. „Sobald die Außenstelle einsatzfähig ist und auch dementsprechend Impfstoff zur Verfügung steht, werden in BayIMCO die Kapazitäten für Murnau freigegeben“, erklärt Scharf das Prozedere. Bei BayIMCO handelt es sich um das zentrale bayerische Online-Registrierungsportal. Der Impfling habe dann die Möglichkeit, einen Termin in Garmisch-Partenkirchen oder in Murnau – je nach Verfügbarkeit – auszuwählen. Noch unbestätigten Angaben zufolge könnte der Betrieb zwischen 15.30 und 20.30 Uhr laufen. Möglicherweise weiß man an diesem Freitag mehr Details, wenn ein Pressetermin mit Landrat Anton Speer (Freie Wähler), Murnaus Erstem Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), Vize-Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) und Klemens Reindl, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes, vor Ort anberaumt ist.

Zwei Impfstraßen sind geplant - BRK wieder mit im Boot

Identisch zum kommunalen Impfzentrum steht in Murnau für jeden Dienst ein Team bereit, das aus einem Mediziner sowie aus Angehörigen des BRK besteht. Der Kreisverband sieht nach Angaben von Sprecher Jörg Jovy insgesamt neun „nichtärztliche Mitarbeiter“ für die beiden Impfstraßen vor. Sie setzen nicht nur die Spritzen, sondern registrieren und begleiten auch. Zudem gilt es, die Geimpften im Anschluss zu überwachen, um bei schwerwiegenden Reaktionen handeln zu können.

Im Landkreis werden momentan Angehörige der Priorität 2 geimpft

Momentan sind im Landkreis Garmisch-Partenkirchen noch Menschen der Priorität 2 an der Reihe; er hinkte wegen des relativ hohen Durchschnittsalters in der Bevölkerung lange Zeit hinterher. Dieser Faktor sowie die Tatsache, dass bisher noch immer zu wenig Vakzine zur Verfügung stehen, führten dazu, „dass die Impfungen der Personen der Priorität 1 und teils auch der Priorität 2 mehr Zeit in Anspruch genommen haben als in anderen Landkreisen“, sagt Scharf. Mittlerweile liege die Region zwischen Mittenwald und Spatzenhausen mit ihrer Impfquote „aber gut im Bundesdurchschnitt“.

Die Ältesten, die nicht in Heimen leben, standen dabei mit in vorderster Reihe – und mussten folglich vielfach noch den Weg ins Impfzentrum nach Garmisch-Partenkirchen auf sich nehmen. Pütz-Ollendorff richtet den Blick indes nach vorne. Sie sagt: „Hauptsache, in Murnau wird jetzt geimpft.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare