Als Helfer auf Kinderwallfahrt 

Junger Holzkirchner im Einsatz für andere

Statt selbst auszuschlafen oder am Strand zu liegen, hat ein junger Holzkirchner am Ende der Sommerferien Kindern mit Handicap und ihren Familien eine Auszeit vom Alltag mit ermöglicht: Nikolaus Brühl (16) war als Helfer bei der Malteser-Kinderwallfahrt in Rom dabei.

Holzkirchen – Das soziale Engagement wurde Nikolaus Brühl quasi in die Wiege gelegt: Sein Vater ist der ehrenamtliche Kreisbeauftragte der Malteser im Landkreis München, und auch seine Mutter engagierte sich schon in jungen Jahren bei der Organisation. Der 16-Jährige ist selbst Mitglied in einer Malteser-Jugendgruppe und befindet sich momentan in der Ausbildung zum Gruppenleiter. Als er hörte, dass bei der Fahrt nach Rom noch Not am Mann sei, sprang er sofort ein. Es war nicht das erste Mal: Über seine Eltern kam der Schüler bereits an Pfingsten als Helfer mit auf die Malteser-Wallfahrt nach Lourdes in Frankreich. Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderung hatte der junge Helfer also schon gesammelt und sah seiner Aufgabe bei der Kinderwallfahrt nach Rom recht entspannt entgegen. „Natürlich hatte ich Respekt vor der Arbeit“, sagt Nikolaus, „aber mehr Sorgen habe ich mir gemacht, da ich keinen der anderen Helfer kannte und mit Abstand der Jüngste war.“ Diese Sorge blieb allerdings unbegründet, denn trotz des großen Altersunterschieds fand er schnell Anschluss bei den anderen Freiwilligen.

Gegen Ende der Sommerferien ging es dann früh morgens mit dem Flugzeug nach Rom. Sieben Kinder und Jugendliche mit geistiger oder körperlicher Behinderung und ihre Familien nahmen an der Fahrt teil. Pro Familie war ein Helfer wie Nikolaus mit vor Ort. Zudem wurde die Fahrt von einer Kinderärztin begleitet. Damit auch alle sich kennenlernen konnten, wurden die Freiwilligen jeden Tag einer anderen Familie zugeteilt. Da die Familien der Kinder vor Ort waren, brauchten die Freiwilligen zwar keine regelrechte Pflege zu leisten. Ihre Aufgabe bestand vor allem darin, die Familien allgemein zu entlasten. So kümmerten sie sich um den Transport, schoben den Rollstuhl, hatten ein Auge auf die Kinder. Vor allem in einer antiken Stadt wie Rom, die voller Hürden in Form von Treppen oder Kopfsteinpflaster ist, muss man zusammenhelfen, betont Nikolaus.

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Untergebracht waren die insgesamt 34 Reisenden in einem Gästehaus, das speziell für Pilger mit Behinderung eingerichtet wurde. Während der einwöchigen Fahrt erkundeten sie unter anderem den Vatikan und den Petersdom, besuchten das Kolosseum und lernten bei einer Stadtführung das antike Rom kennen. Höhepunkt der Reise war für Nikolaus aber die Mittwochsaudienz beim Papst. Durch den Kontakt der Malteser zu Kurienerzbischof Georg Gänswein, den Präfekt des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI., bekamen die Pilger die Möglichkeit, Papst Franziskus hautnah zu erleben. „Wir standen während der Audienz nur wenige Meter rechts von ihm“, erzählt Nikolaus, der auch Ministrant ist, begeistert. „Das war wirklich beeindruckend.“

Am besten hat Nikolaus an der Kinderwallfahrt das Gemeinschaftsgefühl gefallen. „Der Kontakt mit den Familien und die gemeinsamen Abende waren etwas Besonderes.“ Von einer Familie hat der 16-Jährige inzwischen sogar einen Dankesbrief mit einem selbstgemalten Bild des Kindes bekommen.

Auch wenn die Pilgerwoche in Rom lange und anstrengend war, steht für Nikolaus fest: Er will in Zukunft wieder als Helfer an solchen Fahrten teilnehmen, wenn es seine Schulferien zulassen. Beruflich möchte er aber einmal in eine andere Richtung gehen, sagt er: „Schließlich sollen diese Fahrten ja etwas Besonderes bleiben.“

Julia Haringer

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