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25 Portraits - früher und heute

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- Heimatmuseum zeigt die bunte Vielfalt der Ortsvereine

VON FRIEDBERT HOLZ Markt Schwaben - Stolz begrüßen Ottilie Moser und Walter Meixner vom Trachtenverein im Heimatmuseum jeden Gast, der am Samstag zum Thema "Vereine früher und heute" in die ehemalige Schweiger-Villa kommt. "Damit Sie sich gleich wohl fühlen bei uns". Tatsächlich präsentieren sich dort immerhin 25 Ortsvereine den Bürgern - ein bunter Reigen organisierter Geselligkeit für jeden Geschmack.

Bernd Romir, vielseitig beschäftigter Schwabener und hier in seinem Amt als Vorsitzender des Vereins "Heimatmuseum", freut sich über das Engagement seiner Kollegen, die während der vergangenen Wochen fast alle Räume in ein Schaufenster ihrer Aktivitäten umfunktionierten. Sogar lebende Tiere sind mit von der Partie. Für besondere Hilfe beim Aufbau der Ausstellung bedankt er sich mit Herztropfen bei Edith Stach, Richard Neumaier und Karl Haushofer. Und er gibt bekannt, dass im Frühjahr die Räume zum lang erwarteten Thema "Schoss und Burg" eröffnet würden.

Doch der Ehrungen nicht genug: Irmgard Köhler und Josef Blasi, die fleißigen Autoren der neu aufgelegten Heimatchronik, bekommen zum Dank ein Ständchen von der Sängerrunde Liederfreiheit unter Leitung des stellvertretenden Dirigenten Franz Hölzl. Wer durch die verschiedenen Zimmer geht, entdeckt viel Interessantes. Ob Kleintierzüchter, Volkstrachtenverein, Kolpingfamilie oder FC Falke: jeder Verein zeigt auf Stellwänden, teilweise kreativ gestaltet, wie die Historie aussieht, wo die Aufgaben liegen oder was ein mögliches neues Mitglied erwartet. Selbstverständlich stehen überall Gesprächspartner bereit. Schnell sind Fachsimpeleien im Gang. Da geht es um Eisenbahnen im Miniaturformat, um Kletterausrüstungen für die Bezwingung der Anden oder einfach um herrliche Fotos wie etwa beim Cameraclub.

Und Kaffee und Kuchen gibt's obendrein gratis. Da teilen sich ganz junge Wasserwacht-Mitglieder einen Raum mit den Veteranen von der Reservistenkameradschaft Burgfalken, da werden Rettungsgeräte genauso erklärt wie der neueste Kampfjet der Bundeswehr. Oder der Betrachter staunt beim Rad- und Kraft-Bund "Solidarität" über ein antikes Hochrad und die originale Schießscheibe von 1909, wie sie bei der Königlich-privilegierten Feuerschützengesellschaft zu entdecken ist.

Engagement überall, wohin der Weg führt. Etwa bei Richard Neumaier, der im Obergeschoss eine alte Schusterwerkstatt erklärt. Er kennt jedes Detail, weiß von Holznägeln und speziellen Bräuhauspantoffeln zu berichten und gibt als ehemaliger Eisenbahner-Pensionär zu, dass ihm dieser Raum gleich nach der Frau das Liebste sei.

Kinder zieht's vielleicht mehr zur Anglergilde Sempt, wo in einem Aquarium nicht nur kleine Schleien, Kaulbarsche und Schuppenkarpfen schwimmen. Dort sitzt auch ein Mini-Skelett im Ruderboot. Gleich gegenüber gibt's ein leibhaftiges Bienenvolk samt rotköpfiger Königin. Ein zwölfjähriger Bub kann sich kaum mehr trennen von dem summenden Gewusel. "Wir haben Bienen zwar im Biologie-Unterricht gehabt, aber einen echten Stamm habe ich noch nie gesehen", sagt er. Ähnlich geht es wohl den meisten Besuchern, denn noch lange strömten Interessierte durch die Räume. Wer will, kann dies in den kommenden Tagen nachholen, der Besuch im Heimatmuseum lohnt sich.

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