Zwischen Volvo und Mercedes-Transporter wurde die Ersthelferin eingeklemmt. Vor Ort waren zufällig auch Feuerwehren aus ganz Bayern. Foto: al
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Zwischen Volvo und Mercedes-Transporter wurde die Ersthelferin eingeklemmt. Vor Ort waren zufällig auch Feuerwehren aus ganz Bayern.

Großeinsatz auf der Autobahn

Schwerer Unfall auf A8 entwickelt sich zu Drama: Ersthelferin verliert ein Bein

Ein zunächst harmloser Unfall entwickelt sich zu einem Drama: Eine Ersthelferin wurde zwischen zwei Autos eingeklemmt und verlor in der Folge ein Bein. 

Weyarn – Der schwere Unfall am Sonntagabend auf der A 8 nahm für eine Ersthelferin aus München eine tragische Wendung. Nachdem sie zwischen zwei Fahrzeugen eingeklemmt worden war, verlor sie ein Bein. Bei dem Großeinsatz waren mehr als 80 Kräfte vor Ort.

Weyarn/A8: Harmloser Auffahrunfall entwickelt sich zu Unfall-Drama - Ersthelferin verliert Bein

Ausgangspunkt des Unglücks war, wie berichtet, ein zunächst harmloser Auffahrunfall. Ein 60-Jähriger aus Heilbronn (Baden-Württemberg) war gegen 15.45 Uhr auf der mittleren der drei Fahrspuren mit seinem Mercedes-Transporter auf den Volvo eines 42-jährigen Münchners aufgefahren.

Die 43-jährige Ersthelferin hielt laut Polizeibericht auf dem Seitenstreifen und eilte zur Unfallstelle. Dabei befand sie sich genau in dem Moment zwischen Mercedes und Volvo, als eine 73-jährige Münchnerin die noch nicht gesicherte Unfallstelle zu spät bemerkte und mit ihrem BMW auf den Transporter auffuhr. Die 43-Jährige wurde zwischen Mercedes und Volvo eingeklemmt und schwer verletzt.

Unfall auf A8 bei Weyarn: Feuerwehr mit fast 70 Kräften im Einsatz

Die BMW-Fahrerin muss dabei noch relativ schnell gefahren sein. „Von den Verformungen her auf alle Fälle“, sagt Ralph Benda, Kommandant der Feuerwehr Weyarn und Einsatzleiter an der Unfallstelle. Offenbar ereignete sich das Unglück noch während der Notruf bei Integrierten Leitstelle Rosenheim einging, also unmittelbar nach dem Auffahrunfall. „Man sollte nie im fließenden Verkehr auf die Autobahn laufen“, betont Benda. Sein Tipp: „Die Unfallstelle absichern, Notruf absetzen und sich nicht in Gefahr bringen.“

Die Feuerwehren Weyarn (25 Mann/sechs Fahrzeuge), Holzkirchen (24/4) und Otterfing (19/2) befreiten die eingeklemmte Münchnerin mit einem hydraulischen Rettungsgerät und erhielten bei dem Einsatz unerwartete Unterstützung: 26 Feuerwehr-Fahrzeuge, die als Hilfstransport nach Kroatien unterwegs waren, waren zufällig als spezialisierte Ersthelfer vor Ort.

Weyarn/A8: BMW-Fahrerin nach Unfall schwerverletzt in Spezialklinik geflogen

Neben der 43-jährigen Münchnerin, deren Zustand trotz zahlreicher weiterer multipler Verletzungen stabil ist, wurde auch die BMW-Fahrerin schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Ihr Ehemann, die beiden Insassen des Mercedes-Transporters sowie der Volvo-Fahrer wurden leicht verletzt. Das BRK war mit insgesamt 37 Kräften im Einsatz.

Folgeunfall im anfänglichen Stau

Die Kräfte der Feuerwehren sicherten die Unfallstelle, reinigten diese mit Unterstützung der Straßenmeisterei Holzkirchen und leuchteten sie für das unfallanalytische Gutachten aus. Dennoch blieb die Autobahn bis 21 Uhr vollgesperrt, der Verkehr wurde über Weyarn, Miesbach und Irschenberg umgeleitet. Laut Polizei gab es keine größeren Behinderungen.

Unfall auf A8/Weyarn: Stau löst Folgeunfall aus - keine Verletzten

Dennoch ereignete sich im anfänglichen Stau ein Folgeunfall: Eine 18-Jährige aus Diepholz (Niedersachsen) fuhr auf den Mercedes eines 25-jährigen Augsburgers auf. Beide blieben unverletzt. Sachschaden: 12 500 Euro.

Die Polizei verweist darauf, dass eine Prüfung der „Triftigen Gründe zum Verlassen der Wohnung“ im Sinne der 11. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bei allen Beteiligten derzeit noch aussteht.

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